Kritik | Red Dead Redemption

25. Juli 2010 | 3 Kommentare
Titel:
Red Dead Redemption
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Rockstar Games
Plattform:
PS3, Xbox 360
LeserInnen-Wertung:
Release:
21. Mai 2010
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Genre:
USK:
18

Wohl kaum ein Spiel wurde dieses Jahr so sehr erwartet wie Red Dead Redemption, der neueste Streich von Rockstar Games. Es wurde im Vorfeld viel versprochen, unter anderem eine riesige Spielewelt, fesselnde Kämpfe und eine spannende Story. Die vorher veröffentlichten Trailer ließen viel versprechen. Auch meine Erwartungen an dieses Game waren so hoch, dass sie fast gar nicht erfüllt werden konnten. Ob Read Dead Redemption der erwartete Knaller ist, oder doch nur eine Enttäuschung, könnt ihr nun hier nachlesen.

Mein Name ist Marston. John Marston.

Die Geschichte spielt Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Zeiten des Wilden Westens nähern sich dem Ende, wir befinden uns im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet. Unsere Spielfigur John Marston hat eine dunkle Bandenvergangenheit, geprägt von Banküberfällen und Schießereien. Doch mittlerweile ist John Farmer und lebt zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn ein ruhiges Leben. Dann werden die beiden wichtigsten Personen in seinem Leben von der Bundesbehörde entführt. John kriegt seine Familie erst wieder zu sehen, wenn er seine ehemaligen Bandenmitglieder fängt oder tötet. Der Anführer Bill Williamson ist schnell gefunden, doch Marston wird angeschossen. Die hübsche Rancherin Miss MacFarlane findet ihn und pflegt ihn gesund. Nachdem man auf ihrer Farm einige Aufträge erledigt hat, kann es richtig los gehen. Von nun an entwickelt sich eine packende Story, in der die Verfolgung von Williamson oberste Priorität hat. Die Suche bringt einen sogar unter die feurige Sonne Mexiko. Die Story hält wirklich, was sie verspricht: von vorne bis hinten wird das Spiel nie langweillig, man will unbedingt wissen, wie es weitergeht!

