Kritik | The Kore Gang – Invasion der Inner-Irdischen

24. August 2010 | 0 Kommentare
Titel:
The Kore Gang - Invasion der Inner-Irdischen
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Pixonauts, Games Foundation
Plattform:
Wii
LeserInnen-Wertung:
Release:
9. August 2010
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Genre:
USK:
keine Angaben

Für die alte Xbox angekündigt, fast in Vergessenheit geraten und letztendlich für Nintendos Wii erschienen. Das ist die Geschichte von „The Kore Gang“ in Kurzform. Das in deutsch-schwedischer Zusammenarbeit entstandene Jump’N'Run ist schon länger für seine verrückte Story und die merkwürdigen Charaktere bekannt, doch ob der Titel auch spielerisch ausgereift ist, hat sich erst jetzt gezeigt. Gerade in einem Genre, das von einem dicken Klempner perfektioniert wurde, ist es nicht sehr leicht, ganz oben mitzuspielen.

Das ausgefallene Design ist wie erwartet eines der Highlights des Spiels. Es fängt schon bei der Story an, die verrückter kaum sein könnte. Eine Invasion der Erde ist im Gange, doch diesmal sind nicht die Außerirdischen schuld, sondern die (Trommelwirbel) Inner-Irdischen! Eine Invasion aus dem Mittelpunkt der Erde, angeführt von den drei Krank-Brüdern, die den Wissenschaftler Dr. Samuelsen entführt haben, um von ihm den Weg an die Erdoberfläche zu erfahren. Zufällig gerät auch die Extrem-Bergsteigerin Pixie in das Reich der Krank-Brüder, wo sie einen Spezial-Anzug von Dr. Samuelsen findet, der ihr besondere Fähigkeiten verleiht. Kurz darauf begegnet sie Madboy, der in der unterirdischen Welt seinen Hund Rex sucht und ohne zu zögern mit in den Anzug schlüpft. Nach einiger Zeit finden sie Rex, und somit die dritte spielbare Figur. Zu dritt machen sie sich auf die Suche nach Dr. Samuelsen und den Weg nach draußen.

Die Spielwelt ist designtechnisch sehr gelungen, was vorallem an ihrer Einzigartigkeit liegt. Irgendwie ergibt in “The Kore Gang” nichts einen Sinn, und alles wirkt so unwirklich, dass es doch wieder Sinn ergibt. Schwer zu beschreiben, aber kugelrunde Gegner mit dünnen Ast-Ärmchen, grüne Gnome mit Spritzen als Finger und einem Reißverschluss am Kopf und große goldene Blechaffen gefallen mir. Genauso gut finde ich den Humor, der mit seinem herrlichen Nonsense genau meinen Nerv trifft. Die Levelarchitektur hingegen weißt diverse Schwächen auf, manche Gänge sind merkwürdig eng und die ein oder andere Sprungpassage wirkt irgendwie deplatziert. Hier hat das Spiel wohl darunter zu leiden, dass es über die Jahre Stück für Stück zusammengeschustert wurde und nicht perfekt aus einem Guss besteht. Dennoch hab ich nichts davon als wirklich störend erfunden, sodass es das Gesamtbild kaum beeinflusst.

Wirklich beeinflusst wird das Gesamtbild von etwas ganz Anderem: Der Kamera. Sie ist der größte Kritikpunkt und verantwortlich für reges Kopfschütteln und unnötige Frustmomente an eigentlich völlig einfachen Stellen. Zwar kann man sie manuell justieren, doch das hilft so gut wie gar nicht. Andauernd müsste man irgendwo nach oben schauen, um den Weg zu finden, doch die manuelle Kamera verweigert den Dienst, und automatisch tut sich erst recht nichts. Nach einigem Rumgehüpfe findet man dann letzten Endes die richtige Stelle und erreicht den benötigte Kante.

Das Gameplay ist dank der drei verschiedenen Charaktere, zwischen denen man jederzeit hin- und herwechseln kann, stets abwechslungsreich. Als Pixie ist man besonders beweglich, kann einen Doppelsprung ausführen, sich an Kanten festhalten und als schwebende Ballerina lange Abgründe überqueren. Madboy hingegen ist der Mann fürs Grobe und kann in allen Variationen schlagen, Bälle werfen und andere Gewalt ausüben. Rex wiederum ist für Spezialaufgaben zuständig. Er kann Schlösser knacken,Gespräche abhören und Spuren erschnüffeln. Die Steuerung funktioniert bei allen Protagonisten sehr gut, bis man die ersten Fähigkeiten mit der Bewegungskontrolle der Wii steuern muss. Der Wirbelangriff von Madboy funktioniert zwar nicht immer sofort, ist aber zumindest von der Bewegung her nachvollziehbar. Für das Ballerina-Schweben von Pixie hingegen haben sich die Entwickler die dümmste Bewegung ausgedacht, die ich jemals bei einem Wii-Spiel gesehen habe. Zeige mit der Wii-Fernbedienung nach oben und drehen sie, während du mit dem Nunchuk die Richtung bestimmst. Bisher habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, auf diese Art und Weise zuverlässig an mein Ziel zu kommen, ohne zehnmal runterzufallen und am Ende eine völlig verkrampfte Hand zu haben.

Richtig gut gefallen haben mir die Soundtracks der Endgegner. Die Musik ist zwar auch während der normalen Levels immer gut, aber die Bosskämpfe sind von besonders eingängigen Melodien begleitet, sodass man sie am liebsten gleich mehrmals besiegen möchte. Grafisch gehört “The Kore Gang” zwar nicht zu den besten Wii-Titeln, aber auch keinesfalls zu den Schlechten. Gutes Mittelfeld eben, nichts was die Wertung in irgendeiner Weise beeinflussen würde.

Fazit: Bis jetzt klingt das Spiel nach einem gewöhnlichen Jump’N'Run mit üblichen Macken, doch das ist es mit Sicherheit nicht. Ich weiß nicht genau, wodurch es erzeugt wird, aber irgendwie vermittelt “The Kore Gang” ein gewisses Gefühl beim Spielen. Vielleicht ist es der verrückte Humor, vielleicht das Design, vielleicht einfach die gesamte Atmosphäre. Sicher ist, dass es einfach Spaß macht. Auch wenn man sich zum x-ten mal über die Kamera aufregt und bei komischen Wiimote-Bewegungen versagt, will man einfach weiterspielen. Daher gibt es eine ausdrückliche Kaufempfehlung, auch wenn unnötige Fehler noch höhere Wertungen verhindern.

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