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Kritik | Jet Set Radio

23. September 2012 | 0 Kommentare
Titel:
Jet Set Radio
Redaktions-Wertung:
Publisher:
SEGA
Plattform:
PCDD, XBLA, PSN
LeserInnen-Wertung:
Release:
19. September 2012 (PC, Xbox 360, PS3); 16. Oktober 2012 (PSV)
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USK:
0

Bei uns im Test: PS3-Version

Es erscheint einem wie eine Ewigkeit, seit SEGAs letzte Konsole, die Dreamcast, uns mit einem ausgefallenen Game nach dem anderen in ihren Bann zog. Da wurde in “SEGA Bass Fishing” die Angelrute ausgeworfen, mit “Crazy Taxi” die Fahrgäste wild durch die Gegend chauffiert (siehe auch: Test der Dreamcast Collection) oder eben in “Jet Set Radio” all das kombiniert, was die damalige Jugend faszinierte. Ganze zwölf Jahre nach Erstveröffentlichung legt der japanische Spielhersteller mit der ruhmreichen Vergangenheit diesen kultigen Klassiker in zeitgemäßer HD-Grafik und in digitaler Form neu auf. Ist “Jet Set Radio” auch 2012 noch so cool wie damals, 2000? Oder hat der Zahn der Zeit doch zu sehr daran genagt? Wir gehen dem auf den Grund.

Let’s bomb Tokyo-To!

In der futuristischen Stadt Tokyo-To herrscht Sauberkeit und Ordnung. Um dieser Tristesse ein Ende zu bereiten, haben es sich rebellische Jugend-Gangs zur Aufgabe gemacht, die Heimat mit Graffitis einzudecken und auf diese Weise ihre Reviere zu markieren. Dummerweise findet dies die örtliche Polizei, allen voran der schießwütige Captain Onishima, nicht ganz so lustig und hat sich die Sprayer ganz oben auf die Fahndungslisten gesetzt. Dank Energie befeuerter Inline-Skates ihrer Feindbilder, ziehen die Staatsdiener jedoch immer wieder den Kürzeren.

Im Duell um Tokyo-To unterstützen wir die noch junge Gang “GG’s”, die zu Beginn lediglich aus den drei Mitgliedern Beat, Gum und Tab besteht und noch über kein eigenes Revier verfügt. Um diese Zustände zu ändern gilt es nun, sich mit zahllosen Spray-Attacken die Stadtteile der Rivalen unter den Nagel zu reißen und nach und nach neue Mitstreiter anzuheuern, bis wir es zur Nummer 1 unter den Rebellen geschafft haben.

Einfach, aber gut

Der Hype um “Tony Hawk’s Pro Skater” und dessen Folgen für die Videospielwelt scheinen auch an “Jet Set Radio” nicht spurlos vorbei gegangen zu sein. So wird auch hier eine Trendsportart mit dem Erfüllen von Quests kombiniert, jedoch auf eine ganz eigene Art und Weise. Der Fokus liegt in “Jet Set Radio” nicht auf dem Ausüben von Tricks. Zwar erhält man Punkte dafür, allerdings führt die Spielfigur eigenständig Stunts durch, sobald man springt oder grindet. Auch die Landung wird von der K.I. übernommen, sodass wir in diesem Bereich eher Zuschauer denn Ausführender sind.

Unsere Hauptaufgabe ist das Aufstöbern von Graffiti-Spots der Konkurrenz. Zur Erleichterung sind diese mit dicken Pfeilen markiert. Als Farb-Munition dienen sammelbare Cans, die überall verteilt sind. Gebombt, sprich überdeckt, werden die Wandmalereien der anderen Gangs durch das Ausführen von simplen Quick-Time-Events mit dem Analog-Stick, deren Aufwand sich nach der Größe des Graffitis richtet. Sind die Bilder klein, reicht sogar schon ein einfaches Schultertasten-Antippen. Um uns ein wenig unter Druck zu setzen, tickt bei jedem Levelstart ein Countdown nach unten. Zudem verfügt unser Skater über eine Gesundheitsanzeige, die sich leert, sobald wir mit Autos kollidieren oder unter Beschuss der aggressiven Cops geraten. Für einen halbwegs geübten Gamer sind dies jedoch keine wirklichen Gründe, die einen scheitern lassen. Die Zeit, die uns pro Stage zur Verfügung steht, ist mehr als großzügig und auch die Angriffe der Polizei ziehen kaum Schaden nach sich.

