Kritik | Dragon Age: Origins – Ultimate Edition

20. Februar 2011 | 0 Kommentare
Titel:
Dragon Age: Origins - Ultimate Edition
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Elektronic Arts
Plattform:
PC, PS3, Xbox 360
LeserInnen-Wertung:
Release:
16. Dezember 2010
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Genre:
USK:
18

Bei uns im Test: PC Version

Biowares Rollenspiel Dragon Age: Origins ist eingeschlagen wie ein Bombe. Es ist ein episches Meisterwerk, das vor Charme und Witz nur so strotzt, ein vielfältiges und interessantes Kampfsystem und eine sensationelle Story hat. Das alles, gepaart mit interessant gezeichneten Charakteren und vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten innerhalb der Gefährten, macht das Spiel zu etwas besonderem. Wie bei jedem erfolgreichen Spiel gab es daraufhin noch ein Addon und mehrere kleine Erweiterungen in Form von DLC´s. Nun hat Electronic Arts die erschienen Inhalte zu einer Ultimate Edition zusammengefasst. Aber lohnt sich die Ultimate Edition überhaupt, liefert Bioware gewohnt überragende Qualität ab oder ist es nur ein lauwarmer Abklatsch, der lieblos zusammengezimmert wurde, um den Kunden das maximale an Geld aus der Tasche zu ziehen?

Die Dragon Age: Origins Ultimate Edition umfasst:

  • Dragon Age: Origins
  • Dragon Age: Origins – Awakening
  • In Stein gefangen
  • Wächter-Festung
  • Rückkehr nach Ostagar
  • Die Chroniken der dunklen Brut
  • Hexenjagd
  • Die Golems von Amgarrak
  • Lelianas Lied

Hinzu kommen noch eine Blutdrachenrüstung und Geschenke, sowie Scherzartikel, die man seinen Gefährten übereichen kann, um ihr Vertrauen zu steigern oder zu senken. Dragon Age: Origins ist das Hauptspiel und Awakening ist das Addon, das zwar nicht so umfangreich wie das Hauptspiel ist, allerdings auch einen guten Umfang aufweist.  Alles andere sind kleine Erweiterungen, die nicht mehr als 2 Stunden Beschäftigung bieten.

Dragon Age: Origins

Nach der Charaktererstellung, bei der man Geschlecht, Klasse und Rasse sowie Herkunft auswählen kann, erlebt man zu allererst die Herkunftsgeschichte. Bei der Wahl der Klasse ist man auf Schurke, Magier und Krieger beschränkt, die allerdings jeweils 4 Spezialisierungen aufweisen. Spezialisierungen können einmal auf Stufe 7, 14 und 22 gewählt werden. Abhängig von der gewählten Herkunft (z.B. Adliger Mensch), erlebt man dann eine der 6 unterschiedlichen Anfangsgeschichten. Diese laufen aber schließlich alle darauf hinaus, dass sich der Protagonist den Grauen Wächtern anschließt, einem Orden, dessen Mitgliedern außergewöhnliche Kräfte zu Teil werden, indem sie ein geheimes Beitrittsritual durchführen. Ziel dieses Ordens ist es, die Verderbnis durch die dunkle Brut zu besiegen.

Ab dem Zeitpunkt des Beitritts verlaufen alle Geschichten auf dieselbe Weise. Allerdings auch bei mehrmaligen Durchspielen nicht zwangsläufig gleich. Biowares Spezialität ist es nämlich den Spieler vor allerlei Entscheidungen zu stellen, die den Spielverlauf mal mehr, mal weniger, beeinflussen. Im Laufe der Zeit schließen sich dem Spieler immer mehr Gefährten, mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Wesenszügen, an, aus denen man drei auswählen kann, die den Held beim Kampf gegen die Verderbnis unterstützen. Dabei beeinflussen unsere getroffenen Entscheidungen maßgeblich, wie die Gefährten zu uns stehen. Jeder von ihnen besitzt eine Vetrauensleiste, die wiederspiegelt, in wie weit er oder sie mit unseren Entscheidungen einverstanden ist. Das geht sogar so weit, dass ein Gruppenmitglied uns verlässt, sollte sein Vertrauen in uns verschwunden sein. Auf der anderen Seite ist es möglich, dass ein Gefährte sich so sehr zum Hauptcharakter hingezogen fühlt, dass eine Liebesbeziehung mit diesem möglich ist.

