Kritik | Split/Second Velocity

5. Juni 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Split/Second Velocity
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Disney Interactive
Plattform:
XBox360, PS3, PC
LeserInnen-Wertung:
Release:
20.05.2010
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Genre:
USK:
keine Angaben

Split/Second, das große TV-Ereignis des 21. Jahrhunderts, zumindest in der virtuellen Welt des neuen Action-Racers. Waghalsige Ausweichmanöver, extreme Explosionen und sogar Flugzeugabstürze müssen die Fahrer auf ihrer Rennstrecke in Kauf nehmen um Sieger dieser halsbrecherischen Rennen zu werden. Hält Split/Second: Velocity was es verspricht? Gibt es Spielspaß den wir vorher noch nie erlebt haben? Nicht nur ich bin gespannt was das neue Spiel von Disney so zu bieten hat.

Verrückte Ideen

Die Blackrock Studios und Disney haben schon im Jahr 2008 mit der ATV-Raserei „Pure“ gezeigt, dass sie spaßige Fun- und Actionraser mit verrückten Aktionen und Kursen entwickeln können. Nun kommt Split/Second Velocity mit Vollgas daher und trägt deutlich die Aufforderung mit: „No Risk No Fun!“. Das Spiel findet auf fiktiven Rennstrecken statt, die extra nur für diese besonderen Rennen ausgestattet wurden. Der Hintergrund dieser Veranstaltung ist eine TV-Show. Sie soll den Zuschauern der Zukunft spektakuläre Rennen mit viel Zerstörungswut präsentieren. Sprengsätze an der Rennstrecke und andere abgedrehte Vorbereitungen werden die Rennen heiß laufen lassen. Los geht es mit einem Test den ihr absolvieren müsst. Dieser Test ist aber vielmehr ein Tutorial, bei dem euch alles gezeigt wird, was ihr für die Rennen wissen müsst. Habt ihr den Test bestanden, könnt ihr bei der neuen Staffel antreten. Diese besteht aus insgesamt 12 Folgen mit je ca. 6 Events.

Es gibt verschiedene Rennvarianten, die sehr abwechslungsreich sind. Zum einen gibt es die normalen Platzierungsrennen, bei denen man per Knopfdruck Sprengsätze oder plötzliche Hindernisse auf die Gegner loslassen kann. Dann gibt es noch Rennen, die man alleine bestehen muss. Dazu gehört zum Beispiel, dass euch ein Kampfhubschrauber attackiert und ihr bei Vollgas möglichst vielen Raketen ausweichen müsst. Bei einer anderen Herausforderung werden explodierende Fässer von einem fahrenden Truck abgeworfen, denen wieder ausgewichen werden muss. Dabei fällt aber ein erster Schwachpunkt des Spiels auf, denn manchmal wirkt es noch nicht so ganz durchdacht bzw. fertig entwickelt. Die Fässer explodieren sofort bei Berührung, berührt oder rammt ihr jedoch den 8 Tonnen-LKW bei gefühlten 300 km/h passiert überhaupt nichts und ihr könnt ohne Behinderung weiterfahren. Das lässt die Action oft lächerlich aussehen.

Schwachpunkte

Da wir gerade bei den Schwachpunkten sind, insgesamt fühlt sich die Arcade-Raserei super an, doch irgendwie fehlen unterschiedliche Interaktionsmöglichkeiten. Dem Spieler bleiben im Grunde nämlich nur die Möglichkeit das Auto zu steuern oder einen der beiden Angriffs-/Actionsequenzen zu aktivieren. Dabei passiert entweder ein kleines oder ein großes Feuerwerk. Das Rammen der Gegner bringt nichts und löst keine Crashes aus, außerdem gibt es auch keinen Boost oder Ähnliches. Verglichen mit anderen Action-Rennspielen fühlt man sich zu stark in der Interaktion begrenzt. Split/Second Velocity ist auch das erste Rennspiel ohne eindeutiges Rennstart-Signal, nach einem kurzen Blick aufs Auto geht’s direkt los.

Zum Gameplay: Die Action-Leiste ist in drei Abschnitte unterteilt und kann mit Drifts und Drafts (Windschatten) aufgeladen werden. Ist der dritte Abschnitt auch voll können die großen Feuerwerke losgelassen werden. Dazu zählen auch komplette Streckenänderungen, die im Verlauf des Rennens auch so bleiben und sich fast immer durch riesige Explosionen und flächendeckende Zerstörung in Szene setzen. Das gab es bisher in diesem Genre noch nie und ist ein großer Pluspunkt des neuen Disney-Racers. Mit der übrigen Actionleiste können Hindernisse und kleinere Explosionen ausgelöst werden, wo oft auch mal ein zerstörter Bus auf die Rennstrecke fliegt. Hier heißt es: Reaktion! Ansonsten: Crash! Diese Action ist zweifelsohne ein riesiger Spaßfaktor und motiviert die Actionleise ständig neu zu füllen. Der Schwierigkeitsgrad ist nicht unbedingt leicht. Die Rennen sind fordernd und angreifende Helikopter machen einem das Leben nicht leicht. Dennoch steigert dieser Schwierigkeitsgrad die Spannung im Guten und nervt nur selten. Wer allerdings immer Erster werden will muss ordentlich kämpfen. Durch gute Platzierungen verdient ihr Credits, die nach und nach neue Wagen freischalten. Natürlich bietet Split/Second euch auch die Möglichkeit euer Können online gegen menschliche Fahrer unter Beweis zu stellen. Es stehen allerdings nur drei der sechs Varianten an Rennen zur Verfügung.

Explosive Pracht

Bemerkenswert ist die grafische Umsetzung, angefangen bei den sehr realistischen Lichtstrahlen der Sonne die durch die Wolkenkratzerschluchten scheinen bis hin zu den überdimensionalen Explosionen, die ganze Häuserblocks in die Luft gehen lassen. Dabei läuft alles in stabiler Framerate und genialem Geschwindigkeitsgefühl ab. Überreste und Dreck von Explosionen, die das Feuer fasst aus dem Bildschirm kommen lassen bleiben an der Kamera hängen und erwecken das Gefühl mittendrin zu sein. Adrenalin strömt durch die Adern während man mit Vollgas an einem herabstürzenden riesigen Betonteil vorbeischießt und am Horizont schon ein abstürzendes Flugzeug auf sich zufliegen sieht. Der tolle Sound unterstützt dieses Gefühl, denn die Motoren hören sich kernig und echt an, die Explosionen knallig und direkt und die Musik filmreif. Insgesamt erinnert die Kulisse und die Action an einen genialen Hollywood-Blockbuster. Das ist Split/Second Velocity.

Fazit

Endlich mal wieder ein Knüller im Genre Action-Racer. Mit Burnout sollte man Split/Second Velocity nicht vergleichen, weil es etwas komplett anderes ist. Es ist etwas neues das es bisher noch nicht gab, denn bei welchem Rennspiel stürzen Fernseh- oder Radartürme mit 70 Metern Höhe auf die Rennstrecke? Wo explodiert eine Hängebrücke während man mit Tempo 300 über sie hinwegbraust? Nur bei Split/Second. Die tolle Grafik und der geniale Sound unterstützen diese halsbrecherische Action und lässt über die selten unfertig wirkenden Abschnitte des Spiels hinwegsehen. Insgesamt kann ich Action-Rennspiel-Fans diesen Titel also empfehlen. Ich gebe den Tipp mindestens fünf bis sechs Rennen zu fahren um sich ein Urteil zu bilden, denn spätestens dann packt euch die rasante Hollywood-Action-Atmosphäre.

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