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Kritik | Ni No Kuni: Der Fluch der weißen Königin : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | Ni No Kuni: Der Fluch der weißen Königin

20. Februar 2013 | 0 Kommentare
Titel:
Ni no Kuni: Der Fluch der weißen Königin
Redaktions-Wertung:
Publisher:
NAMCO BANDAI Partners Germany GmbH
Plattform:
PS3
LeserInnen-Wertung:
Release:
1. Februar 2013
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Genre:
USK:
12

Ni_No_Kuni_CoverEs gibt sie doch noch: die Spiele, die einen von der ersten bis zur letzten Sekunde nahezu ausnahmslos begeistern. In diese Sparte fällt definitiv auch Ni No Kuni. Und das liegt nicht zuletzt an der fantastischen Optik. Wie oft hat man schon Spiele gespielt, bei denen sich der Vorspann und die Zwischensequenzen, insbesondere die Charaktere wunderbar ansehen lassen und wenn es dann ins Spielerische übergeht, man dermaßen enttäuscht ist, weil man es auf einmal mit pixeligen Gestalten und kleinen Figuren zu tun hat. Das gibt es bei Ni No Kuni nicht. Von Anfang bis Ende erlebt man hier einen spielbaren Zeichentrick aller erster Güte. Ob Vorspann, Zwischensequenz oder mitten im Spielgeschehen, wirklich immer glänzt das Spiel mit seiner wundervollen Grafik.

Schick!

Doch die Optik allein macht natürlich noch kein gutes Spiel. Zum Glück, dass hier auch der Rest passt. Das Spiel handelt von dem lebenslustigen, munteren und teils frechen Jungen namens Oliver, der sich, wie viele von uns es vielleicht auch schon mal getan haben, eines Nachts aus dem Haus schleicht. Doch nicht, weil es ihm zu Hause nicht gefallen oder er bei Dunkelheit um die Häuser ziehen und Unsinn machen würde. Nein, da ist Oliver noch eher ein Kerl der feineren bzw. normalen Sorte und außerdem noch ein wenig zu jung für irgendwelchen Blödsinn. So verschwindet er nur mal eben kurz, weil sein Kumpel ein neues Fahrzeug gebaut hat, mit denen die beiden draußen ihren Spaß haben wollen – ja, damit haben sich Kinder wie wir früher tatsächlich auch die Zeit vertrieben und es war lustig,… aber das ist eine andere Sache -. Oliver darf auch zuerst ans Steuer, doch durch einen merkwürdigen Zufall wird das neue Gefährt instabil und unser Protagonist landet in einem Fluss.

Ni_No_Kuni_7Nachdem Oliver dann von seiner zwischenzeitlich nach ihm suchenden Mutter entdeckt und gerettet wird, bricht diese zusammen und stirbt. Geschockt von diesem Ereignis und ohne einen Elternteil mehr zu haben, verfällt Oliver seinem Kummer und krallt sich an ein Spielzeug, das er von seiner Mutter geschenkt bekommen hatte. Doch das ist nicht irgendein Spielzeug. Als einzelne von Olivers Tränen auf diese Art Puppe hinunterfallen, erwacht diese zum Leben. Bei diesem Charakter handelt es sich um keinen anderen als den großen Großfürsten der Feen namens Tröpfchen.

Dieses Geschöpf mit einer kleinen Laterne an seiner Nase erzählt uns von Ni No Kuni oder auf deutsch von der anderen Welt, in der jeder Mensch aus Olivers Welt einen Seelenverwandten besitzt. Wenn er also Tröpfchen begleiten würde, könnten sie vielleicht in dessen Welt die Seelenverwandte seiner Mutter finden und so Olivers Mama in seiner Welt ins Leben zurückholen. Doch lauern in dieser Welt natürlich auch einige große Gefahren, vor allem Shadar, der das Vorhaben der beiden sicherlich nicht begrüßen und mit allen Mitteln zu unterbinden versuchen würde und dem Tröpfchen auch seine Verwandlung in ein Stofftier zu verdanken hat. Doch wenn Oliver seine Mutter so zurückholen kann, hat er natürlich keine andere Wahl.