Knifflig wird es, wenn die zu besprühenden Wände, LKWs und Busse durch Mitglieder der gegnerischen Gangs ersetzt werden und diese als bewegliche Ziele vor uns flüchten. Da hilft nur die beharrliche Verfolgung und das richtige Timing beim Einsatz der Dose. Zur wahrlich echten Herausforderung macht sich “Jet Set Radio” unfreiwillig selbst. Gemeint ist die Steuerung. Die ist nämlich sehr unpräzise und so kommt es nicht selten vor, dass man ins Leere springt und daher lange Wege erneut zurück legen darf. Immerhin gerät sprayen an schwierig zu erreichenden Stellen dadurch zum echten Erfolgserlebnis. Für etwas Abwechslung sorgt das Rekrutieren neuer Mitstreiter. Damit sich jemand den GG’s anschließt, muss zuvor dessen Challenge – im Regelfall Wettrennen oder Trick-Contests – gemeistert werden. Da jeder Skater unterschiedlich starke Fähigkeiten besitzt, erhöht sich mit der Größe der Gang auch deren Einsatzmöglichkeiten.

Obwohl der spielerische Anspruch von “Jet Set Radio” nicht besonders hoch ist, macht es dennoch eine Menge Spaß. Das liegt neben der permanenten Dynamik und Action insbesondere an der tollen Präsentation.

Dicke Beats und knallige Farben

Eines der Kernelemente des Spiels ist der namensgebende Musiksender “Jet Set Radio”. Dieser bringt am laufenden Band einen Ohrwurm nach dem nächsten und sorgt mit seinen Beats, die in Richtung Hip Hop gehen, aber auch mal funky grooven oder von elektronischer Natur sind, für die passende Atmosphäre. Moderator Professor K gibt zudem gelegentlich nützliche Tipps für das Spiel.

Ein weiterer echter Knaller war bei Erscheinen im Jahr 2000 die comic-artige Grafik, Stichwort: Cel-Shading. Der kunterbunte Look und das oftmals abgefahrene Design passen perfekt zum Spiel, aber auch zum Image der Dreamcast. Zwar wirkt das Ganze nicht mega aufwändig, das schmälert jedoch nicht die tolle Level-Gestaltung sowie die schrägen und einmaligen Charaktere. Im Gegenteil: Dank genau dieses Styles ist “Jet Set Radio” optisch deutlich besser gealtert als damalige Spiele mit realistischer 3D-Grafik. Der aktuelle HD-Port macht gegenüber dem Original einen wesentlich “saubereren” Eindruck, was in erster Linie der Kantenglättung zu verdanken ist. Insgesamt zählt das Game zu den schöneren Neuauflagen, die in den letzten Monaten auf den Markt kamen.

Fazit

Dass “Jet Set Radio” in überarbeiteter Fassung viele neue Fans gewinnen wird, darf stark bezweifelt werden, denn dafür entspricht es zu sehr dem Lebensgefühl der Jahrtausendwende. Diejenigen hingegen, die die letzte Konsolengeneration noch aktiv miterlebt und geliebt haben, dürfen sich auf einen günstigen Klassiker mit hohem Nostalgiefaktor freuen. Freunde der Dreamcast sollten sich außerdem den 2. Oktober im Kalender anstreichen, denn da veröffentlicht SEGA mit “Sonic Adventure 2″ und “NiGHTS into dreams” zwei weitere Sternstunden früherer Tage in HD.

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