Kritik | Dead or Alive Paradise

15. April 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Dead or Alive Paradise
Redaktions-Wertung:
Publisher:
THQ
Plattform:
PSP
LeserInnen-Wertung:
Release:
1. April 2010
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USK:
keine Angaben

Ihr kennt doch sicher „Dead Or Alive“. Die beliebte Beat ‘em up-Reihe, die mit „Dead Or Alive Xtreme Beach Volleyball“ und „Dead Or Alive Xtreme 2“ schlagartig das Genre gewechselt hat und seitdem einen eher unguten Ruf genießt. Jetzt veröffentlicht THQ einen weiteren Teil dieser Reihe für die PSP, der der Tradition folgt und von einem Prügelspiel so weit entfernt ist, wie Call Of Duty von einem Kinderspiel. Wer die Vorgänger kennt, weiß bereits, was das bedeutet. Alle anderen dürfen jetzt weiterlesen und dieses supertolle Spiel kennenlernen.

Der Schauplatz des Spiels ist Zack Island, ein beliebter Urlaubsort für dümmliche Bikini-Schönheiten. Ihr schlüpft in die Rolle eines dieser Polygonmädels und erkundschaftet die „Vielfalt” der Insel. Das Wort Vielfalt steht hier nicht umsonst in Anführungszeichen, denn die Möglichkeiten auf Zack Island sind eher begrenzt. In einem sehr spartanischen Menü könnt ihr auswählen, welchen Ort ihr besuchen wollt. Zur Auswahl stehen das Kasino, das Hotel, der Volleyballplatz, der Pool, der Shop und diverse Plätze in der Natur. Letztere unterscheiden sich bloß durch ihre Kulisse und liefern spielerisch immer den gleichen lächerlichen Schund. Während sich eure Protagonistin lasziv räkelt, könnt ihr Fotos von ihr schießen. Also genau das Richtige für alle virtuellen Spanner und jene, die es werden wollen.

Der nächste Halt ist das Kasino. Hier könnt ihr verschiedene Kartenspiele wie Poker oder Blackjack spielen. Dort will man allerdings nicht lange bleiben, da die Langeweile förmlich in der Luft liegt. Also schnell zum nächsten Zielort, dem Hotel. Hier kann man schlafen gehen und sich umziehen. Ja, ernsthaft. Außerdem erhält man regelmäßig Geschenke von einer Hotelangestellten. Dies sind dann immer so nützliche Dinge wie Eistee oder Blumenvasen. Während des gesamten Hotelaufenthalts bekommt man übrigens nichts zu sehen und bleibt quasi nur im Menü. Will man z.B. den soeben erhaltenen Eistee zu sich nehmen, klickt man auf „trinken”, woraufhin eine Infobox eingeblendet wird, die einem sagt, dass der Eistee getrunken wurde. Spaßiger gehts gar nicht.

Jetzt ist ein Abstecher auf den Volleyballplatz angesagt. Und hier kann man doch tatsächlich Volleyball spielen, wer hätte das gedacht? Die Fakten in Kurzform: Schlechte Kameraansicht, schlechte Steuerung und nicht vorhandener Spaß. Das Einzige, was fast schon ein bisschen lustig ist, ist das „Pool-Hüpfen”. Hier müsst ihr über im Pool schwimmende Kissen hüpfen und das andere Ende des Beckens vor eurer Kontrahentin erreichen. Das ist ganz nett, macht aber auch nicht sehr viel Spaß. Der letzte Halt ist der Shop. Hier kann man für ca. 300.000 bis 400.000 Euro Bikinis und anderen Ramsch kaufen. Super Sache.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Sämtliche Frauen in „Dead or Alive Paradise” haben eine ganz besondere Fähigkeit. Sie können ihre Brüste physikalisch unkorrekt hoch und runter hüpfen lassen. Bloß mit dem Aufhören tun sie es sich schwer, denn egal wo, wann oder wie man sie zu sehen bekommt, ihre Brüste sind immer am Wackeln! Sie liegen still am Strand – Ihre Brüste Wackeln. Sie stehen ganz ruhig am Pool – Ihre Brüste wackeln. Sie machen gar nichts – Ihre Brüste wackeln. Das nimmt dem Spiel letztendlich den letzten kleinen Rest, der vom Niveau noch übrig geblieben ist.

Fazit: Eigentlich könnte man annehmen, dass dieses Spiel ein Ausnahmefall ist, der zufälligerweise durch die Qualitätskontrolle gerutscht ist und sowieso von niemandem gekauft wird. Doch dann wirft man einen Blick auf die Liste der bisher erschienen „Dead Or Alive”-Spiele und stellt fest, dass es bereits das dritte Spiel für besonders verschwenderische Verrückte ist. Mir fällt einfach kein vernünftiger Grund ein, warum man für solch niveaulosen Schund Geld ausgeben sollte. Da kauft man sich lieber eine leere UMD und guckt den Startbildschirm der PSP an. Das würde zumindest mehr Spaß machen, als „Dead or Alive Paradise”. Es hat sich vielleicht schon angedeutet, aber hier vergebe ich guten Gewissens nur einen Stern. Entwickler und Käufer sollten sich gleichermaßen schämen.

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