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Kritik | Atelier Meruru – The Apprentice of Arland : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | Atelier Meruru – The Apprentice of Arland

12. Juni 2012 | 0 Kommentare
Titel:
Atelier Meruru - The Apprentice of Arland
Redaktions-Wertung:
Publisher:
NIS America
Plattform:
PS3
LeserInnen-Wertung:
Release:
25. Mai 2012
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Genre:
USK:
6

Süß, süßer, Atelier! Die ersten beiden Errungenschaften der Atelier-Reihe, Atelier Rorona und Atelier Totori haben uns bereits in eine knuddelige, quitschige und alberne Welt entführt. Mit dem 3. und letzten Teil der Trilogie, Atelier Meruru, kommt noch eine Schippe Zuckerguss – gesponsort von NIS America – oben drauf.

Alles muss ein Ende haben

Was haben wir gelacht, geschmunzelt und waren einfach nur verzückt? Die Alchemisten Rorona und Totori haben uns schon die ein oder andere Stunde versüßt und nun kommt die dritte im Bunde dazu: Prinzessin Merurulince – kurz Meruru. Doch bevor man sich an die neueste und letzte Story der Trilogie begibt, darf gerne noch einmal ein Blick in die Historie geworfen werden. Diese ist nämlich sehr schön märchenhaft in Szene gesetzt. Und für Atelier-Einsteiger natürlich genau das Richtige als erster Schnupperkurs. Kurzum haben alle drei Mädels eines gemeinsam: sie wollen große Alchemisten werden und gehen dementsprechend in die Lehre. Rorona wollte den „Workshop“, also den Alchemiebetrieb, retten, der bei nicht ausreichender Produktivität geschlossen werden soll. Totoris Ziel ist da schon etwas höher gesteckt, nämlich eine Abenteurerin werden und ihre verschollene Mutter wiederfinden. Die Alchemie ist sozusagen mehr Mittel zum Zweck, aber trotzdem eine Leidenschaft.

Meruru hingegen muss sich mit ganz anderen Problemen abkämpfen – den Pflichten des Königshauses. Als verwöhntes Prinzesschen hat Meruru schon viele fixe Ideen gehabt, doch durch die Bekanntschaft mit Totori entbrennt eine wahre Leidenschaft in ihr. Ihr Vater Lord Dessier ist von dem neuesten Hirngespinst seines Sprösslings aber zunächst gar nicht angetan. Erst Rufus, sein engster Vertrauter und Verwalter des Königreichs, kann ihn umstimmen und Meruru ein Ultimatum unterbreiten: bis zu Ihrem Geburtstag in 3 Jahren soll sie mit Hilfe von Alchemie das Königreich weiterentwickeln. Wenn sie das schafft, darf sie fröhlich weiter synthetisieren. Andernfalls muss sie der Alchemie abschwören und sich einzig ihren Pflichten als Königstochter widmen.

A land far far away

Einen großen Dank an die Entwickler, dass wir kein drittes Mal die bekannten Schauplätze in Arland erforschen müssen. Stattdessen steht uns ein ganz neues Gebiet namens Arls zur Verfügung. Wie bisher laufen uns aber auch hier die üblichen Verdächten Puni-Monster über den Weg und das Konzept als solches ist auch gleich geblieben: die Welt erkunden, Monster besiegen und Materialien sammeln. Trotzdem muss man sagen, dass in Atelier Meruru die Kür vollbracht wird. Von Rufus bekommt die Prinzessin konkrete Aufträge, um das Königreich weiter auszubauen. Diese sind ganz konkret herunter gebrochen und beziehen sich auf bestimmte Gegenstände, die irgendwo hingebracht oder Gebiete, die von Gegnern gesäubert werden sollen. Teilweise bezieht sich das auch auf Bossgegner. Der Bezug zur Landentwicklung ist dann ausgesprochen realistisch gestaltet. Beispielweise benötigen Arbeiter Proviant, um weitermachen zu können oder Werkzeug zum Brückenbau. Außerdem ist es nur logisch, dass eine zivilisierte und friedliche Bevölkerung keine Wege begehen kann, die voller Monster sind.