Das Kampfsystems bei Dragon Age ist ausgesprochen abwechslungsreich und taktisch. Einerseits hat man die Möglichkeit einen Charakter selbst zu steuern und die restlichen 3 anhand von vorgegebenen oder benutzerdefinierten Taktiken agieren zu lassen. Andererseits ist es möglich den Kampf mittels Leertaste zu pausieren und jedem Helden die Befehle einzeln zu erteilen. Aufgrund der recht anspruchsvollen Kämpfe ist eine Kombination aus beidem am erfolgversprechendsten. Außerdem stehen einem die Möglichkeiten offen, die Feinde mit selbstgebauten Fallen oder hergestellten Säuren zu schädigen. Ein klassisches Crafting System, bei dem man sich Waffen oder Rüstungen herstellen kann, gibt es dabei aber nicht. Es beschränkt sich lediglich auf das Brauen von Giften, das Herstellen von Fallen, Verbänden und Tränken. Mit Awakening wurde noch die Möglichkeit der Runenherstellung eingeführt.

Dragon Age: Origins – Awakening

Awakening beginnt nach den Ereignissen von Origins. Der Erzdämon ist gefallen aber die dunkle Brut zieht sich nicht wie erwartet zurück sondern zerfällt in verschiedene Gruppierungen und bekämpft sich nun auch untereinander. Der Spieler ist nun der neue Kommandant der Grauen Wächter und soll von Vigils Wacht aus, das einst dem Verräter Earl Howe gehörte und nun als neuer Stützpunkt dienen soll, den Orden wieder aufbauen und den Geheimnissen der dunklen Brut auf den Grund gehen. Es bietet sich hierbei die Möglichkeit einen bereits vorhandenen Helden aus Origins zu importieren oder einen komplett neuen zu erstellen. Dieser beginnt dann mit der Stufe 18. Sollte der importierte Held die Stufe 18 noch nicht erreicht haben wird er ebenfalls auf diese angehoben. Unterstützt wird er dabei von 5 neuen potentiellen Gruppenmitglieder und einem alten Bekannten aus Dragon Age: Origins. Es gibt für jede der 3 Klasse 2 neue Spezialisierungen, sowie einige mächtige neue Fähigkeiten und haufenweise verbesserte Gegenstände zu ergattern. Die Geschichte rund um den Architekten und die dunkle Brut ist originell gestaltet und mit einigen Überraschungen versehen. Generell ist alles etwas düsterer gehalten und zum Teil actionlastiger als es in Origins war. Allerdings ist Awakening auch eine gehörige Portion leichter als das Hauptspiel, was ich persönlich etwas schade finde. Aber im Großen und Ganzen ist es ein sehr gelungenes Addon, das einem die Wartezeit auf Dragon Age 2 doch etwas verkürzt.

In Stein gefangen:

Dieser DLC führt in das abgelegene Dorf Honnleath, in dem anfangs nur die dunkle Brut, aber kein Dorfbewohner zu finden ist. Es beginnt damit, dass wir einen Golemkontrollstab von einem Reisenden geschenkt bekommen, als wir ihm helfen wollen. Er behauptet dieser Stab bringe nur Unglück, ist allerdings ebenso ein mächtiges Werkzeug, das seinem Besitzer die Macht gibt, die Kontrolle über einen Golem zu erlangen. Dieser Golem ist, wie wir erfahren, die Statue auf dem Marktplatz des Dorfes Honnleath. Doch nachdem wir den Ort von der dunklen Brut gesäubert haben und den Stab benutzen passiert nicht. Also betreiben wir Ursachenforschung und stoßen dabei auf ein Geheimnis, das schon seit Jahren ungelöst in dem Dorf ist. Nach Abschluss der Mission hat man die Möglichkeit den Golem als Gruppenmitglied zu gewinnen und erhält damit einen mächtigen Verbündeten.

Wächter-Festung:

Die grauen Wächter wurden vor 200 Jahren in einem Sturm aus Blut und Verrat aus Ferelden vertrieben. Zurück blieb ihre Festung auf dem abgelegenen Soldatengipfel, die inzwischen überwuchert und angeblich verflucht ist. Nun bietet sich die Möglichkeit dieses verloren geglaubte Kapitel der Geschichte der grauen Wächter zu ergründen, das Geheimnis um die Geschehnisse zu lüften und die Festung für den Orden zurückzuerobern. Nach der Installation des DLCs findet man einen Mann namens Levy Dryden in seinem Gruppenlager, der behauptet, dass Duncan ihm helfen wollte die alte Festung wieder einzunehmen. Da unser ehemaliger Mentor in der Schlacht bei Ostagar gefallen ist, nehmen wir seinen Platz ein und machen uns auf Richtung Soldatengipfel. Die Geschichte ist gewohnt spannend erzählt und bietet die eine oder andere Überraschung. An einigen Stellen der Festung erhält man durch Visionen einen Einblick in die damaligen Ereignisse. Neben dem offensichtlichen Gewinn an Erfahrung für unsere Gruppe, gibt es noch einige gute Gegenstände und 2 neue Fähigkeiten abzustauben, die einem das Leben in Ferelden etwas leichter machen.

