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Kritik | Omerta – City of Gangsters

20. Februar 2013 | 0 Kommentare
Titel:
Omerta - City of Gangsters
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Kalypso Media GmbH
Plattform:
Xbox 360, PC
LeserInnen-Wertung:
Release:
31. Januar 2013
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Genre:
USK:
12

Bei uns im Test: Xbox 360-Version

Bei uns im Test: Xbox 360-Version

Als ich den Luftpolsterumschlag öffnete und “Omerta – City of Gangsters” hervorzog, kommentierte mein Mitbewohner das folgendermaßen: “Cool, das sieht aus wie Gangsters. Damals auf dem PC hat das richtig Spaß gemacht.” Er lag richtig, “Omerta” ist tatsächlich ein Spiel wie “Gangsters”. Man schlüpft in die Rolle eines Gangsterbosses und baut sich in strategischer Manier sein eigenes Imperium auf. Stellt sich nur noch die Frage, ob das auch den vermuteten Spaß bereitet.

Als ich den Titelbildschirm und das Intro zum ersten Mal sah, hatte ich große Erwartungen. Der Stil lässt ein wunderbares 20er-Jahre-Feeling aufkommen, das perfekte Setting, um eine große kriminelle Karriere zu starten. Doch natürlich fängt man erst mal klein an. Man gibt seinem Charakter eines von verschiedenen vorgegebenen Gesichtern und legt seine Stärken und Schwächen fest, die später im Spiel zum Tragen kommen. Die Geschichte setzt in Atlantic City ein, direkt nachdem man als Einwanderer aus Italien kam. Und kaum ist man angekommen, fängt man an, die Möglichkeiten der illegalen Geldbeschaffung abzuschätzen. Dabei steht einem irgendein Kerl zur Seite, der das ganze Spiel über Tipps gibt und einen auf der Reise vom armen Niemand zum reichen Jemand unterstützt.

Der Beginn einer Karriere

Zu Anfang ist das Spiel noch recht linear. Man beginnt seine kriminelle Laufbahn mit der Beschaffung und dem Verkauf von Alkohol. Schon früh findet man dabei einen Mitstreiter, mit dem man langsam Fuß fasst und die ersten Moneten macht. Nun muss man einfach logische Schritte abarbeiten. Einer klaut Bier, der Andere erkundet die Gegend und vergrößert die Handlungsmöglichkeiten. Dann verkauft einer das Bier, und der Andere klaut gleichzeitig wieder welches. Das Ganze wirkt vielversprechend, die Inszenierung ist schön und man freut sich auf den weiteren Verlauf des Spiels.

screenshot 2

Doch bevor man in größere

Gebiete vorstoßen kann, wird der neugewonnene Partner entführt, was zu dem ersten Kampf des Spiels führt. Und genau an dieser Stelle sinken die Erwartungen erst mal wieder. Eigentlich funktionieren die Kämpfe nach dem Prinzip klassischer Rundenstrategie. Man sieht die Umgebung schräg von oben und kann mit seinen Charakteren abwechselnd laufen, angreifen und/oder Sonderaktionen durchführen. Doch “Omerta” tut alles, damit die Kämpfe so wenig Spaß wie möglich machen. Was ist z.B. mit dem Deckungssystem los? Es scheint dem Zufall überlassen, wann eine markierte Deckung tatsächlich als solche funktioniert, und wann man einfach trotzdem über den Haufen geschossen wird. So enden die Kämpfe meistens in willkürlichem Rumgelaufe, bei dem man einfach um sich schießt und hofft, am Ende irgendwie als Gewinner dazustehen. Es bedarf vieler kleiner Nuancen, um einen solchen Strategiepart spannend und fordernd zu gestalten. Jedes Detail muss ausbalanciert sein, die Maps müssen richtig aufgebaut sein, usw. Aber hier stimmt absolut gar nichts.

Eintöniger Gangsteralltag

Ich habe mich davon aber nicht abschrecken lassen. Immerhin besteht der Großteil des Spiels immer noch aus dem Management und der Erweiterung des kriminellen Imperiums. Und das geht jetzt erst richtig los. Dachte ich. Denn wenn ich ehrlich bin, geht das ganze Spiel über nie auch nur irgendetwas los. Ich habe mir während dem Spielen vor allem zwei Fragen gestellt: Wieso gibt es eigentlich keine Konkurrenten, die mir meine Gewinne streitig machen wollen? Und wieso habe ich dermaßen wenige Möglichkeiten und mache die ganze Zeit über das Gleiche, um immer reicher zu werden? Irgendwann kann die gute Inszenierung nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass Atlantic City keinerlei Spannung bietet. Man baut einfach nonstop immer die gleichen Geschäfte, schickt Leute durch die Gegend, um irgendeinen Kram zu erledigen und guckt zu, wie der eigene Kontostand rasant steigt. Ich habe allerdings

keine Ahnung, warum genau er das tut, und ich glaube kaum, dass die echten Gangsterbosse genauso unbeschwert durch ihr Leben spaziert sind.

screenshot

Irgendwann wundern sich natürlich auch die Behörden über das rege Treiben, doch wenn man sich auch nur halbwegs vernünftig anstellt, hat man immer mehr als genug auf der hohen Kante, um alle möglichen Leute zu bestechen. “Omerta” ist wirklich ein Spiel zum Verzweifeln. In jeder Ecke sieht man so viel Potential, so viele interessante Dinge, die man machen könnte. Aber wirklich können tut man so gut wie gar nichts, es kommt zu keiner Sekunde Spannung auf und irgendwann fließt das Geld in Massen, ohne dass man genau weiß, was man eigentlich getan hat. Hier gilt im Grunde das Gleiche wie für die Kämpfe. Damit ein solches Spiel Spaß macht, muss jeder Aspekt genau auf alle anderen Aspekte abgestimmt sein. Irgendwie hat das hier aber nicht wirklich funktioniert.

Fazit

“Omerta” ist nicht nur einfach ein schlechtes Spiel. Es ist noch dazu ein Spiel, das einem immer wieder auf die Nase bindet, wie gut es eigentlich sein könnte. Die Inszenierung passt, das atmosphärische Setting ist da. Aber die Spielmechanik funktioniert von vorne bis hinten nicht, und irgendwann gibt man einfach auf. Hier kommt kein Spaß auf, der Gangsteralltag wird zu einem öden Abspulen immer gleicher Aktionen. So habe ich mir das nicht vorgestellt.

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