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Kritik | The Cursed Crusade : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | The Cursed Crusade

4. Oktober 2011 | 0 Kommentare
Titel:
The Cursed Crusade
Redaktions-Wertung:
Publisher:
dtp Entertainment AG
Plattform:
PS3, Xbox 360, PC
LeserInnen-Wertung:
Release:
23. September 2011
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Genre:
USK:
18

Bei uns im Test: PS3 Version

Ihr steht auf ein mittelalterliches Setting, die Mythen des Christentums und Hack & Slay, habt aber “Dante’s Inferno” schon zig mal durchgespielt? Dann gibt es mit “The Cursed Crusade” wohl genau das richtige Game, um eure Gier nach Action zu befriedigen. Seit dem 23. September steht das in Frankreich von Kylotonn entwickelte und für PS3, Xbox 360 und PC erhältliche Spiel in den Läden. Im Vorfeld wurde uns durch vielversprechende Trailer und Screenshots der Mund wässrig gemacht, nun dürfen wir also endlich selbst in die Rüstung schlüpfen und blutige Schlachten schlagen. Ob sich “The Cursed Crusade” dabei mit den Genrekollegen á la “God Of War III” oder “Castlevania: Lords of Shadow” messen kann, erfahrt ihr hier.

Verflucht noch mal!

Hauptfigur von “The Cursed Crusade” ist der junge Templer Denz de Bayle. Um seinen verschollenen Vater Jean zu finden, möchte er sich im Jahre 1199 dem vierten Kreuzzug anschließen, der ihn ins gelobte Land führen soll. Hier wurde sein alter Herr das letzte Mal gesehen. Auf seinem Weg trifft er einen knorrigen Spanier mit dem klangvollen Namen Esteban Noviembre. Es scheint, als habe das Schicksal sie zusammengeführt, denn die beiden teilen eine außergewöhnliche Eigenschaft. Sie sind mit einem Fluch belegt, der ihnen neben schrecklichen Albträumen und gelegentlichen Begegnungen mit dem Tod höchstpersönlich, auch noch ewige Verdammnis in der Hölle garantiert. Keine rosigen Aussichten also. Da scheint es nur fair, dass sie durch diesen Fluch teuflische Kräfte besitzen, die ihnen den Kampf erleichtern. Nachdem die beiden den Feldherren Gottfried von Villehardouin während eines Turniers beeindruckt und somit die Einladung zum Kreuzzug ergattert haben, geht es im Tross quer durch Europa, wo allerorts Kämpfe ausgetragen werden. Als wäre das nicht schon aufreibend genug, werden die beiden Gefährten von dem Schurken Bonifatius von Montferrat verfolgt, da dieser ebenfalls die Jagd nach Denz’ Vater eröffnet hat. Von Monferrat geht es dabei um eine Reliquie, die sich angeblich im Besitz von Jean de Bayle befindet. Wird es Denz und Esteban gelingen Jean de Bayle aufzuspüren und Erlösung von ihrem Fluch zu erlangen? Die Antwort liegt in eurer Hand!

Die Handlung von “The Cursed Crusade” ist zugegebenermaßen nicht gerade atemberaubend, erfüllt jedoch ihren Zweck und stellt das raue Mittelalter und insbesondere die dunkle Seite der Kriege im Namen der Kirche gekonnt dar. Etwas schade ist, dass nicht großartig auf die Vergangenheit der beiden Hauptcharaktere und ihren Fluch eingegangen wird, sondern der Fokus auf der Gegenwart und ihrem gemeinsamen Weg liegt. Diejenigen, die sich für Geschichte interessieren, dürfen sich auf Reisen an Orte und Aufeinandertreffen mit Personen, die es tatsächlich gegeben hat, freuen.

Immer feste druff!

Das Spielprinzip von “The Cursed Crusade” ist schnell erklärt: Hack & Slay ohne weiteren Schnickschnack. Im Gegensatz zu anderen Games dieser Kategorie, wird auf die Genre typischen Rätseleinlagen komplett verzichtet. Zur Abwechslung mal ein Tor öffnen oder einen Karren beiseite schieben ist da schon das höchste der Gefühle. Das Kampfsystem ist äußerst einfach zu erlernen und geht spätestens nach den ersten gegnerischen Horden leicht von der Hand. Stolze 130 Waffen soll das Spiel beinhalten, allerdings müssen zu den Schwertern, Streitkolben, Äxten, Lanzen, Armbrüsten & Co. auch diverse Ausführungen an Schilden hinzu gezählt werden. Zur Grundausrüstung gehören 1-2 der genannten “Werkzeuge”, im Verlauf des Games können jedoch auch die Waffen getöteter Feinde aufgesammelt und benutzt werden. Mehr noch. Sie sind auch kombinierbar! Das alleine erlaubt schon sehr viele verschiedene Attacken, zusätzlich gibt es pro Waffenkombination einen eigenen Skilltree, der mit erhaltenen Punkten aus vorangegangenen Levels aufgewertet werden kann und somit weitere Angriffe freischaltet. Auch für die Rüstung ist eine Verbesserung möglich, was durch neue Panzerplatten an der Spielfigur optisch sichtbar wird.