Rückkehr nach Ostagar:

Die große Schlacht bei Ostagar weckt viele Erinnerungen bei den verbliebenen grauen Wächtern. Sie zerstörte den Orden und forderte den Tod vieler großer Männer und Frauen. Der Spieler erhält noch einmal die Möglichkeit dorthin zurückzukehren und sich an der dunklen Brut zu rächen. Es beginnt alles in Bann Lorens Ländereien an der nordöstlichen Grenze des Bannorn, wo wir auf einen Überlebenden der Schlacht treffen. Dieser bittet uns darum die Waffen und Rüstung des gefallenen Königs wiederzubeschaffen. Er hatte kurz vor der Schlacht den Schlüssle zu der Truhe des Königs bekommen, diesen allerdings in weiser Voraussicht im Lager versteckt. Natürlich können diese Schätze nicht der dunklen Brut überlassen werden und so ist es an uns die Waffen und Rüstungen zu bergen. Dieser und auch alle anderen DLCs sind eigentlich viel zu kurz. Qualitativ, genau wie der Rest des Spiels, allerdings absolute Spitze. Ich fand die Möglichkeit super, noch einmal nach Ostagar zurückzukehren und der verbliebenen dunklen Brut einzuheizen. Dabei bekommt man wieder jede Menge Gegenstände, die wesentlich besser sind als die, die man in der Hauptkampagne zu Beginn bekommt. Somit bietet es sich gerade als Anfänger an, die Rückkehr nach Ostagar, die Wächter-Festung und in Stein gefangen relativ früh zu erledigen, da man sich auf diese Weise den Rest von DA: Origins erheblich erleichtern kann.

Die Chroniken der dunklen Brut:

Die Stadt Denerim, das Juwel Fereldens rüstet sich für den Krieg. Als Hurlock-Vorhut hat man die macht, andere der dunklen Brut, z.B. Genlocks, Kreischer oder Oger, zu seinen Knechten zu machen und sie in die Schlacht zu führen. So gerüstet kämpft man sich durch die verschiedenen Stadtteile Denerims, um dann am Ende an der Seite des Erzdämons gegen die verbliebenen Helden zu kämpfen. Verbliebene Helden deshalb, da man einige der Gruppenmitglieder aus dem Hauptspiel schon auf seinem Weg durch die Stadt erledigt und das, zu meinem Bedauern, recht unspektakulär. Sehr ärgerlich ist, dass man hier gar nichts von der sonst so hervorragenden Inszenierung merkt, denn die liebgewonnenen Helden fallen fast schon nebenbei. Ein rühmlicherer Tod oder eine kleine Zwischensequenz hätten sie auf alle Fälle verdient gehabt. Ansonsten ist „die Chroniken der dunklen Brut“ ein unterhaltsamer Zeitvertreib, wenn auch wieder recht kurz. Allerdings ist es meiner Meinung nach der am wenigsten lohnendste Teil der Erweiterung  und nur für die Spieler interessant, die unbedingt einmal auf Seiten der dunklen Brut kämpfen wollen.

Die folgenden drei DLCs sind vom Hauptspiel getrennt, das bedeutet es gibt nicht irgendwo einen NPC, der einem die Quest dafür gibt, sondern man startet sie vom Hauptmenü ausgehend. Bei „Hexenjagd“ und „die Golems von Amgarrak“ hat man außerdem die Möglichkeit einen bereits vorhandenen Charakter zu importieren, oder sich einen völlig neuen hochstufigen Helden zu erstellen.

Hexenjagd:

„Macht euch niemals auf die Suche nach mir“, mit diesen Worten verschwand Morrigan in den Schatten und sowohl ihre Pläne, als auch ihr Aufenthaltsort blieben ein Geheimnis….bis jetzt. Nun erreicht die Wächter die Nachricht, dass sie in der südlichen Wildnis unterwegs ist. Selbstverständlich geht ihr persönlich dieser Sache nach. Zu Beginn habt ihr nur euren Hund an eurer Seite, im Verlauf der Geschichte gesellen sich noch die Elfin Ariane und der Magier Finn dazu. Ihr nehmt Morrigans Spur bei Flemeths Hütte auf. Diese führt euch zum Tempel der Magie und anschließend einer alten Elfenruine, bis es zum Finale an einem weiteren bekannten Schauplatz kommt. Wie auch bei allen anderen DLCs wird man wieder erstklassig unterhalten und es werden wieder Geheimnisse offenbart, die man allein mit dem hauptspiel nicht erfahren hätte. Allerdings muss man sagen, dass nach der Hexenjagd mehr Fragen offen sind als vorher. Es ist sicherlich eine nette Ergänzung zu Origins, aber ein paar Enthüllungen mehr hätten hier sehr gut getan. Schließlich wurde im Vorfeld angekündigt, dass Morrigans Schicksal enthüllt wird, gemerkt hat man davon aber nicht viel.