Ein Spiel von einer anderen Welt

Ni_No_Kuni_4Um sich dem dunklen Dschinn irgendwann gegenüberstellen zu können, muss Oliver natürlich noch jede Menge lernen. Hat er vorher mit Autos und Stofftieren gespielt, muss er sich jetzt den Umgang mit Zauberstab und Magie aneignen. Doch da er ein gewieftes Kerlchen ist, sollte das für ihn kein Problem sein. Früh lernt er seinen ersten Zauberspruch kennen und betritt durch das von ihm dadurch erschaffene Portal die andere Welt, in dem das Abenteuer dann so richtig beginnt.

In dieser zauberhaften Welt mit den vielen schönen Orten wie Katzbuckel, Al-Kuhweid oder Schweinfort – fällt euch was auf? – begegnet Oliver etlichen Kreaturen, wie dem kleinen Kläffer, dem Fratzspatz oder dem Funkenfakir. Es sind nicht wirklich Monster, dafür sind sie irgendwie zu… ja, zu niedlich, obwohl einige von ihnen echt gemein werden können. Mit jedem Sieg über seine Widersacher erlangt Oliver Erfahrungspunkte, Geld und manchmal auch den einen oder anderen nützlichen Gegenstand, den er dann im Spielverlauf verwenden kann. Natürlich werden die Gegner mit zunehmender Zeit noch größer und gefährlicher, doch das ist ja ein bekanntes Spielprinzip.

Ni_No_Kuni_6Und wie ihr euch vorstellen könnt, bekommt unser Hauptdarsteller mit der Zeit auch Gesellschaft von neuen Charakteren, die sich seinen Reisen anschließen und an seiner Seite kämpfen. Doch warum eigentlich kämpfen, wenn man die Arbeit von jemand anderem machen lassen kann? Das ist bei Ni No Kuni eine durchaus berechtigte Frage. Die Ortschaften wimmeln doch nur so von Geschöpfen. Warum sollte man sich also nicht welche zu Eigen machen und sie für einen kämpfen lassen? Eben! So kann jede Figur über maximal drei solcher Kreaturen verfügen, die eure Vertrauten darstellen. Einige bekommt ihr geschenkt, einige könnt ihr selber zähmen, einige müsst ihr euch verdienen.

Die Vertrauten – wie auch die Kreaturen an sich – lassen sich verschiedenen Spezies zuordnen. Jeder Charakter kann mit bestimmten Spezies besser umgehen als mit anderen und jede von ihnen hat ihre eigenen Eigenschaften, Fähigkeiten und Supertricks. Bevor ihr euch also selber die Finger schmutzig macht, könnt ihr auch einen Vertrauten in den Kampf werfen. Das Gute daran: egal, wie oft ihr im Kampf hin und her wechselt, ob überhaupt alle Beteiligten ins Kampfgeschehen eingreifen und wer letztendlich den finalen Schlag macht: alle bekommen dieselbe Anzahl an Erfahrungspunkten. So steigen logischerweise auch die Vertrauten in ihren Stufen auf, werden stärker, lernen neue Tricks, etc.

Allein ist gut, Vertraute sind besser

Ni_No_Kuni_3Eure kleinen Freunde können genauso mit Gegenständen ausgestattet werden, wie ihr selbst, wobei jedem natürlich etwas anderes passt. Als guter Hüter, könnt ihr sie auch mit Leckereien versorgen, um so einige Attribute von ihnen weiter zu verbessern und ihr Vertrauen zu euch zu erhöhen. Ab einer gewissen Stufe sind sie dann bereit zur Evolution. Habt ihr die richtigen Zutaten könnt ihr sie entsprechend durchführen. Bei späteren Evolutionen müsst ihr euch dann sogar entscheiden, welchen von mehreren Wegen euer Freund einschlagen soll. Eure Vertrauten werden dann zunächst einmal wieder schwächer, weil sie in ihrem neuen Dasein wieder auf Stufe eins beginnen. Sie sind jedoch natürlich grundsätzlich stärker, was dann mit zunehmender Stufe klar deutlich wird sowie den neuen Tricks, die sie lernen.