Besser geht’s nicht

Die Welt in Red Dead Redemption ist einfach atemberaubend und muss der Maßstab für kommende Open-World Spiele sein. Es ist alles so groß, dass man das Gefühl hat, niemals alles erkunden zu können, was aber wohl vor allem an den langen Landschaftsabschnitten liegt. Alles ist so unglaublich atmosphärisch, genauso stellt man sich den Wilden Westen vor. Zudem war eine Spielwelt noch nie so lebendig. Wenn man von A nach B reitet, passiert auf dem Weg dorthin garantiert irgendwas. Sei es ein Rudel von Wölfen, die John und sein Pferd attackieren oder ihr trefft einen Menschen, dessen Kutsche gerade entführt wurde. Wenn ihr ihm diese wiederholt, kriegt ihr meistens eine kleine Belohnung, in Form von Geld. Zudem steigt eure Ehre. Wenn eure “Ehrenanzeige” hoch ist, kriegt ihr Vergünstigungen in Geschäften und die Leute reagieren freundlich, wenn sie euch sehen. Ihr könnt aber auch als Bösewicht das Spiel bestreiten. Die Anzeige sinkt zum Beispiel, wenn ihr unschuldige Menschen tötet. Auf jeden Fall vergeht hier keine ruhige Minute. Frei herumlaufende Tiere könnt ihr übrigens erschießen, dann häuten und später weiter verkaufen. Die Entwickler haben an viele Details geachtet: So laufen in Mexiko andere Tiere rum als in Amerika. Man hat die Wahl, wie man vorangeht. Es ist kein Muss, gleich die nächste Hauptmission zu erledigen und die Story voranzutreiben. Völlige Entscheidungsfreiheit ist angesagt, das kennt man ja schon aus GTA. Besonders spaßig ist das Fangen von Verbrechern. Sieht man ein Fahndungsposter, kann man die darauf abgebildete Person suchen. Achtung: Lebendig bringen die Übeltäter immer mehr Geld. Also Lasso werfen, fesseln und dann zurück bringen, anstatt blind drauf los zu ballern. Es gibt einfach so viele Möglichkeiten sich einen extra Dollar zu verdienen. Übernehmt für den Sheriff die Nachtwache, helft einem in Not geratenen Schatzsucher und und und…Da ist es schwer sich nur auf die richtigen Missionen zu konzentrieren, doch gerade die Dinge, die einem eher zufällig passieren, wie zum Beispiel der Angriff eines Wolfrudels, lassen den Spielspaß unglaublich hoch steigen. Rockstar- typisch trefft ihr auf viele verschiedene, zum Teil skurrile Charaktere. Hier ist echt wieder alles dabei. Hochnäsige alte Frauen, alte Cowboysaufnasen, verrückte Leichenschänder, aber auch einige nette, relativ normale Personen, denen sich John anvertrauen kann. Nach 1-2 Gesprächen merkt man meistens schon, was man von dem Gegenüber halten kann. Die Hauptmissionen gestalten sich relativ abwechslungsreich, zwar wird Vieles nur mit Geballer geklärt, doch manchmal muss man einen Zug beschützen, ein anderes Mal ein Lager überfallen, dann wiederum Dynamit legen und Kutschen hochsprengen und so ziehen sich die unterschiedlichen Aufträge durch das ganze Spiel. Gegen das eintönige GTA 4 ein sehr sehr großer Fortschritt. Sind euch die langen Wege zwischen den Auftraggebern zu weit, könnt ihr auch einfach in der Wildnis ein Lager aufschlagen und direkt zum Wegpunkt reisen. Am Lager könnt ihr auch speichern. In der Stadt speichert ihr in gemieteten Zimmern. Die Städte sind genauso wie die ländlichen Gegenden sehr lebendig. Die Saloons sind von oben bis unten gefüllt mir betrunkenen Cowboys – John selber kann an der Bar auch den ein oder anderen Whiskey (in Mexiko Tequila) trinken. Hier finden sich auch einige Leute, mit denen man Karten und einige andere Minispiele spielen kann.


Waffen und das Dead Eye Zielsystem

Die Waffenauswahl in Red Dead Redemption ist nicht allzu riesig. Neben einem ordentlichen Revolver und einem Gewehr trägt man nichts bei sich. In einigen Missionen hat man allerdings eine Kanone oder Gatling Gun zur Verfügung, was etwas Abwechslung reinbringt. Allerdings muss ich sagen, dass die geringe Waffenauswahl überhaupt nicht stört. Erwähnenswert ist noch das Präzisionsgewehr, welches aber nur bei dem ein oder anderen Auftrag von Vorteil ist. Etwas Neues ist das Dead Eye System. Bei diesem verlangsamt ihr das Gefecht und könnt Zielpunkte auf einem oder mehreren Gegner setzen. Wenn ihr gut zielt, sind die Gegner schnell erledigt. Besonders nützlich ist das Dead Eye bei dem Kampf auf Pferden, durch die Verlangsamung ist dann alles etwas übersichtlicher. Ansonsten wird das System noch bei den seltenen Duellen angewendet. Bei diesen kämpft ihr eins gegen eins gegen euren Herausforderer. Das normale Zielen ist halb automatisch, visiert ihr an, ist das Fadenkreuz die ersten 2-3 Sekunden auf euren Gegner gerichtet, was die Kämpfe wesentlich einfacher macht.

Gut, aber einige Macken

Optisch gibt es sicherlich besseres als Red Dead Redemption. Besonders, wenn man Spiele wie Uncharted 2 gespielt hat, ist man anderes gewohnt. Ein Negativpunkt ist das nervige leichte Geflimmer, welches nach 2-3 Stunden extrem auf die Augen geht. Ein großes Plus gibt es für die Pferde, diese sind nahezu perfekt. Die Bewegungen der Muskeln sind einfach große Klasse. Die Zwischensequenzen sind ganz ordentlich, allerdings kein Augenschmaus. Dafür ist die musikalische Untermalung einfach perfekt. Schöne Westernmelodien, wie man sie aus einigen Clint Eastwood Streifen kennt.