Für jede bewältigte Aufgabe, gibt es wie bisher Punkte, die dann den Rang von Meruru steigern und eine gehörige Anzahl Neuansiedler mit sich bringt. Doch auch eine Prinzessin muss noch viel lernen und so bestehen einige Aufgaben auch daraus z.B. oft genug Bomben zu zünden oder Rüstung herzustellen. Ein besonders positiver Effekt der Entwicklungspunkte ist, dass diese eingelöst werden, um neue Bauwerke hochzuziehen, die dann einen größeren Shop bewirken, Geld einbringen und anderes. Bei der ganzen Expansion darf aber eines nicht vergessen werden: Meruru agiert nebenher auch als Abenteurer, um die Unkosten zu decken. Je mehr Aufträge erledigt werden, umso höher steigt die Popularität und umso mehr Landentwicklungsmaßnahmen werden freigeschaltet. Wenn Meruru aber durch Studien und Reisen lange nichts mehr von sich sehen lässt, nimmt die Beliebtheit wieder rapide ab. Dieses stetige Zusammenspiel bringt dem Game eine ganz neue Facette ein, die in den bisherigen Teilen schmerzlich vermisst wurde. Trotz der Änderungen hält NIS America aber nach wie vor am strengen Zeitplan fest und besonders im ersten Jahr sieht die festgelegte Bevölkerungshürde nahezu unerreichbar aus. Knackt der Spieler die Grenze aber bereits vor Ablauf der 3 Jahre, geht die Entwicklung von Arls bis zur Vollendung weiter.

 

 

Böses kleines blaues Puni

Tja ein weiteres Mal geht ein total hilfloser Alchemielehrling in die Welt hinaus, bepackt mit einer Healing Salve und Bomben. Ihre Helfer in der Schlacht bezieht Meruru aber – wie könnte es anders sein – aus dem Bedienstetenstamm. Da wären zum einen ihre beste Freundin und Gouvernante Keina und zum anderen Lias, den Bruder von Rufus und Torwächter im Dienst. Unser kleines Prinzesschen ist zunächst völlig hilflos und muss stets auf die synthetisierten Bomben zurückgreifen, um überhaupt wertvoll für die Gruppe zu sein – das ändert sich mit höherem Level aber zum Glück. Das Kampfsystem wurde so umgestrickt, dass der Einsatz von Bomben eine höhere Effektivität aufweist, da bis zu 3 weitere Kombos ausgelöst werden. Dass die Gefährten todesmutig Attacken der Gegner von Meruru fernhalten, ist ja bereits ein alter Hut. Auch die Reihenfolge der agierenden Kampfmitglieder gab es bereits –  jetzt in noch größerer und übersichtlicher Form. Zusätzlich zu den üblichen Skills kommen besondere Spezialattacken, die erst in brenzligen Situationen anwählbar sind. Ein nettes Gimmick ist auch die Abwehrfunktion – mit der Reihenfolgenanzeige kann bestimmt werden, wie lange die Abwehrhaltung beibehalten werden soll. Naja und wenn man erst einmal ein übermächtiger Kaninchentöter ist, muss sich der Spieler auch nicht mehr mit Minikämpfen abgeben. Ein Schlag mit dem Stock und Monster mit kleinem Level sind direkt besiegt. Etwas unnötig ist allerdings das LP-System, wobei mit jeder Kampfaktion Points verbraucht werden. Fallen die LP unter einen bestimmten Wert, sacken die Statuswerte der Charakter in den Keller und zwar so lange, bis die LP aufgefüllt werden. Besonders am Spielanfang kann man nicht einmal einen Kampf bestreiten, ohne in die rote Zone zu rutschen und auch später wird wertvoller Rucksackplatz für Heilitems verbraucht.

