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Kritik | LEGO Marvel Super Heroes : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | LEGO Marvel Super Heroes

11. Dezember 2013 | 0 Kommentare
Titel:
LEGO Marvel Super Heroes
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Warner Bros.
Plattform:
360, One, PS3, PS4, PC, WIi U, 3DS, DS, PS Vita
LeserInnen-Wertung:
Release:
15. November 2013
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USK:
12
Bei uns im Test: 360-Version

Bei uns im Test: 360-Version

Nach den Comic-Helden von DC wie Batman und Superman kommen nun auch die Pendants aus der Marvel-Riege zum Zuge, die Klötzchenwelt unsicher zu machen. Die Bande rund um Iron Man, Hulk und den netzschwingenden Spider-Man kloppt sich durch das Universum, denn ihre Erzfeinde – unter anderem Loki, Dr. Doom und Magneto – rotten sich zusammen, um alle zu unterjochen. Fans sind sofort überzeugt, doch bietet das Spiel auch genügend Anreiz für alle anderen?

Actionhelden

Superheldenfilme sind momentan sehr geschätzt, obwohl sie eher selten das Prädikat „sehr gut“ verdienen, da der Plot meist platt und dementsprechend auch vorhersehbar ist und außerdem mit Explosionen und generischen Actionfilmelementen nicht gegeizt wird. Dazu ein paar flotte Sprüche – fertig. Wie schaut es dagegen mit dem Spiel aus? Nicht sehr anders, denn auch wenn die Story nicht unbedingt so vorhersehbar ist wie manch andere, so heißt das noch lange nicht, dass sie vollends überzeugen kann. Gehen wir die Story mal durch: Der von den Fantastischen Vier bekannte Silver Surfer beehrt wieder einmal die Erde mit seiner Anwesenheit, was aber nicht lange unbemerkt bleibt; der sich hinter einer Metallmaske verbergende Diktator Victor von Doom, auch bekannt als Doktor Doom, zerstört das Brett des Silver Surfers. Es zerfällt in kosmische Steine, deren Kraft er sich zunutze machen will, wozu er andere Schurken um ihre Hilfe bittet. Den Helden bleibt also ebenfalls nichts anderes übrig, sich zusammenzutun, um der Meute der Bösewichte das Handwerk zu legen. Während man weniger der Handlung selbst folgt, ist man neugierig, wie welcher Marvel-Charakter implementiert wurde.

Immerhin wurde auch das Spielerlebnis aufgepeppt bzw. intuitiver und actionorientierter gestaltet, denn im Gegensatz zu den älteren LEGO-Spielen gibt es mehr Bosskämpfe, mehr und bessere Cutscenes, mehr Dialoge und eine verbesserte Steuerung, wodurch ihr nicht für das Auslösen einer bestimmten Aktion exakt an einer Stelle stehen müsst, sondern auch eine gewisse Toleranz dabei besteht. Insgesamt ist das ganze Geschehen näher an einem Filmerlebnis als vorher. Das liegt auch daran, dass eben jene Dialoge nicht nur in den Videos auftreten, sondern auch, wenn ihr mitten durch New York City oder eines der Level stapft.

LEGO Marvel SH Rooftop

Die Welt der Steine

In der Haupstory stellt ihr mit einem Repertoire von circa zwanzig Helden einer Vielzahl von Schurken nach, manche davon hinlänglich bekannt, andere sind lediglich den Comicliebhabern geläufig. Ihr turnt also durch Manhattan, den wohl bekanntesten Teil von New York City, wo allerlei Superheldengebäude wie de Stark Tower und viele andere Besonderheiten stehen, doch dazu später mehr. Dort folgt ihr einer Deadpool-Illusion, die euch immer zum aktuellen Level führt – praktisch eine gut eingebaute In-Game-Hilfe. Die Leveleingänge befinden sich also immer in New York bzw. dem S.H.I.E.L.D:-Helicarrier, der über der Stadt schwebt: Die Grenzen zwischen Level und „Innenstadt“ verschwimmt immer weiter, zumal ihr auch in der Stadt kleinere Rätsel zum Vorankommen lösen müsst, Gegner auf eurem Weg verkloppt oder Gegenstände zerstört und in neuer Form wieder zusammenbaut. Lediglich die Cutscenes und ausschließlich in Leveln sammelbare Objekte wie Minikits weisen deutlich darauf hin, dass es sich um ein Level handelt.

Wenngleich die Level immer noch relativ geradlinig sind, im Gegensatz zur Open-World New York, so fällt dies viel weniger auf, da die Levelgestaltung deutlich interessanter und interaktiver ausfällt als gewohnt. Ihr lauft also nicht durch das Level und trefft ab und zu auf LEGO-Objekte, sondern löst hier ein Rätsel, bekämpft da Handlanger, zerstört Bausteine mit speziellen Fähigkeiten und baut Dinge, die euch das Weiterkommen ermöglichen, schaut euch eine Szene an, lauscht den Dialogen und vermöbelt den auftauchenden Fiesling: es taucht beinahe zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf, weil die Level sich deutlich unterscheiden. Sei es Asgard, die Villa der X-Men, ein U-Boot oder eine verlassene, alte Insel. Designtechnisch gibt es keinerlei Mängel vorzufinden.

