Kritik | Shaun White Skateboarding

15. November 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Shaun White Skateboarding
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Ubisoft
Plattform:
PS3, Xbox 360, Wii
LeserInnen-Wertung:
Release:
28. Oktober 2010
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Genre:
USK:
6

Früher waren die Tony Hawk Spiele das Maß aller Dinge, wenn es um Skateboardgames ging. Doch Zeiten ändern sich. Mittlerweile hat auch EA seine eigene Serie, diese trägt den Namen “Skate” und entwickelt sich immer mehr zur Nummer Eins in diesem Genre. Und jetzt kommt da noch ein gewisser Shaun White, ein sehr berühmter Snowboarder und bringt sein erstes Skateboardspiel auf den Markt. Fans von ihm werden sich an an das Jahr 2008 zurück erinnern, damals erschien bereits ein Snowboardspiel, mit dem Titel Shaun White Snowboarding, welches allerdings nur stark durchschnittliche Kritiken einfahren konnte. Bleibt zu hoffen, dass der erste Ausflug auf’s Skateboard besser gelungen ist…

Wo sind die Farben?

In den ersten Spielminuten wird man mit einem mysteriösen Intro in die Welt von Shaun White Skateboarding eingeführt. Alles ist grau, farblos, voller Spießer in Anzügen. Eure Aufgabe ist es, Farbe in diese Tristheit zu bringen. Die Regierung hat das Skaten verboten und jede Freude wird untersagt, alles muss dunkel sein. Etwa so ist die skurrile Geschichte kurz zusammengefasst. So oder so ähnlich kennt man das schon aus dem ein oder anderen Game eines anderen Genres, dann natürlich etwas abgeändert, ohne skaten. Oftmals funktioniert dies dann auch, aber in einem echten Skate Spiel erwartet man irgendwie was Anderes, hier wirkt vieles erzwungen. Dabei ist die Idee, die Welt mit Farben zu verschönern, genial, aber es wurde einfach nicht entsprechend umgesetzt. Die Charaktere, die man mit der Zeit kennen lernt, wirken alle recht kalt und emotionslos, sodass nicht wirklich eine Bindung entsteht, auch hier ist eine deutliche Steigerung nach oben möglich. Sie sorgen zwar ab und an für einen netten oder witzigen Spruch, der einen zum Schmunzeln bringt, aber nach einiger Zeit nervt auch das. A propos nerven: Die Passanten geben auch mal gerne die eine oder andere dämliche Lebensweisheit von sich.
Nun zum Verschönern der Landschaft: Das Ganze läuft recht simpel. Ihr macht einen Trick und ein kleiner Kreis um euch wird bunt und so sieht bereits nach kurzer Zeit alles etwas besser aus. Teilweise denkt man sich dann schon, dass es etwas schwieriger sein könnte, man ist eigentlich nie gefordert. Damit ihr auch noch etwas selber dazu gestalten könnt, gibt es Rails und Rampen zum Selberformen.


Flow

Um etwas komplexere Tricks auszuführen, müsst ihr die Flowleiste füllen. Leider reicht meist simples X-Taste Gedrücke dafür, nach und nach füllt sich diese dann auf. Macht man mal 5 Sekunden Pause, sinkt der Flow aber auch schon wieder recht rasch. Also ist Daueraction angesagt. Leider wird man auch hier wieder quasi gar nicht gefordert. Selbst nach einigen Spielstunden ist man nicht einmal von seinem Board gefallen, fast jeder Trick gelingt und sieht perfekt aus. Da kommt schon das Gefühl auf, dass das Spiel für eine sehr junge Altersgruppe bestimmt ist. Wer eine Skateboardsimulation sucht, ist hier völlig an der falschen Adresse. Ubisoft setzt auf Action, nicht auf Realismus.

Das hat man schon besser gesehen…

Auch die Grafik erweist sich nicht als Meisterstück. Im Gegenteil, sie wirkt schlicht und einfach veraltet. Die Menschen sehen lieblos aus, die Welt an sich hat auch keine Pluspunkte für sich vorzuweisen. Mit der Zeit wiederholt sich einfach alles, die Stadt hat keine Stellen, an die man gerne wiederkehrt. Es scheint so, als hätten die Entwickler verdammt wenig Entwicklungszeit gehabt, ansonsten kann ich mir dieses halbfertige Äußere nicht erklären. Die Passanten bleiben manchmal sogar an Gegenständen hängen und kommen keinen Meter voran. Das sind vermeidbare Fehler, die man früher verziehen hätte, in der heutigen Zeit nicht mehr. Was darf beim Skaten natürlich nie fehlen? Richtig, die passende Musik. Der Soundtrack ist der wohl größte positive Aspekt, den das Game zu bieten hat. Immer läuft die passende Melodie, der passende Track. So muss das sein!

Fazit

Ich hatte mir, dank der Idee eine triste Gegend in eine bunte, freie Skatewelt zu verändern, viel von dem Spiel versprochen und wurde im Endeffekt bitter enttäuscht. Die Tricks sind mir zu einfach und nicht mal im Ansatz schwer. Von der Technik her wirkt alles wie ein altes Tony Hawk Spiel, ist einfach nicht auf dem Stand der Zeit. Das Beste ist wirklich der Soundtrack. Das klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber es ist leider wirklich so. Für jüngere, unerfahrene Spieler ist Shaun White Skateboarding dank des niedrigen Schwierigkeitsgrad aber sicherlich gut geeignet und wird für die ein oder andere nette Stunde vor der Konsole sorgen.

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