Kritik | Rapala Angel-Spaß
Du dachtest, Angeln sei langweilig und dauere ewig lange? Dieses Spiel möchte dich eines besseren belehren. Ein von Arcade-Elementen bestimmtes Fischen, mit Power-Ups und schnellen Booten: Das klingt doch praktisch wie Mario Kart auf dem Wasser! Schauen wir mal, ob wir anbeißen…
Es stehen vier Modi zur Auswahl: “Wettkampf“, “Mehrspieler-Versus“, “Freies Fischen” und “Rekorde Ansehen“. Der erste Modus erlaubt es euch – wie der Name es bereits verrät – im Wettkampf anzutreteten. Ihr wählt einen von mageren fünf Charakteren, die sich in verschiedenen Eigenschaften wie zum Beispiel Stärke unterscheiden. Ziel ist es, diverse Aufgaben in verschiedenen Gebieten zu erledigen. Fangt an Orten wie dem Amazonas beispielsweise eine gewisse Masse von Fischen, während ihr ein andermal eine bestimmte Anzahl von den Schuppentieren einsacken müsst. Und zwar zuerst, schließlich gibt es wahlweise zwei oder drei Nebenbuhler, je nachdem ob ihr den Wettbewerb im Koop mit einem Freund bestreitet. Der zweite Modus ist ähnlich, doch hier könnt ihr zu viert gegeneinander antreteten, entweder Jeder gegen Jeden oder in Teams. Ebenso dürfen die Regeln und Vorgaben selbst bestimmt werden. Nummer drei gestattet es euch, in aller Seelenruhe die glitschigen Kiementräger ins Boot zu befördern, ohne jeglichen Zeitdruck oder eine Herausforderung. “Rekorder Ansehen” klingt zunächst sehr klar, doch damit sind nicht die Highscores aus den Wettbewerben gemeint, denn diese kann man im ersten Modus finden. Nein, hier bestaunt ihr die Fische, die ihr bereits an Land ziehen konntet und die Köder, die ihr im Laufe des Spiels erhalten habt.
Es läuft wie folgt ab: Alle Teilnehmer starten vom Hafen aus, ein Countdown wird runtergezählt, dann geht’s los. Ihr saust mit eurer motorisierten Nussschale zu einer der Stellen, die auf der Karte markiert sind. Dort seht ihr Luftblasen, die euch zeigen, wo ihr einen von euren frei auswählbaren Ködern hinwerfen sollt. Die Tiere selbst bevorzugen verschiedene Köder. Nun holt ihr selbigen langsam ein, bis etwas angebissen hat. Jetz holt ihr ein, wenn die Leine gelb oder grün ist. Bei einer roten Leine solltet ihr nichts machen, es sei denn ihr wollt mit Absicht die Leine zum Reißen bringen. Ab und an sind eure Unterwasserrivalen erschöpft oder wütend: Bei Erschöpfung habt ihr super Fangchancen, da die Leine für mehrere Sekunden nur grün ist, denn es wird keine Gegenleistung aufgebracht. Sind sie jedoch wütend, so müsst ihr die eingeblendeten Moves ausführen, um wieder in den normalen Zustand zurückzukehren. Manche Challenges sind nicht einfach, Hilfe ist aber in der Nähe: Auf der Wasseroberfläche tummeln sich verpackte Geschenke, die sich als Power-Ups entpuppen. Diverse unterstützende Items können dabei in euren Besitz kommen. So könnt ihr mit einer Entenrakete den Gegner abtreffen, sodass dieser seinen Fisch fallen lässt – sicher gefangen ist er erst, wenn ihr zurück im Hafen seid. Wichtig ist auch, dass nur ein Tier im Boot Platz hat; bevor ihr ein neues angelt, müsst ihr vorher das gefangene Wesen am Startpunkt unterbringen. Mit Stachelkugeln könnt ihr andere Geschosse abwehren; der Turbo erklärt sich von selbst. Wer am schnellsten die Vorgaben erfüllt, gewinnt. So schaltet ihr neue Orte mit neuen Aufgaben und neue Schwierigkeiten frei. Oben drauf gibt es auch neue Fische und neue Köder.
Im Boot dreht ihr eure Fernbedienung in die jeweilige Richtung, um dorthin zu lenken. Beschleunigt wird mit B, der Turbo wird mit dem A-Knopf aktiviert. Der 2-Knopf lässt euch rückwärts fahren, mit dem 1- oder dem C-Knopf könnt ihr spotten, was ich als sinnlos und fehl am Platze empfinde bei einem Spiel für jüngere Personen. Der Plusknopf öffnet das Pausenmenü, mit dem Minus lassen sich die Ziele einsehen. Auf dem Steuerkreuz wählt ihr euren Köder aus. Seid ihr im Angelmodus, dann könnt ihr wie im richtigen Leben die Angelrute schwingen und durch Drehungen des Nunchuks die Leine einholen. Alles in allem ziemlich einfach. Leider ist die Abfrage sehr ungenau, oftmals wird eine Drehung nach links ausgeführt, obwohl man in die andere Richtung gedreht hat.
Die Grafik ist bestenfalls durchschnittlich, Next-Gen ist wirklich meilenweit davon entfernt und das hat nichts mit dem Anime- bzw. Comiclook des Spiels zu tun. Das Design ist sehr farbenfroh und sieht gut aus, immerhin. Die Animationen sind an sich nicht schlecht, doch werden sie bei jedem Fisch wiederholt, was auf Dauer nervt. Soundtechnisch ziemlich solide, dank den harmonierenden Tönen, der Ohrwurmeffekt bleibt aber aus. Am besten gefällt mir das südländischanmutende Gitarrenthema bei der zweiten Herausforderung im Wettbewerbsmodus.

Fazit
Für Kinder gut geeignet, aufgrund von bunter und comichafter Gestaltung. Rein spielerisch kein Diamant, aber ansonsten ganz passabel. Sowohl Steuerung als auch Grafik und Animationen sind auch nicht überdurchschnittlich. Der größte Minuspunkt ist der niedrige Motivationsgrad, sehr schnell wird das Spiel langweilig und eintönig: Zum Fanggebiet fahren, Angel auswerfen, Fisch fangen, zum Hafen zurück, und dies immer wieder, bis die Herausforderung abgeschlossen ist.




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