Während ihr Münzen und goldene Steine sammelt, mit denen ihr freigeschaltete Charaktere kaufen könnt bzw. Minilevel freischaltet, findet man glücklicherweise den gewohnten Humor wieder, der sich durch kleine Gemeinheiten oder Anspielungen auszeichnet. Fliegt ihr mit euren Helden durch New York (ja, Helden wie Iron man können auch äußerst schnell fliegen), so fragen einige Leute „Ist das ein Vogel? Ist das Ein Flugzeug?“. Dies ist eine Anspielung auf Superman, der in den Comics mit diesen Sätzen vorgestellt wurde. Alternatives Beispiel: Lauft mit Thor auf dem Bürgersteig, so hört ihr relativ schnell eine Anspielung auf MC Hammers wahrscheinlich bekanntesten Titel: „Hammerzeit!“. Ähnlich witzige Dialoge findet ihr auch in den zahlreichen Cutscenes.

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Spiel durch, was nun?

Doch was macht man, wenn man die Story durchgespielt hat? Es gibt mehr als genug zu tun, denn zum einen könnt ihr im „freien Spiel“ mit euren Lieblingshelden- bzw. –schurken die Story nochmal durchspielen und ihre Spezialfähigkeiten ausnutzen, um vorhin erwähnte Minikits zu finden oder Stan Lee aus brenzligen Situationen zu befreien. Friert zum Beispiel Wasser aus einem Brunnen mit Iceman ein, was in der Story nicht möglich war, zerstört den entstehenden Eisklumpen und erhaltet als Belohnung einen Charakter. Abseits des Plots könnt ihr Bürgern in Not helfen, die bestimmte Sachen von euch fordern, bei deren Erfüllung ihr ebenfalls belohnt werdet. Es gibt in der Stadt fast zweihundert (!) goldene Steine durch Aufträge zu gewinnen. Wer keine Lust hat, immer quer durch die Stadt zu rennen, kann sich an bestimmten auf der Karte verzeichneten Stellen Autos, Boote oder Flugzeuge herbeibestellen, sofern sie freigeschaltet wurden. Rennen dürft bzw. müsst ihr fahren, wenn ihr alles freischalten möchtet. Habt ihr genügend goldene Steine gesammelt, könnt ihr an speziellen Gebäuden damit Türen bauen. In den darin enthaltenen Minilevel gibt es noch mehr Humor und weitere Geheimnisse zu finden: Räumt zum Beispiel im „Daily Bugle“, der Zeitschrift für die Peter Parker alias Spider-Man arbeitet, mit Doc Ock und Agent Coulson entstandene Schäden auf, da sonst der Inhaber wütend wird – saugt zum Beispiel mit Staubsaugern Müll weg usw.

Doch die größte Stärke des Spiels ist vermutlich der allzeitbereite Koopmodus, wodurch ein Freund jederzeit in das laufende Spiel einsteigen kann, ohne sich durch ein ellenlanges Menü klicken zu müssen oder das Spiel gar zu beenden. Drückt einfach „Start“ und ihr seid dabei! Habt ihr für eventuelle Schalterrätsel gerade keinen Freund parat, so spielt auch die KI gut mit – dies bezieht sich auch auf die Gegner, hier hat sich schon etwas getan.

Musikalisch wurde wieder einmal ein Feuerwerk abgebrannt, thematisch passende Musikstücke zieren euren Gang durch das Werk von TT Games. Grafisch taucht hier und da eine verwaschene Textur auf, insgesamt ist der Look aber durchaus gut gelungen.

LEGO Marvel SHS_Asgard Level 7

Leider hat das Spiel nicht nur Sonnenseiten, da nach einer gewissen Zeit das Spiel dennoch repetitiv wirkt, da einige Elemente recycelt wurden – das seit jeher größte Manko der LEGO-Spiele. Auch ist der Wiederspielwert nicht besonders hoch, denn hat man einmal alles erledigt, so bietet erneutes Durchspielen keinerlei Mehrwert – das passiert, wenn praktisch keine individuelle Entfaltung möglich ist. Auch ist der Schwierigkeitsgrad an Kinder angepasst, obwohl schon seit längerem klar ist, dass auch durchaus viele Erwachsene sich an den knuffigen Spielen erfreuen. Ein selbst einstellbarer Schwierigkeitsgrad wäre wünschenswert. Während der Einstieg in das Spiel mehr als gelungen ist, da ihr direkt in das Geschehen geworfen werdet und kein unendliches Intro anschauen müsst, so sind auch die anderen Bosskämpfe relativ unkompliziert, bieten aber zunehmend weniger Spannung bzw. Abwechslung.

Fazit

„LEGO Marvel Super Heroes“ ist das wahrscheinlich imposanteste Werk von TT Games, wenngleich das Grundkonzept nicht über den Haufen geworfen wurde: Zerstören, bauen, kämpfen, kleinere Rätsel lösen, sammeln. Die Level sind in allerlei Hinsicht gut gestaltet, obwohl die Bosskämpfe noch spannender hätten ausfallen können und andere, kleine Mankos vorhanden sind. Nach einiger Zeit schleicht sich eine Repetivität ein, die dem actionreichen Gesamtwerk jedoch keinen großen Abbruch tut. Storytechnisch kann man noch eine Schippe drauflegen, was aber durch verbesserte Kontrolle und perfekte Multiplayerintegration wettgemacht wurde. Grafisch gut, musikalisch imposant. Wer auch nur ansatzweise Jump’n’Runs, LEGO oder Marvel leiden kann, sollte anspielen. Wer im Spiel alles sammelt, kommt auf eine mehr als passable Spielzeit, ansonsten könnte das Vergnügen leider relativ kurz ausfallen.

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