Kritik | Skate 3

7. Juni 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Skate 3
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Electronic Arts
Plattform:
PS3, Xbox 360
LeserInnen-Wertung:
Release:
12. Mai 2010
Loading ... Loading ...
USK:
keine Angaben

Es ist schon eine Weile her, als man virtuelles Skateboarding nur mit Tony Hawk in Verbindung brachte. Seit 2007 macht sich EA mit seiner “Skate” Serie breit und ist mittlerweile mehr als ernsthafte Konkurrenz geworden. Innerhalb von nur kurzer Zeit ist nun der bereits dritte Titel fertig gestellt, lohnt es sich also zuzugreifen, oder haben sich die Entwickler vielleicht zu wenig Zeit dafür gelassen?

Du bist der Boss!

Spielmodi hat “Skate 3″ nur ganze zwei vorzuweisen. Neben dem eigentlich recht uninteressanten “Freeplay”, bei dem man nicht viel machen, sondern es nur zum Üben oder Video drehen nutzen kann, steht einem selbstverständlich die “Karriere” zur Verfügung. Da ihr in den ersten beiden “Skate” Spielen schon so ziemlich alles erreicht habt, was ein Skater erreichen kann, steht nun die Gründung der eigenen Board-Firma ins Haus. Nachdem der eigene Skater erstellt wurde ist auch das Team an der Reihe. Logo, Name und alles was sonst noch dazu gehört, wird von euch bestimmt, später joinen noch weitere Skater deiner Crew. Ziel ist es, möglichst viele Bretter an den Mann zu bringen, was bei einem neuen Label gar nicht so einfach ist. Daher gilt es in Port Carverton, der neuen Stadt, Präsenz zu zeigen und die Spots zu rocken, um die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben.

Nur mit etwas durch die Gegend cruisen ist es da natürlich nicht getan. Überall auf eurer Map erscheinen diverse Challenges, die es zu meistern gilt. Wirkliche Überraschungen bieten diese zwar keine, aber genug Abwechslung, damit das Game nicht langweilig wird. In “Skate” z.B. kommt es darauf an die Tricks des Gegners nachzumachen, bei “Foto” und “Film” hingegen geht es darum, möglichst stylische Grabs oder Grinds für die Nachwelt festzuhalten, “Deathrace” bietet knackige Downhill-Renn-Action oder bei “Domination” kommt es darauf an, mehr Spots zu rocken als die Gegner. Was es unter den insgesamt 14 Challenges noch alles an Spielbarem gibt, bleibt nun euch überlassen herauszufinden, besonders das “Hall Of Meat Battle” ist hierbei zu empfehlen. Nett gemacht ist an der ganzen Sache, dass die Schwierigkeit von Aurfgabe zu Aufgabe variiert und es daher manchmal recht einfach ist zu bestehen, teilweise aber auch sehr knifflig und daher mehrere Anläufe benötigt werden. Wie man es sich sicher schon denken kann, schalten gemeisterte Contests neue frei, aber auch Goodies wie neue Boards und Kleidung, außerdem steigert sich somit gleichzeitig die Bekanntheit eurer Firma.

Für Einsteiger und Pros geeignet

Wer die Vorgänger von “Skate 3″ gespielt hat, der wird sich hier sicher schnell zurecht finden und kann nicht nur mit den höheren der drei Schwierigkeitsstufen einsteigen, sondern auch die coolere niedrige Kameraposition auswählen. Sollte man sein erstes Skateboarding Spiel in die Konsole legen, oder von der Konkurrenz von Activision gewechselt sein, dann empfiehlt sich auf “leicht” die Physik etwas abzuschalten und den Unterricht von Coach Frank zu besuchen. Hier werden euch auf ganz amüsante Art und Weise die Basics beigebracht, vor Allem das Timing ist in “Skate 3″ entscheidend. Hier ist es wesentlich schwieriger, aber auch viel realistischer als z.B. bei Tony Hawk einen Trick zu stehen, aber umso größer ist dann der Belohnungseffekt. Genau das macht auch den Reiz des Spiels aus. Man ist nicht der Skater, der 30 Meter in die Luft springt oder stundenlang auf der Bordsteinkante grindet, “Skate 3″ schafft es wirklich das Boarden halbwegs realistisch auf den Bildschirm zu bringen. Sollte es trotz Coach Frank hinterher im Spiel noch Probleme geben, so stehen im Pause-Menü der “Trickführer” und die “Trick-Analyse” zur Verfügung und bieten noch etwas Hilfestellung.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Tolles Feeling trotz mittelmäßiger Grafik

Die Zwischenüberschrift nimmt es bereits vorweg: optisch ist “Skate 3″ definitiv kein Highlight der Videospielhistorie. Alle nebensächlichen Dinge wie Autos oder Bäume sehen detailarm, teils sogar etwas steril aus, ganz zu schweigen von den schwachen Texturen. Nun das große ABER, denn das Game macht trotzdem richtig Laune. Das liegt zum einen an der toll gestalteten Stadt, die wirklich zig Möglichkeiten für Tricks bietet, durch die Passanten, die glücklicherweise meistens aus dem Weg gehen, aber mit denen man sich zu Fuß auch gerne mal anlegen kann, bringen Leben ins Spiel ohne zu oft als Hindernis dazustehen. Was etwas am Realismus nagt sind die vielen grellen Farben. So bunt wie hier ist es in der Welt da draußen wohl nirgendwo, doch auch das stört nur geringfügig, denn genau dadurch kommt richtig Sommer-Feeling auf, was die Laune aufs Skaten steigert. Schön wäre noch ein Tag/Nacht-Wechsel oder ein Wetter-Umschwung, wirklich vermissen tut man das aber nicht. Die Vertonung ist wie immer so eine Sache für sich. Das Boarden an sich wurde wirklich gut eingefangen und so dargestellt, wie man es sich vorstellt, die deutsche Synchro hingegen ist wie so oft nicht unbedingt der Hit, aber es lässt sich damit auskommen, da es zum Glück auf andere Dinge ankommt. Wäre da noch der Soundtrack. Gut ausgewogen zwischen Rock, Reggae und Hip Hop, von Klassikern über Underground ist da alles mit vertreten. Wem manche Songs nicht liegen, der kann sich seine Playlist selbst editieren und nur das hören, was gefällt.

Zusätzlicher Schnick-Schnack

Was darf in keinem Skateboarding Game fehlen? Richtig, der Parkeditor. Selbstverständlich ist so einer auch in “Skate 3″ zu finden. Mit Unmengen an Ramps, Boxen, Rails, Pipes, etc. könnt ihr euch einen Park nach Herzenswünschen selbst zusammenstellen und online mit anderen teilen. Allerdings setzt ein richtig guter Park auch einiges an Geduld voraus. Wie oben bereits angesprochen legt “Skate 3″ viel Wert auf coole Videos. Auch die könnt ihr drehen, bearbeiten und ins Netz stellen. Neben all diesen Möglichkeiten Sachen ins Netz zu stellen, hat man auch die Möglichkeit ein Online-Team mit anderen zu gründen und gemeinsam Challenges zu bestreiten.

Fazit

Alles was ein Skate Spiel können muss, macht “Skate 3″ richtig. Die veraltete Grafik ist zwar nicht der Hit, aber das stört den Spielspaß nicht besonders. Sowohl für Neulinge als auch für alte Hasen bieten die Schwierigkeitsgrade genug Herausforderung und sorgen dafür, dass das Game auf lange Sicht nicht langweilig wird. In diesem Sinne: auf die Bretter, fertig, los!

Hinterlasse ein Kommentar