Die Vertrauten haben eine bestimmte Sekundendauer, wie lange am Stück sie sich in einem Kampf befinden können. Ist diese Zeit abgelaufen oder am besten kurz davor, sollte man wieder zu Oliver oder einem anderen Helfer wechseln. Schließen sich euch später weitere Charaktere an, die ihrerseits Vertraute besitzen, könnt ihr auch zwischen diesen Hauptcharakteren hin und her wechseln. Die aktive Figur ist dann der Anführer und kann den anderen Teams auch ansagen, wie sie sich zu verhalten haben, zum Beispiel, ob sie vollen Einsatz zeigen, sich aufs Heilen beschränken sollen, etc. Jede Kreatur besitzt darüber hinaus ein Zeichen. Entweder handelt es sich dabei um die Sonne, den Mond, den Stern oder den Planeten, manchmal auch in doppelter Ausführung. Diese Zeichen stehen in einer bestimmten Abhängigkeit zueinander. So ist zum Beispiel die Sonne stärker als der Mond. In den Schlupflöchern kann man bis zu 400 Vertraute beherbergen. Ihr habt also jede Menge Möglichkeiten, euer Team bestmöglich zusammenzustellen und auf die entsprechenden Herausforderungen zu reagieren. Jede Kreatur ist anders. Es liegt an euch, das beste draus zu machen. So sollte man zum Beispiel auch öfter mal einen Vertrauten mitnehmen, ihn aber nicht kämpfen lassen, nur damit er Erfahrung sammelt und in seinem Level aufsteigt.

Natürlich kämpfe ich!

Ni_No_Kuni_2Die Kämpfe selbst laufen in Echtzeit ab. Man kann also Oliver, seine Mitstreiter und deren Vertraute selbst frei bewegen und ihnen die entsprechenden Befehle erteilen. Ob angreifen, verteidigen, Zauber nutzen, etc., jeder Befehl wird über das Betätigen der entsprechenden Sprechblase ausgeführt. Manchmal braucht es etwas Zeit bis derselbe Befehl erneut durchgeführt werden kann. Zugegeben: mit der Steuerung muss man sich anfangs ein wenig vertraut machen, schwer zu handhaben ist sie jedoch nicht. Es ist jedoch besonders ärgerlich, wenn man sieht, dass man mit einer magischen Attacke angegriffen wird, jedoch nicht schnell genug den Verteidigen-Button gefunden hat. Insbesondere ärgerlich ist es deswegen, weil es bei jedem abgeblockten Angriff Essenzen regnet, die einem die Lebens- oder Magiepunkte ein wenig auffrischen. So empfiehlt es sich manchmal auch, einen Angriff abzubrechen und schnell zur Verteidigung zu schalten, um diese wertvollen Kügelchen zu erhalten. Die goldenen Kugeln stellen die Lebensenergie sogar komplett wieder her und erlauben demjenigen, der sie eingesammelt hat, einen Supertrick. Diese runden Belohnungen gibt es aber zum Beispiel auch bei erfolgreichen Gegenangriffen oder dann, wenn man im richtigen Moment seinen Gegner am Ausführen seines Angriffs gehindert hat.

So sehr man sich auch bemüht, selber einen Kampf so gut wie möglich zu bestehen, so schlampig gehen zum Teil die Mitstreiter mit ihrem Leben und ihrer Energie um. Da man nur die Kontrolle über eine Partei ergreifen kann, wird die andere automatisch gesteuert, mit allem was dazu gehört, inklusive dem Einsatz von Magie und Vertrauten. Wenn zum Beispiel der andere Vertraute mich heilt, obwohl meine Lebensanzeige nahezu voll ist, sich nur selten verteidigt oder mein Partner einen ungeeigneten Vertrauten in den Kampf schickt, dann ist das leider nicht immer nachvollziehbar. „Lustig“ ist auch, dass die vermeintlich stärkeren Zwischengegner zum Teil leichter zu knacken sind als die üblichen Standardgegner. Hier muss man sich nur die Vorgehensweise jener Gegner anschauen bis man ein gewisses Muster erkennt. Dann heißt es erfolgreich blocken, wenn sie ihre starken Angriffe ausführen, um so an die wertvollen Essenzen zu kommen.

