Kritik | Super Metroid

10. Januar 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Super Metroid
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Nintendo
Plattform:
SNES
LeserInnen-Wertung:
Release:
28. Juli 1994
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USK:
6

Entwickler Intelligent Systems bewies schon früh sein Können durch Mitarbeiten bei Spielen wie Tennis, Duck Hunt, Mario Bros. oder auch Donkey Kong. Schließlich wurde ihnen deutlich mehr Freiraum gewährt und erschufen in Zusammenarbeit mit dem Ice Climber-Erschaffer Nintendo Research & Development 1 jenes Spiel, Super Metroid. Mit einer Entwicklungszeit von knapp zweieinhalb Jahren war die zur Fertigstellung des Super Nintendo-Spiels benötigte Dauer vergleichsweise lang zu damaligen Zeiten. Es drängt sich die Frage auf, ob es dies wert war.

Böses Erwachen

Der letzte Metroid wurde von der weiblichen Protagonistin in Metroid II: The Return of Samus zur Forschungsstation Ceres für weitere Untersuchungen gebracht, in der Hoffnung, die Kräfte des Wesens auf irgendeine Weise nutzen zu können. Nicht lange darauf erhält die Kopfgeldjägerin einen Notruf, abgesendet von jener Station. Ohne Umwege reist sie dorthin und trifft auf den drachenhaften Ridley, der zu allem Überfluss nicht nur alle Wissenschaftler getötet und den Metroid an sich genommen hat, sondern auch noch die Raumstation in die Luft jagt. Unter Zeitdruck muss sie ebenso flüchten, direkt nimmt sie die Verfolgung des Weltraumpiratenanführers auf. Samus muss bemerken, dass der Planet Zebes neu aufgebaut wurde und nun als Stützpunkt dient. Auf der Suche nach dem Metroid, welcher in der Heldin seine Mutter sieht, trifft sie auf die Monster, die auf dem Planeten ihr Unwesen treiben. Jedoch muss sie schnell handeln, denn die Weltraumpiraten klonen bereits die überaus gefährlichen Wesen. Ein Spiel gegen die Zeit beginnt…

Adrenalin pur

Wie auch die Vorgänger baut dieser Ableger der Metroid-Serie auf einem simplen Prinzip: Gegner beseitigen, Umwelt untersuchen, Items finden, Items benutzen, Bosskämpfe meistern, Item bekommen, neuen Abschnitt freischalten. Doch was kurz gesagt ist, entpuppt sich als komplex. Schließlich ist der Spielraum aufgestockt worden und überall können sich sowohl Feinde als auch Upgrades befinden. Dank der etlichen Items sind vorher unzugängliche Bereich nach und nach betretbar. So könnt ihr zum Beispiel mit einem speziellen Schuh deutlich schneller rennen und sich schließende Pforten noch rechtzeitig passieren. Doch ein Sonntagsspaziergang ist dies beileibe nicht, da haben neben den einheimischen Kreaturen vorallem die Weltraumpiraten ein Wörtchen mitzureden. Ab und an stoßt ihr auf insektenähnliche Wesen, aber meistens zieren komplett fiktive Aliens mit unterschiedlichen Einflüssen euren Weg – alle jedoch haben einen unverkennbaren Stil. Neben dem vergleichsweise ungefährlichen Getier gibt es auch brachiale Bildschirmfüller als Bossgegner: Die riesige Reptilie Kraid mit aus dem Bauch herauswachsenden Stacheln nimmt mehr als die Hälfte der Mattscheibe ein. Natürlich hat jeder einige Schwachstellen, wobei Schüsse in den Rachen am öftesten Erfolg versprechen. Sprung- oder andere Geschicklichkeitspassagen sind nicht nur adrenalinhaltig, sondern nach der Meisterung auch zu genießen. Generell gefällt die Auswahl der Items, Fähigkeiten, Gegner, Bosse und Ortschaften. Dass man neuerdings an Terminals auch Speichern, Karten abrufen und Munition aufladen kann, streicht einen immensen Minuspunkt der Vorläufer. Der Schwierigkeitsgrad ist trotzalledem nicht einfach, aber fair.

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Einmal alles, bitte!

Im gelben Anzug rast ihr also durch die verschiedensten Ortschaften, die Zebes aufzuweisen hat: Lavaseen, Gesteinshöhlen, bewachsene Grotten, überschwemmte Gebiete, zerstörte Hochtechnologieräume, Sümpfe, sandige Gegenden, Dschungel, vereiste Lokationen und sogar Orte, die wie lebende Organismen aussehen. Natürlich sind die Übergänge weich, sodass die Abschnitte praktisch miteinander verschmelzen. Grob ist der Planet aufgeteilt in sechs Teile, nur erreichbar mit dem jeweiligen Lift: Crateria bietet hauptsächlich Höhlen, während Brinstar sich durch eine tropische und sonderbare Landschaft auszeichnet. Aufsteigendes Magma findet man in Norfair, dessen Kryptonit, das Wasser, ist in Maridia angesiedelt. Das zerstörte Raumschiff ist mit Technik ausgestattet und wartet darauf, erkundet zu werden. Fehlt noch das letzte Gebiet – dieses bleibt aber geheim. Um Ladezeiten dem Erdboden gleichzumachen, wird alles nochmals durch Hightech-Türen in kleine Räume unterteilt. Diese lassen sich auf differenzierte Weise öffnen, je nach Farbe müsst ihr verschiedene Laser oder Raketen aus eurem Arsenal anwenden.

