Kritik | Metroid Other M

18. September 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Metroid Other M
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Nintendo
Plattform:
Nintendo Wii
LeserInnen-Wertung:
Release:
3. September 2010
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Genre:
USK:
12

Was haben wir lange auf dieses Spiel gewartet. Das vielleicht meist erwartete Spiel des Jahres Metroid Other M ist endlich im Handel. Im Vorfeld herrschte viel Unruhe. Kann Metroid in 3D funktionieren, ohne dass es aus der Ego Perspektive gespielt wird? Sollte Protagonistin Samus Aran eine Stimme haben? Diese und viele weitere Fragen werde ich in den folgenden Zeilen beantworten.

Metroid Other M fängt da an wo Super Metroid damals aufgehört hat. Nachdem Samus mit Hilfe des Metroid Babys Mother Brain besiegt hat, flieht sie vom Planeten Zebes, welcher grade explodiert. Sie wacht in einem Raumschiff der Galaktischen Föderation auf und macht sich auf den Weg zu einer weiter Mission als Kopfgeldjägerin. Nach einer Weile nimmt sie ein SOS Signal wahr und ändert den Kurs in eben diese Richtung. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, da das Spiel sehr Storylastig ist und ich nichts spoilern will.

In diesem Spiel geht es desöfteren darum die Gegend zu erkunden. Dies tut man in 2.5D und 3D Passagen, die viele geheime Gänge mit sich bringen. So ist es notwendig alles genau zu beobachten, da man andernfalls eine kleine Öffnung oder ähnliches nicht findet. Im Gegensatz zu den anderen Spielen in der Serie hat Samus bereits zu Anfang sämtliche Waffen und Upgrades…doch sie darf sie nicht benutzen. Erst nachdem ihr von einem alten Bekannten Adam Malkovich erlaubt wurde die Waffe einzusetzen, kann sie auch verwendet werden. D.h. wenn man zum Beispiel plötzlich den Ice Beam braucht, wird einem mitgeteilt dass die Waffe benutzt werden kann. Was man trotzdem noch suchen muss sind Energiekapseln und Raketen. Im Gegensatz zu Super Metroid muss man aber nicht ständig nach Raketen suchen wenn man keine mehr hat, sondern kann sich einfach konzentrieren. Was genau heißt das jetzt? Die Wiimote wird ja wie ein NES Controller gehalten. Zielt man nun nach oben und drückt A geht man in den Konzentrations Modus. Nun sind die Raketen wieder voll aufgeladen. Das selbe funktioniert übrigens auch bei Energie, nur dass dies erst klappt wenn man kaum noch Energie übrig hat. Die meiste Zeit hält man wie gesagt die Wiimote horizonzal und bewegt Samus in den völlig dreidimensionellen Welten mit dem Steuerkreuz. Mit der 1 Taste schießt man. Hält man die Taste länger gedrückt, lädt man den Schuss auf, sodass dieser noch mächtiger wird. Mit der 2 Taste springt man. Drückt man A geht man in den Morph Ball Modus, wo Samus zu einer Kugel wird und somit durch engere Tunnel rollen kann. Drückt man nund die 1 Taste legt man Bomben ab. Die Ego Perspektive aus der Prime Serie ist aber nicht vollständig verschwunden. Wenn man die Wiimote zum Fernseher dreht wechselt man ganz fix in die Ego Perspektive. Dies ist die einzige Möglichkeit Raketen abzufeuern. Im Grunde funktioniert dies ganz gut. Der einzige Nachteil an dieser Sicht ist, dass man sich nicht bewegen kann, weshalb man bei normalen Gegnern besser darauf verzichtet. Hin und wieder wird man aber dazu gezwungen, wenn man beispielsweise die Umgebung scannen soll um einen Hinweis zu finden. Dies ist das einzige am Spiel was mich wirklich stört, da es den Spielfluss verlangsamt und recht nervig ist.

Es gibt sehr viele Bosskämpfe in Other M. Alles was ich dazu sagen kann ist…wow. Ich habe seit Jahren nicht mehr so viele fordernde, adrenalin pumpende und außergewöhnliche Endgegner besiegen dürfen. Manchmal waren sie etwas frustrierend und einen Tacken zu schwer, aber am Ende fühlt man sich richtig gut wenn man es dann endlich geschafft hat.