Ni_No_Kuni_5Da sieht es bei den normalen Gegnern, die euch überall auf der Karte fast schon in Scharen über den Weg laufen, schon ein wenig anders aus. Da euch zum Teil mehrere dieser Viecher gleichzeitig angreifen – auch wenn auf den Orten stellvertretend immer nur eine Kreatur zu sehen ist -,kann man schon mal schnell den Überblick und die Kontrolle verlieren. Aber das macht die Kämpfe aus und daher auch so spielenswert. Schafft ihr es, euren Feind in den Rücken zu fallen, ohne dass er euch sieht, habt ihr die Oberhand und könnt ungestört die ersten Schläge austeilen. Umgekehrt kann euch aber auch das gleiche widerfahren. Da man gewisse Zeit an gleichen Orten verbringt, sind die Gegner an diesen anfangs noch relativ robust bis man sie an denselben Orten, nachdem man ein bisschen aufgelevelt hat, mühelos niederringt. Manchmal laufen die Gegner auch schon von euch weg, wenn sie sehen, dass ihr viel zu stark seid.

Und ganz nebenbei erwähnt…

Um an Belohnungen in Form von Geld, Gegenständen, etc. zu gelangen, könnt ihr auch in den jeweiligen Städten Aufträge zur Monsterjagd aufnehmen und müsst dann die entsprechende Kreatur niederringen. Neben einer materiellen Belohnung, gibt es noch – ähnlich den Treuepunkten in irgendwelchen Supermärkten – Stempel für eure Stempelkarten. Diese könnt ihr wiederum gegen weitere Gegenstände bzw. Eigenschaften eintauschen. Abseits von Kämpfen, könnt ihr euch auch standardgemäß um das Wohl der Bürger kümmern, indem ihr deren Aufträge annimmt und ihnen Sachen besorgt, etc. Die wirklich gute Übersichtskarte macht das Auffinden von Monstern, Personen aber auch Zielen ziemlich einfach, wobei man eingestehen muss, dass es nicht viele Abzweigungen gibt, so dass man sich verlaufen könnte oder unnötige Wege auf sich nehmen müsste.

Wem das immer noch zu wenig Abwechslung sein sollte, der kann sich zum Beispiel mit Hilfe von Alchemie Gegenstände selber herstellen, wenn er die entsprechenden Zutaten besitzt. Das Spiel lässt sich komplett in englischer Sprache spielen, jedoch mit deutschen Untertiteln und deutscher Spiel- und Menüführung.

Fazit

Ni No Kuni gehört zu DEN Spielen des Jahres, das kann man jetzt schon sagen, auch wenn noch nicht viele Zettel vom Kalender abgerissen sind. Von Beginn an wird man in einen Bann gezogen, der einen immer weiter spielen wollen lässt. Bei der Unmenge an verschiedenen Kreaturen möchte man so gerne herumexperimentieren und es auch schaffen, irgendwann die seltensten von ihnen zu zähmen. Man kann dem Spiel eigentlich nichts ankreiden, außer dass sich die Kämpfe gegen die herkömmlichen Gegner doch schon relativ oft wiederholen und wenn man stark ist, diese ziemlich schnell erledigt hat. Manchmal kommt man um eben diese Kämpfe nicht herum, weil man sich länger in Gegenden aufhält, in denen man die dort lebenden Kreaturen mit zunehmendem Level leichter besiegt. Und dennoch ist es schön, dass einige von ihnen weglaufen bzw. man auch Kämpfen gut ausweichen kann, wenn man geschickt ist. Dazu gesellt sich eine tolle Story mit einer fantastischen Grafik sowie auch dicken Pluspunkten in Sachen Sound. Wer ein absolut schönes Spiel erleben will, dass man auch nach dem eigentlichen Ende gerne weiter spielt, der macht mit Ni No Kuni alles richtig.

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