Galaktische Schnitzeljagd

Jenes Inventar ist zu Beginn aber spärlich gefüllt: Bis auf einen Laserbeam und euren normalen Anzug steht nichts zu eurer Verfügung. Ihr sammelt unterschiedliche Laser, Raketen, Bomben, Anzüge, Stiefel, Energie- und Reservetanks. Erst sie ermöglichen euer Weiterkommen auf dem Planeten, denn Geheimgänge zu weiteren Power-Ups können gefunden. Es können auch bisher nicht zu öffnende Türen passiert oder Abkürzungen entdeckt werden. Scheinbar nicht erreichbare Gebiete erschließen sich euch, wenn ihr zum Beispiel höher springen könnt. Neue Anzüge lassen euch resistent gegenüber manchen Flüssigkeiten werden und bewerkstelligen die reibungslose Bewegungsfreiheit darin. Auch Metroid-exklusive Items sind mit von der Partie: Beispielsweise der Morph Ball, bei dem sich die Kopfgeldjägerin in einen Ball verwandelt und schmale Gänge durchqueren kann oder der Grapple Beam, der das Schwingen an Metallbalken erlaubt, wodurch Abgründe überwunden werden können. Dies sind noch längst nicht alle Upgrades, was sofort zeigt: Es ist keine Seltenheit, Abschnitte mehrmals zu besuchen und auf neue Wege zu untersuchen.

Volle Kontrolle

Wie in beinahe jedem Spiel wird mit dem Control Pad gesteuert und auf dem A-Knopf gesprungen, hier ist es nicht anders. Mithilfe des X-Knopfes wird mit derjenigen Waffe geschoßen, die ausgewählt wurde. Mit Select wählt ihr zwischen den Spezialwaffen, die Munition benötigen, der Y-Knopf wechselt zurück zum immer verfügbaren Beam. Samus schießt immer in die Richtung, in die sie momentan guckt. Durch Drücken des L-Triggers zielt die Kopfgeldägerin jedoch diagonal nach unten, der R-Trigger lässt sie diagonal nach oben schießen. Wer beide Trigger betätigt, der sieht, dass sie ihren Waffenarm gen Himmel hält. Wer sich an einem Speedrun versuchen will und auch ein alternatives Ende ergattern will (Absolviert der Spieler das Spiel in einer bestimmten Zeit, so bekommt er eine andere Endsequenz zu sehen, Anm. d. Red.), der lässt den Finger lieber auf dem B-Knopf, welcher Samus sprinten lässt. Der Start-Knopf pausiert das Spiel, zeigt die Karte und das Inventar – es können nämlich nicht alle Power-Ups auf einmal getragen werden. Hier könnt ihr also auswählen, welche Upgrades aktiv sein sollen. Anfangs wirkt die Steuerung seltsam, ist nach einer kurzen Eingewöhnungsphase jedoch flüssig und problemlos zu beherrschen.

Super Metroid Soundtrack - Brinstar Red Soil Swampy Area

Mehr als nur ein Spiel

Schon wenn man die Grafik mit anderen Spielen der damaligen Zeit vergleicht, so ist der Unterschied klar zu erkennen: Hochaufgelöste Texturen wie sie vorher nicht zu sehen waren. Auch deshalb musste mehr Speicher für dieses Spiel verwandt werden, eine 24-Megabit Cartridge war die Folge. Auch die düstere und erwachsene Gestaltung trennt das Spiel von anderen. Die Mysteriösität und Einsamkeit ist deutlich zu spüren. Begleitet von untermalenden und hochwertigen Klängen, gemischt mit vielen Effekten ziehen sie euch in das Geschehen hinein. Das Hallen der unbekannten Klänge erzeugt ein an Klaustrophobie erinnerndes Gefühl, die Leere des Weltraums und die Feindseligkeit des Planeten bedrücken euch. Ihr verbindet mit jedem Lied das Gebiet und fühlt euch hineinversetzt in das Sci-Fi-Spiel. Unbeschreiblich.

Fazit

Nicht umsonst wurde Super Metroid als eines der besten 2D-Spiele aller Zeiten bezeichnet und zählt zum Besten, was die Franchise zu Bieten hat. Starke Schießeinlagen, tolle Rätsel, schöne Itemsuche, fordernde Geschicklichkeitspassagen, harte Bosse, brilliante Story, verblüffende Präsentation und vorallem eine göttliche Atmosphäre zeichnen dieses Meisterwerk aus. Jeder, der ein SNES oder eine Wii besitzt, sollte die mickrigen fünf Euro zahlen, zu Recht ist das Spiel unter den Top 10 der besten Spiele aller Zeiten zu finden.


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