Kritik | Sonic Classic Collection
Was? Schon wieder ein neues Sonic-Spiel? Hat der blaue Igel denn nicht schon genug gelitten? Diesmal kann Entwarnung gegeben werden. Es handelt sich bei „Sonic Classic Collection“, wie der Name schon sagt, nicht um einen komplett neuen Ableger der Reihe, sondern um ein Remake von Sonic 1, 2 & 3 und „Sonic & Knuckles“. Allesamt Klassiker, die jeder mal gespielt haben sollte. Mittlerweile hat sie wahrscheinlich auch schon jeder gespielt, da es bereits unzählige Umsetzungen für die verschiedensten Systeme gibt. Doch wer tatsächlich kein Bild vor Augen hat, wenn er von den alten Sonic-Spielen hört, bekommt jetzt die Chance, die Klassiker auf dem DS zu erleben.
Bei einem solchen Remake stellt sich immer zuerst die Frage, ob es vernünftig umgesetzt wurde. Hierbei muss man besonders auf die Grafik achten, da man das Bild des fast 20 Jahre alten Mega Drive logischerweise nicht 1:1 auf das Display des DS kopieren kann. Doch leider wurde genau das getan. Anscheinend haben sich die Entwickler nicht von der Tatsache beirren lassen, dass der DS in der Höhe weniger Bildpunkte darstellen kann, als die alte Sega-Konsole. Einfach das komplette Bild in den DS quetschen, hier und da ein bisschen zusammendrücken, fertig. Diese Formel ging natürlich nicht einwandfrei auf. Besonders auffallend sind das dadurch entstehende Flimmern einiger Objekte und das teilweise störende Ruckeln. Wenn Sonic von einem Gegner getroffen wird und all seine Ringe verliert, kann man diese gar nicht sofort wieder einsammelt, da man erst mal abwarten muss, bis der blaue Igel aufhört zu ruckeln. Doch das soll jetzt nicht so klingen, als wäre das Spiel komplett unspielbar. Die Grafik versprüht immer noch einen unglaublichen Charme, und die Spielgeschwindigkeit wirkt nach wie vor grandios. Dennoch sind derartige Umsetzungsfehler einfach unnötig und nervig
Besonders angepriesen wird die Möglichkeit, das Spiel nun endlich auch speichern zu können. Während auf dem oberen Bildschirm das Spiel zu sehen ist, kann man es auf dem unteren Bildschirm speichern und laden. Dort bekommt man außerdem kleine Hintergrundinformationen, die aber nicht der Rede wert sind. So toll es klingt, nun immer abspeichern und zu einem anderen Zeitpunkt weiterspielen zu können, so ernüchternd ist die Realität. Man kan nämlich ausschließlich die Anfänge der Levels abspeichern. Die Möglichkeit, jederzeit abzuspeichern, den DS auszuschalten und irgendwann weiterzuspielen besteht also gar nicht. Und wer denkt, dass eine Autosave-Funktion heutzutage Standard ist, irrt sich auch. Schon nach den ersten drei Levels habe ich nicht daran gedacht, manuell zu speichern und beim erneuten Anwerfen des Spiels festgestellt, dass ich alles noch mal machen muss. So gesehen ist die Speicherfunktion also ziemlich nutzlos. Noch schlimmer ist es allerdings bei Sonic 3. Hier wurde nämlich das ursprüngliche Speichersystem beibehalten, welches einem nur erlaubt, den Anfang einer Welt zu speichern. Bekommt man zwischendrin das bekannte „Game Over” zu lesen, muss man die komplette Welt erneut spielen.
Fazit: Die Spieleauswahl dieses Remakes ist großartig. Die alten Sonic-Spiele machen auch heute noch einen Heidenspaß und sind ein absolutes Muss für jeden ambitionierten Zocker. Doch so toll die Spiele sind, dieses Remake kann ich nur bedingt empfehlen. Die Entwickler scheinen sich wirklich nicht sehr viel Mühe gegeben zu haben, denn solche Grafikfehler dürften eigentlich nicht sein. Und das verkorkste Speichersystem als tolles Feature zu verkaufen, grenzt fast schon an Betrug. Ok, damals hat man das Spiel durchgespielt, ohne auch nur einmal zu speichern, doch mit der Zeit kommen auch die Ansprüche. „Sonic Classic Collection” ist ein merkwürdiges Spiel. Einerseits machen die Klassiker vom Sega Mega Drive immer noch eine Menge Spaß, aber andererseits sind die Fehler einfach zu eindeutig, als dass man das Spiel guten Gewissens empfehlen könnte. Sonic-Jünger würden diese Fehler zwar sofort als Blasphemie einstufen und kompromisslos null Sterne vergeben, doch das wäre auch irgendwie unverdient. Schließlich kann man das Spiel immer noch gut durchspielen und Spaß dabei haben. Bloß eben nicht so viel Spaß, wie eigentlich möglich gewesen wäre. Daher gebe ich 5 Sterne für ein Spiel, dass 10 Sterne verdient hat und eine Umsetzung, die nicht mehr als 0 Sterne bekommen darf.
Ach ja: Wer Genaueres über „Sonic The Hedgehog”, den ersten Teil der Reihe, erfahren möchte, sieht sich am besten unsere Video-Review an.






Da kann ich Sonic Mega Collection für PS2 und GameCube wärmstens empfehlen. Nahezu perfekte Umsetzungen der Mega Drive Klassiker, und noch einige Spiele mehr. Auf PS3 und Xbox360 sollte man zu Sonics Ultimate Mega Drive Collection greifen, da hier neben den guten alten Sonic Spielen noch einige Edelsteine zu finden sind. Im Notfall hilft immer die Wii Virtual Console oder eBay^^