Alte Bekannte neu entdecken

Dass alte Bekannte wieder auftauchen, hatten wir in Atelier Totori bereits, wo ihr Meister Rorona uns die Ehre gab. In Atelier Meruru ist das nicht anders, sondern noch exzessiver. Ständig kommen alte Freunde aus Arland rüber nach Arls, um bei der Weiterentwicklung zu helfen. Darunter sind auch die Freunde von Totori – alle sichtbar gealtert und auch im Charakter sind Änderungen zu erkennen. Die unendlich vielen Zwischensequenzen und Gespräche machen es nicht schwer, jeder einzelne Figur bis ins tiefste Innere zu blicken. Bei den Sequenzen ist wie bisher der Spaß im Vordergrund. Trotzdem ist es manchmal lästig, wenn man eine ausführliche Stadtvisite machen möchte inkl. allerlei Besorgungen und erst einmal 10 Unterhaltungen über sich ergehen lassen muss. Dieser Umstand trübt die Stimmung um die an sich tollen Ereignisse etwas. Im dritten Game der Reihe lassen sich auch direkte Auswirkungen der Handlung auf die Sequenzen erkennen – ein vernachlässigter Freund  möchte dann auch mal wieder mitgenommen werden. Bei all der Wiedersehensfreude gehen neue Charaktere aber auch leider ziemlich unter und tragen nur selten Hauptrollen. Trotz alledem könnt ihr euch ganz besonders auf ein Treffen mit der ersten Alchemistin Astrid freuen und auf ein Wiedersehen mit Rorona als kleines Mädchen. Wie das kommt? Findest es selbst heraus!

Kleine Helfer – große Wirkung

Über die Synthese als solche möchte ich mich an dieser Stelle nicht weiter auslassen, sondern verweise freundlichst auf die Review zu Atelier Totori. Kurz gesagt, werden verschiedene Zutaten zusammengeführt und voila ein super tolles Item entsteht. Bei Atelier Meruru gibt es sogar ganz spezielle, die den Spielealltag um Längen einfacher machen. Sie lassen weniger Tage beim Herumlaufen vergehen, erweitern die Tragfähigkeit und erzeugen eine interaktive Verbindung zum Workshopcontainer. Das ewige hin- und herlaufen beim Zutatensammeln erübrigt sich – dummerweise aber erst sehr spät im Spiel.

Weitaus früher taucht Unterstützung in Form von Homs auf. Die großen Geschwister der kleinen Chims aus Atelier Totori helfen wo sie können, sei es beim Synthetisieren oder Itemsammeln. Im Gegensatz zu den Chims verlangen Sie auch überhaupt nichts für ihre Dienste und sind entsprechend in Gold nicht aufzuwiegen. Besonders die Synthese ist wertvoll, da die notwendigen Zutaten nicht verbraucht werden. Beim Sammeln oder “Gathering” fehlt definitiv die Auswahlmöglichkeit spezieller Zutaten. Wenn man Pech hat, schickt man dem  Hom los, um Holz zu besorgen und er bringt alles andere aus dem Areal mit – außer Holz.

Eingängige Hymnen bei klarem Mangadesign

Viel muss zum Design und der Hintergrundmusik nicht gesagt werden, da sich kaum etwas zum Vorgänger geändert hat. Es bimmeln nach wie vor irrwitzige und eingängige Klänge im Hintergrund während wichtige Sequenzen englisch vertont werden. Die Textsprache kann ebenfalls wie zuvor nur in Englisch oder Japanisch gewählt werden – eine einfache Wahl, zumindest für mich. Mit dem Schulenglisch kommt man auf jeden Fall ausreichend hinterher und die Texte bleiben so lange stehen, bis man per Tastendruck für den nächsten Spracherguss gewappnet ist. Das hat Atelier Meruru wie auch die Vorgänger vielen anderen vertonten Spielen voraus. Der Look strahlt auch wieder im Cel-Shading-Grafikstil –ein Augenschmaus.

Fazit

Es ist zwar das Ende einer wundervollen und bildstarken Reihe aber als Entschädigung hat NIS America uns ein Highlight der Sonderklasse präsentiert. Dass innerhalb so kurzer Zeit ein so großer Sprung gemacht werden konnte, ist erstaunlich. Obwohl auch die Vorgänger von Atelier Meruru schon brilliert haben, wurde das Bild durch wenige mittelschwere Mängel geschmälert – diese sind fast vollständig beseitigt. Übrig bleibt ein niedlicher Spielspaß mit schönen Erinnerungen an vergangene Spieltage – ein Muss für jeden Fan und eine Empfehlung für alle anderen.

 

 

 

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