Kritik | Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters
Are you a Master?
Das Erste was beim Start des Games auffällt ist, dass eine deutsche Übersetzung komplett fehlt. Bei der Sprachausgabe ist das noch zu verstehen, aber dass wir sogar die Texte noch in Englisch zu lesen bekommen, ist keine Glanzleistung. Wie der Titel schon verrät, stehen die Masters in diesem Jahr im Fokus, der Ryder Cup des Vorgängers wurde wieder entfernt. Der erste Punkt im Menü heißt “Road To The Masters” und stellt den Karriere-Modus dar. Wie man es aus anderen Sportspielen kennt, erstellt man sich hier den eigenen Spieler und macht sich daran, ein namhafter Golfer zu werden. Mit verdienten Erfahrungspunkten wertet ihr die Skills eures Charakters auf und bekommt so nach und nach einen immer besseren Spieler, mit dem es dann deutlich leichter wird die Bälle da hin zu schlagen, wo sie auch hin sollen. Um dem Ganzen noch einen Touch mehr Realismus zu geben interessieren sich mit Laufe der Karriere immer mehr Sponsoren für euren Golfer, desweiteren gibt es ausreichend Gegenstände im Pro Shop freizuschalten.
Damit es euch auf dem Platz etwas leichter fällt die Gegebenheiten des Platzes richtig einzuschätzen und den optimalen Schläger zu wählen, gibt es in diesem Jahr die wohl größte Revolution der Tiger Woods Games seit Langem: den Caddie. Vor jedem Schlag bespricht er mit euch, wie der Ball liegt und was zu tun ist, um ihn möglichst erfolgreich in die Nähe des Lochs zu befördern. Allerding bleibt auch festzuhalten, dass man den Caddie nicht “abstellen” kann, das dürfte geübte Zocker früher oder später etwas nerven. Gleichzeitig gibt es eine neue Kameraperspektive, die näher am Platz ist und so das Feeling der perfekten Golf-Simulation noch weiter verstärkt. Mit dieser Hilfe und viel Training ist es also ein realistisches Ziel, die Masters zu gewinnen und seinen virtuellen Golfer das grüne Sieger-Jackett überstreifen zu lassen. In “Tiger At The Masters” lässt EA Sports noch einmal die Erfolge des Superstars aufleben. Hier könnt ihr seine ersten vier Triumphe noch einmal nachspielen bzw. müsst die Original-Statistiken von damals sogar noch unterbieten. Eine wahrlich knifflige Angelegenheit. Außerdem ist das aktuelle Masters-Turnier natürlich mit dabei und ein Duell gegen Legenden. An Herausforderung wurde bei “Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters” definitiv nicht gespart. Eine weitere größere Challenge findet man mit dem Presidents Cup, einem Duell zwischen amerikanischen Profis und einem Team zusammengewürfelt aus dem Rest der Welt, was ehrlich gesagt dem gestrichenen Ryder Cup mehr als nur ähnelt. So kommt eine beachtliche Anzahl an wählbaren Golfern zusammen, kleiner Wehrmutstropfen: der deutsche Shooting-Star Martin Kaymer fehlt leider.Auch für Multiplayer-Spaß wurde gesorgt. Sowohl online, als auch daheim auf dem Sofa können sich 1-4 Spieler untereinander messen. Neben der schlichten Partie wurden erneut viele Spielmodi ausgedacht, die mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen (ca. 20) für etwas Abwechslung sorgen. Damit euch auf den Golf Courts nicht langweilig wird, warten 16 Stück darauf, bespielt zu werden, weitere gibt es als kostenpflichtige Downloads.
Viele Verbesserungen und Altbewährtes
Trotz der kurzen Entwicklungszeit hat sich bei “Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters” doch einiges im Vergleich zum Vorgänger getan. Neben den angesprochenen Spielmodi und dem Caddie hat sich besonders die Grafik deutlich gesteigert. Zwar sah auch die letztjährige Ausgabe gut aus, doch hier glänzen nicht nur die Golfplätze mit mehr Details, auch technisch wirkt das Ganze zeitgemäßer, nämlich schärfer und flüssiger. Ein weiterer Pluspunkt wäre das neue Menü. Nicht nur, dass es einfach bildhübsch ist und die Lust aufs Golfen richtig anhebt, es ist auch wesentlich übersichtlicher, sodass die Navigation mehr Spaß macht. PlayStation 3 Besitzer dürfen sich zusätzlich um einen verbesserten PlayStation Move-Support freuen. Steckte die Bewegungssteuerung bei “Tiger Woods PGA Tour 11″ noch in den Kinderschuhen, reagiert das Spiel in diesem Jahr präziser auf die Befehle. Einfach ist es zwar dennoch nicht, aber es heißt ja nicht umsonst: Übung macht den Meister.Ansonsten wurden die alten Stärken beibehalten. Die Steuerung ist nach wie vor sehr simpel, auch wenn es durch die Caddie-Funktion nun etwas länger dauert bis man den Platz genau angeschaut und sich dann zum Schlag durchgeklickt hat. Die Geräuschkulisse auf dem Platz ist ebenfalls wieder einmal top, genau wie die Sprecher. Zu guter Letzt geht ein weiterer Pluspunkt an das Wetter, das die Flugbahn des Balles teilweise sehr stark beeinflusst und uns so immer wieder vor neue Herausforderungen stellt.
Fazit
“Tiger Woods PGA Tour 12: The Masters” ist schlicht und ergreifend einfach absolut gelungen. Die Verbesserungen waren sinnvoll, alte Stärken wurden beibehalten, lediglich kleinere Schwachpunkte wie die fehlende Übersetzung oder die nicht immer überzeugende K.I. der anderen Golfer kratzen an der Bestnote. Alle Fans der Serie und diejenigen, die sich für virtuellen Golf interessieren, liegen mit dem neuesten Game des Tigers deshalb absolut richtig.