Fazit

Nach einem eher behutsamen Auftakt der Story gibt Red Read Redemption nach kurzer Zeit richtig Gas und katapultiert sich mindestens in die Top 5 des Jahres. Rockstar hat wirklich ein Meisterwerk geschaffen, mit einzigartigen Charakteren, einer geheimnisvollen Spielfigur, guter Story und einer unfassbaren Welt. Da sieht man im Endeffekt gerne mal über den ein oder anderen Grafikfehler hinweg – trotzdem nerven sie. Endlich mal ein gutes, atmosphärisches Western Spiel! Was gibt es Schöneres, als in den Sonnenuntergang des Wilden Westens zu reiten?

Kommentare (3)

  1. Jonas sagt:

    Keine Zweifel, Read Dead Redemption ist ein wunderbares Spiel und die Umsetzung des Wilden Westens ist super gelungen!

    In zwei Dingen muss ich dir jedoch widersprechen:

    1) Welches leichte Geflimmer meinst du? Auf der Xbox360 habe ich ein absolut klares sauberes Bild und kein Flimmern. Grafikfehler und Pop-Ups gibt es auch nur ganz ganz selten.

    2) Read Dead Redemption hat zwar eine riesige Spielwelt, begrenzt den Spieler jedoch wieder nur auf einzelne Aufgaben (wie bei GTA). Deshalb kommt schnell Langeweile auf und man weiß mit der Freiheit nichts anzufangen. Im Multiplayer ist die Einschränkung noch stärker. Matches sind nur auf eine stark begrenzte Anzahl von Maps festgelegt, hier bringt einem die große Welt deshalb auch nichts. Die zusätzlichen 5 bis 6 online Banditenverstecke sind zusammen auch innerhalb von 30 Minuten durchgespielt. Danach bleibt nichts übrig… kein Pokern gegeneinander… erlegte Tiere und gesammelte Blumen können nicht verkauft werden, das ist nur im Singleplayer-Modus möglich.

    Meiner Meiunung nach ist Read Dead Redemption eine große Mogelpackung aus der viel mehr herauszuholen gewesen wäre! Das ist wie gesagt meine eigene Meinung.

    Wenigstens gibt es jetzt den neuen Koop-Modus “Outlaws to the End”, das bereichtert den Multiplayer-Modus ungemein!

  2. Tom sagt:

    1) Also ich habe ständig ein leichtes Flimmern. Grafikfehler sind hier irgendwie an der Tagesordnung. Habe die PS3 Version. Bin auch nicht der einzige der das Problem hat, scheint eine kleine nervige Macke der PS3 Version zu sein. War bei GTA 4 das selbe. Auf der Xbox 360 sah das Spiel bombig aus, auf der PS3 war ich von der Grafik enttäuscht – das selbe Geflimmer. Anscheinend kriegt Rockstars das nicht auf die Reihe, wie gesagt, bin nicht der einzige bei dem das so ist. Habe es extra nochmal auf einem anderen Fernseher getestet – das selbe Problem.

    2) Da muss ich dir widersprechen, finde nicht das es langweillig wird, da die Welt halt so lebendig geworden ist. Der Multiplayermodus ist in der Tat nichts besonderes, aber ich denke so ein Spiel legt man sich vor allem wegen dem Einzelspielermodus zu.

  3. Jonas sagt:

    1) Ok, dann scheint das wohl echt ein PS3-Problem zu sein. Deshalb hab ich mich ja auch nur auf die 360-Version bezogen.

    2) Ja, hast schon Recht, ich habs jetzt durchgespielt und es ist wirklich gut gemacht (aber nicht durchgehend spannend). Meiner Meinung nach ist es deshalb kein Spiel das 9 Sterne verdient hat. Unsere Kollegen von anderen Sites haben es teilweise ja noch höher bewertet, und das finde ich absolut nicht in Ordnung.

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