Die Kämpfe an sich versprechen eine Menge Action. Aufgrund des schweren Metalls am Körper bewegt sich Denz recht träge, durch die zahlreich anstürmenden Gegner wird er da natürlich schnell zur leichten Beute, weshalb es dringend zu empfehlen ist, das knifflig getimte Kontern zu erlernen. Leider stürmen die Feinde so zahlreich auf einen ein, dass es kaum möglich ist aufwendigere Kombos auszuprobieren, weshalb es oft auf simples Einhämmern auf die Buttons hinausläuft und dann eher zufällig die wirklich coolen Finishing-Moves entstehen. Je weiter das Spiel voran schreitet und je mehr Angriffe freigeschaltet wurden, umso brachialer fällt das Ganze aus. Mit Blut wird keinesfalls gegeizt und auch so mancher Schädel wird vom Stahl durchbohrt oder gar abgetrennt. Teilweise werden die Kämpfe mit Quicktime-Events angereichert, welche jedoch äußerst simpel ausfallen. Sollten die Widersacher trotz alledem immer noch zu stark sein, lässt sich per Tastendruck der Fluch aktivieren. Sofort verwandelt sich das mittelalterliche Ambiente in eine flammende Höllenvision, in der Denz und Esteban fast unbesiegbar erscheinen. In diesem Modus können auch bestimmte, versteckte Gegenstände entdeckt, vorgesehene Mauern eingerissen und die Feinde entweder erlöst oder in die Hölle geschickt werden (Dante lässt grüßen). Doch Vorsicht: bleiben unsere beiden Helden zu lange in diesem Zustand, hat dies negative Auswirkungen auf ihre Energieleiste.

Man kann also gut und gerne festhalten: das Kampfsystem von “The Cursed Crusade” macht definitiv einiges her und sorgt für viel Unterhaltung. Leider hat das Gameplay sonst nichts mehr zu bieten. Auf jede Filmsequenz, die die Story vorantreibt, folgt ein Schlauchlevel, in dem man die Gegner auseinander nimmt und vielleicht noch zusätzlich den Auftrag bekommt, etwas feindliche Einrichtung zu zerstören. Viel mehr könnt ihr nicht tun. Daher entsteht auch nicht das Gefühl, man hätte großartig Einfluss auf die Handlung. Positiv muss allerdings angemerkt werden, dass dieses Spiel auch zu zweit in Angriff genommen werden kann. Und dies sowohl lokal an einer Konsole per Splitscreen oder online. Sollte sich gerade einmal kein Freund dazu finden lassen, könnt ihr euch auf die K.I. von Esteban Noviembre verlassen. Die sorgt nämlich dafür, dass euer Mitstreiter eine echte Hilfe ist und nicht – wie so oft – eine Klette am Bein, die ständig in Schwierigkeiten steckt.

Fast schon mittelalterlich

…und dies bezieht sich auf die technische Umsetzung. Was wir bei “The Cursed Crusade” zu sehen bekommen, ist alles andere als zeitgemäß. Zwar ist die Gestaltung der Personen und Umgebungen, sowie der Kampfanimationen durchaus gelungen und sehr stimmig, doch wenn es einem vorkommt, als wäre Kantenglättung für die Entwickler ein Fremdwort gewesen und auch die Texturen sehr verschwommen rüberkommen, macht das doch einiges wieder kaputt. Die Sequenzen sind in zwei verschiedene Styles aufgeteilt. Zum einen gibt es kurze Filmchen, die zwar mit extrem viel Tearing zu kämpfen haben, jedoch als insgesamt OK zu bezeichnen sind, wenn man darüber hinweg sehen kann, dass z.B. die Frisuren der Protagonisten recht eckig daher kommen. Zum anderen wird die Geschichte gelegentlich aber auch schlicht durch verschiedene, gezeichnete Bilder erzählt. Dieser Look ist echt klasse.

Die Synchronisation ist für deutsche Verhältnisse überraschend hochwertig. Insgesamt passen die Stimmen gut zu den jeweiligen Personen, den ein oder anderen Sprecher kennt man auch aus Film und Fernsehen. Leider macht das die Inhalte der Gespräche nicht unbedingt besser, denn die wirken doch manchmal recht platt, genau wie die nicht immer gelungenen Gags zwischen Denz und Esteban. In den Sequenzen passt auch öfter das Timing einfach nicht. Das liegt ausnahmsweise mal nicht an fehlender Übereinstimmung von Lippen und gesprochenen Worten, sondern daran, dass zwischen den einzelnen Aussagen zu viel Zeit vergeht und es sich daher nicht nach einem spontanen Gespräch anhört. Die Vertonung der Waffengeräusche kennt derlei Probleme nicht und trägt ebenso zu Stimmung bei, wie der recht gut gelungene, allerdings abwechslungsarme, Soundtrack.

Fazit

Wer ein ähnlich gelungenes Videospiel wie die oben angesprochenen “Dante’s Inferno”, “God Of War III” oder “Castlevania: Lords of Shadow” erwartet, wird mit “The Cursed Crusade” unter Garantie enttäuscht werden. Dies ist neben dem eintönigen Gameplay insbesondere an den vielen kleinen Fehlern der Präsentation festzumachen, die den Eindruck erwecken, Produktionszeit und Budget wären nicht ausreichend gewesen. Lediglich der Multiplayer-Modus ist ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Wer sich jedoch darüber im Klaren ist und darüber hinaus lediglich ein actionreiches und kampfbetontes Spiel mit dem dunklen Flair des Mittelalters sucht, der liegt hier genau richtig.

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