Kritik | Little Big Planet
Die „Verkleinerung“ bekannter Spieletitel scheint momentan bei vielen Entwicklern sehr im Trend zu sein. Nachdem die „Assassins Creed“-Reihe bereits einen PSP-Ableger spendiert bekam, dürfen Besitzer von Sonys Handheld nun auch in die Welt von „Little Big Planet“ eintauchen. Ob das beliebte Spielprinzip auch in klein überzeugen kann, oder ob der Handheld-Ausflug des Sackboys bloß eine halbherzige Portierung geworden ist, erfahrt ihr hier.
Das Spiel beginnt mit einem teilweise real gefilmten Intro und einer Erzählstimme, die man im Spiel noch öfters hören wird. Hier kann man den Stil des Spiels schon sehr gut erkennen, alles ist bunt, verrückt und unwirklich. Unmittelbar danach betritt man zum ersten Mal ein Level, in dem man die Steuerung und andere wichtige Dinge erklärt bekommt. Und dann kann es auch schon losgehen!
Anfangs kann man bloß den Story-Modus spielen. Dieser bietet eine Vielzahl an einfallsreichen Levels, die es sich auch mehrmals zu spielen lohnt. Der größte Unterschied zu „herkömmlichen“ Jump’N'Runs besteht wohl in der großen Interaktivität mit der Umgebung. Fast jedes Level kann man nur schaffen, wenn man die Welt auf eine bestimmte Weise verändert, Gegenstände kombiniert und seine Fantasie zur Lösung eines Rätsels spielen lässt. Zudem sind sämtliche Levels mit genreuntypischen Besonderheiten gespickt. So fährt man z.B. mit einer Rikscha, während man mit einer Kanone einen immer näher kommenden Drachen abwehrt, oder fliegt mit einem angeketteten Jetpack an normalerweise unerreichbare Stellen. Darüber hinaus findet man überall Blasen, die Gegenstände und andere Extras beinhalten. Diese sind an anderer Stelle von großer Bedeutung.
Wenn man eine bestimmte Anzahl an Story-Levels geschafft hat, eröffnet sich einem ein neuer Modus, der auch gleichzeitig die größte Besonderheit an „Little Big Planet“ ist. Jetzt hat man nämlich die Möglichkeit, sich eigene Levels zu basteln und die gesammelten Gegenstände kreativ zu verbauen. Nahezu alles, was man im Story-Modus sieht, findet nach Abschluss eines Levels den Weg in das große Bastel-Repertoire, das einem bei der Erstellung eines Levels zur Verfügung steht. Hier sind die verrücktesten Kombinationen möglich, der Fantasie sind quasi keine Grenzen gesetzt. Doch nicht nur bei den Levels darf man kreativ sein. Man kann außerdem das Aussehen des Sackboys nach Belieben verändern. Hierzu findet man im Spiel ebenfalls immer mehr verwendbare Gegenstände, mit denen man seinen ganz persönlichen Sackboy erschaffen kann.
Die Steuerung geht leicht von der Hand und steht dem Spielerlebnis niemals im Weg. Die Levels sind schnell gebaut, und auch die Bewegungen des Sackboys hat man sich im Handumdrehen verinnerlicht. Das einzige Manko ist die etwas schwammige Steuerung des Sackboys, doch das fällt im Endeffekt kaum ins Gewicht. Die Grafik ist ebenfalls gut gelungen und kann, trotz der technischen Beschränkung, stilistisch mit der PS3-Version mithalten. Hinzu kommt der sehr gute Soundtrack, der die Atmosphäre mit teils gesungenen Songs (auch bekannt aus der Werbung) bestens unterstützt.
Was schon auf der PS3 möglich war, wurde auch in klein umgesetzt. In der PSP-Version von “Little Big Planet” hat man ebenfalls die Möglichkeit, anderen Spielern eigene Levels zur Verfügung zu stellen und sich gleichzeitig die Levels anderer runterzuladen. Allerdings wage ich die Prognose, dass diese Möglichkeit auf der PSP weitaus weniger genutzt werden wird, als auf der PS3. Nichtsdestotrotz ist es ein netter Zusatz, der die Spielzeit sinnvoll verlängert.
Fazit: Sony macht es vor, genau so sollte die Portierung eines „großen” Konsolenspiels auf einen Handheld aussehen! „Little Big Planet” schafft es, unterwegs den selben Charme zu versprühen, wie schon zuvor auf dem heimischen Sofa. Das Spielprinzip wurde perfekt auf Handheldgröße geschrumpft und funktioniert nach wie vor hervorragend. Allerdings war, ist und bleibt „Little Big Planet” nur ein Spiel für Zwischendurch. Doch das klingt negativer, als es eigentlich ist. Denn obwohl es nicht für mehrere Stunden am Stück an die PSP fesseln kann, ist es bei all den pompösen Actiontiteln eine willkommene Abwechslung!
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