Science Papa

17. März 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Science Papa
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Activision
Plattform:
Wii, DS
LeserInnen-Wertung:
Release:
30. Oktober 2009
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USK:
keine Angaben

Probiere bitte nichts aus diesem Spiel ohne fachmännische Aufsicht aus. So heißt es in den Ladepausen dieses Spiels, das euch in die Welt der Wissenschaft entführt. „Science Papa” bietet über 40 verschiedene Experimente aus den Bereichen Chemie, Physik, Paläontologie und Biologie, die darauf warten, von euch erforscht zu werden. Das klingt zwar nicht sehr spannend, doch man sollte ein Videospiel nicht mit dem Chemieunterricht in der Schule verwechseln. Hier darf man nicht bloß Salzsäure und Kohlendioxid herstellen, sondern muss von nützlichen Dingen (wie z.B. Seife oder Putzmittel), bis hin zu vollkommen blödsinnigen Experimenten (wie der Züchtung von „Dalmatiner-Mäusen”) alles Erdenkliche fabrizieren. Wie spaßig das nun wirklich ist, habe ich selbstverständlich herausgefunden.

Ihr seid der neue Laborassistent des renommierten Wissenschaftlers Science Papa, der vor allem durch den Gewinn des „Helix”-Preises glänzt, den auch ihr eines Tages gewinnen sollt. Eure Karriere beginnt in Science Papas Labor, wo ihr alles Nötige erklärt bekommt und auch schon mit eurem ersten Experiment beginnen dürft. Hier kommt bereits ein erster Verdacht auf, der sich im weiteren Verlauf des Spiels leider bestätigt: Das Spielprinzip ist kurz gesagt extrem langweilig. Bei jedem neuen Experiment bekommt man alle nötigen Zutaten vorgegeben und muss diese bloß noch auf unterschiedliche Weise behandeln. Und wer jetzt noch irgendetwas Spektakuläres erwartet, liegt vollkommen falsch. Der Ablauf eines Arbeitsschritts ist in den meisten Fällen alles andere als spannend. Zwei Flüssigkeiten in ein Glas schütten, den Löffel nehmen, rühren und fertig. Einen Stoff in den Ofen legen, anschalten, warten und fertig. Derartige Dinge muss man immer wieder machen, sodass niemals ein guter, spaßiger Spielfluss entsteht.

Wenn man ein Experiment in einer guten Zeit mit guter Qualität beendet, bekommt man Geld und Punkte. Das Geld kann man in neue Laborausrüstung und Experimente stecken, und die Punkte benötigt man für die Teilnahme an Wissenschaftswettbewerben. Diese Wettbewerbe sind ein wichtiger Teil des Spiels, sozusagen die „Wissenschafts-Bosskämpfe”. Man führt pro Wettkampf ein Experiment aus, das man schneller beenden muss, als der Kontrahent. Vor dem Kampf bastelt man im Labor in aller Ruhe Bomben, die man dann auf den Gegner schmeißen kann, damit dieser kurzzeitig nicht weiter experimentieren kann. Doch die Bomben sind auch schon die einzige Besonderheit des Wettkampfverlaufs, denn ansonsten ist das Experimentieren genauso langweilig wie im heimischen Labor. Das einzig Positive sind die verrückten Charaktere, gegen die man antritt. Aber auch lustige Charaktere bekommen einen faden Nachgeschmack, wenn man sich vor dem Wettkampf 3 Minuten lang ihr sinnloses und schlecht synchronisiertes Geschwafel anhören muss. Zu allem Überfluss kann man diese Sequenzen nicht überspringen und muss sie sich bei jedem Versuch erneut anschauen.

Die Präsentation ist sehr gut gelungen. Die Grafik ist nett anzuschauen und die Charaktere sind herrlich übertrieben, so trifft man z.B. auf einen funky schwarzen Professor oder eine exzentrische Botanikerin. Und auch der Sound weiß zu überzeugen. Dieser klingt nach einer Mischung von aufpoliertem Nostalgie-Pixel-Sound und elektronischen Effekten. Was auch immer es wirklich ist, es klingt gut und passt zum Spiel, und das ist immer noch das Wichtigste. Die Steuerung ist solide, aber nichts Besonderes. Manchmal reagiert sie etwas schwammig auf Bewegungen, aber insgesamt macht sie keine Probleme.

Fazit: „Science Papa” sieht lustig aus. Verrückte Ideen treffen irres Design und werden in ein Wissenschaftsspiel gesteckt. Soweit klingt das auch alles sehr gut, doch sobald man das Spielerische betrachtet, tun sich lauter Abgründe auf. Warum darf ich nicht frei herumexperimentieren? Warum muss ich mir ewig lange, uninteressante und erst recht unwichtige Dialoge anhören? Und warum wird mir jeder kleine Arbeitsschritt vorgegeben, sodass ich nicht mal selbst entscheiden darf, wie schnell ich mein Salzwasser umrühren möchte? Damit gibt sich vielleicht jemand zufrieden, der noch nie Videospiele gespielt hat, doch früher oder später langweilt solch ein Spielprinzip sogar seine eigene Zielgruppe. Alles in allem ist „Science Papa” also nicht sehr zufriedenstellend. Wer älter als sechs ist, wird voraussichtlich keinen großen Spaß an dem Spiel haben. Alle anderen müssen selbst wissen, ob solch ein Spiel ihrem Kind zusagt.

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