Golems von Amgarrak:

Tausende Jahre waren die verlorenen Thaigs der Zwerge vergessen, doch nun sind sie wieder erreichbar. Einer von ihnen ist Amgarrak, in dem einst einige Gelehrte versucht hatten, Caridins Kunst der Golemerschaffung wiederaufleben zu lassen. Nun ist eine zu den Ruinen entsandte Expedition verschwunden und man hat die Aufgabe herauszufinden, was geschehen ist. Alles beginnt damit, dass man einen Brief von Jerrik Dace, einem Zwerg aus Orzammar, bekommt, dessen Bruder bei der verschollenen Expedition dabei war. Also machen wir uns mit ihm und seinem Bronto, namens Snug, auf den Weg um seinen Bruder und den Rest der Expedition zu finden. Der Schwierigkeitsgrad zieht hier im Vergleich zu anderen DLCs deutlich an. Das ist auf der einen Seite eine feine Sache, denn es wird schließlich seitens Bioware als eine Herausforderung für erfahrene Spieler angepriesen. Auf der anderen Seite jedoch, ist es ärgerlich, dass der erhöhte Schwierigkeitsgrad nicht an den besonders taktischen Kämpfen liegt, sondern an der teilweise problematischen Gruppenzusammenstellung. Spielt man nämlich einen Nahkämpfer hat man es ungleich schwerer mit den Gegnern fertig zu werden, als mit einem Magier als Hauptcharakter. Hier wäre es schön gewesen, seine Gefährten aus Origins ebenfalls importieren zu können. Nichtsdestotrotz ist „die Golems von Amgarrak“, wie gewohnt, erstklassig. Die Atmosphäre ist düster gehalten und die Geschichte ist dementsprechend spannend erzählt.

Lelianas Lied:

Jahre vor der Bedrohung durch die Verderbnis, ist Leliana eine junge Bardin, deren Hingabe eher der Leidenschaft als dem Gesang des Lichts gilt. Ihre Mentorin Marjolaine will das orlaisianische Spiel der Intrigen nach Ferelden bringen und Leliana ist begierig darauf ihr zu gefallen. Es entwickelt sich eine Geschichte voller Verrat und Tod um die junge Bardin, die Aufschluss darüber gibt, wie es dazu kam, dass sie schließlich der Kirche beigetreten ist. Anders als bei „Hexenjagd“ und „die Golems von Amgarrak“ kann man aber keinen neuen Charakter erstellen oder einen vorhandenen importieren, sondern man schlüpft direkt in die Rolle von Leliana, die als Mitglied einer kriminellen Organisation nach Ferelden kommt. Begleitet wird sie dabei von 2 guten Freunden, einem Zwergenkrieger und einem Elfenmagier. Die ersten Aufträge führen nach Denerim, wo sie im Auftrag ihrer Mentorin Unruhe stiften soll, um vom eigentlichen Coup abzulenken. Die Inszenierung ist dabei wieder auf allerhöchstem Niveau, die düstere Geschichte wird durch die, im Vergleich zu anderen DLCs, häufigen Videosequenzen spannend vermittelt und die Charaktere ergänzen sich gut. Alles in Allem kann man sagen, dass Lelianas Lied der wohl unterhaltsamste Teil der DLCs ist und das, obwohl ich mehr Erwartungen in „Hexenjagd“ gesteckt hatte, da ich mehr Interesse daran hatte, zu erfahren, wie es mit Morrigan weitergeht.

Fazit:

Die Dragon Age: Origins – Ultimate Edition lohnt sich für alle, die mal wieder ein episches Abenteuer in einem Rollenspiel erleben wollen. Tolle Charaktere, eine spannende Geschichte und ein taktisch anspruchsvolles und abwechslungsreiches Kampfsystem. Das sind die Zutaten in Biowares Erfolgsrezept. Das Preis/Leistungs-Verhältnis ist für die Qualität und vor allem den Umfang mehr als gut. Selbst wenn ihr Origins schon besitzt, kann es sich lohnen die Ultimate Edition zu erwerben, da durch den Einzelkauf der Erweiterungen wahrscheinlich höhere Kosten entstehen. Auch wenn die DLCs alle sehr kurz sind und sich beim Einzelkauf, preislich gesehen, doch hart an der Obergrenze bewegen sind sie, mit Ausnahme von „die Chroniken der dunklen Brut“, allesamt zu empfehlen und stellen eine gute Ergänzung zur Hauptgeschichte dar.

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