Die Präsentation ist grandios. Wie in den Vorgängen fühlt man sich oft einsam, verlassen und isoliert. Ich weiß nicht wie sie es hingekriegt haben, aber die Atmosphäre des Spiels wirkt durchgehend angespannt, ja fast schon schaurig. Es ist einfach ein tolles Gefühl durch die leeren Korridore zu rennen, um dann draußen auf einem großen Feld zu enden welches im Grunde nur eine Illusion ist die per Knopfdruck zu einem Bunker wird. Unterstreicht wird dies von der unglaublichen Musikuntermalung. Die Musik bleibt zwar im Hintergrund, verstärkt aber die Atmosphäre ungemein. Bei den Bosskämpfen hat man dann Musik die unter die Haut geht…Musik die einen aggressiv werden lässt – genau passend um den Aliens eins auszuwischen. Dabei hört man unter anderem auch bekannte Melodien die trotzdem neu klingen. 

An sich die Präsentation würde von mir schon die volle Punktzahl kriegen, doch eine Sache bringt das ganze dann noch um einen ganzen Wolkenkratzer höher: Die Cutscenes. Wer schon immer sehnsüchtig auf einen Metroid Film gewartet hat sollte in Erwägung ziehen dieses Spiel mal auszuprobieren. Für ein Wii Spiel sehen die Zwischensequenzen einfach hammer aus. Ohne Zweifel habe ich auf der Wii noch nie etwas atemberaubenderes gesehen. Die kurzen Filme passen einfach perfekt dorthin wo sie sind. Ohne Ladezeiten werden sie mitten im Spielgeschehen abgespielt und schaffen es auf ganzer Linie zu beeindrucken, womit wir dann bei meinem persönlichen Highlight des Spieles wären: Das Storytelling. Viele sagen die Story wär nichts neues oder nichts besonderes. Mal ehrlich, was ist heutzutage noch wirklich neu? Habt ihr irgendwann in letzter Zeit mal gehört “Wow, die Story ist wirklich was neues”? Also ich nicht. Mich hat die Story in ihren Bann gezogen und besonders für ein Metroid Game finde ich sie ziemlich beeindruckend. Immer mehr Fragen werden in den Raum geworfen und es gibt so viele Momente wo der Plot in eine total andere Richtung geht. Am aller aller besten finde ich jedoch die Sprachausgabe. Ja, Samus kann reden. Es wurde auch langsam Zeit. Ich verstehe einfach nicht warum alle Nintendo Figuren immer schweigen müssen. Wir haben das Jahr 2010, irgendwann musste es ja passieren. Vorher hatte Samus immer einen relativ mechanischen Eindruck auf mich gemacht. Keine Persönlichkeit – nichts. Endlich erfährt man mehr über Samus. Viele sagen sie sei verweichlicht. Eine Reviewerin meinte sogar das Spiel sei sexistisch. Dazu sage ich: . Das Spiel neigt zwar ein wenig dazu sich selbst etwas zu ernst zu nehmen, aber für mich hat sich einfach folgendes ergeben: Samus ist ein Mensch. Ein Mensch mit Gefühlen. Ich kann sie völlig nachvollziehen, ich entwickle sympathien für sie. Hätte man ihr keine Stimme gegeben wäre dies nicht oder kaum möglich gewesen. Ich find es super wie sie dargestellt wurde, und ich hoffe sie bleiben auch in Zukunft dabei.

Was bleibt mir da noch zu sagen? Metroid Other M ist ein mehr als geniales Spiel. Ich bin nicht grade der größte Metroid Fan auf diesem Planeten (ich habe bis jetzt nur Metroid, Metroid 2 The Return of Samus und Super Metroid gespielt), aber dieses Spiel hat mich schon im Vorfeld neugierig gemacht und ist im Endeffekt noch viel besser als ich es mir je erhofft hatte. Das Gameplay ist sehr gut mit der Ausnahme von der Ego Perspektive, die Bosskämpfe sind klasse, die Musikuntermalung ist atmosphärisch, das Design der Levels und Kreaturen futiristisch genial und die Cutscenes sowie das Storytelling sind Filmreif. Ich liebe dieses Spiel jetzt schon, und kann es kaum erwarten weiter in dieser Welt rumzulaufen und Sachen zu finden. Ich persönlich bin durch dieses Spiel neugierig auf die anderen Spiele der Serie geworden, also hab ich noch viel nachzuholen. Für mich ist es das bisher beste Spiel des Jahres, und ja ich übertreibe nicht. Jeder der nur ansatzweise Interesse hat und nicht engstirnig ist sollte sich das Spiel holen, ihr werdet es nicht bereuen. Auf der Wii fällt mir bis auf vielleicht Super Mario Galaxy nichts besseres ein – was die Präsentation angeht sowieso nicht.

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