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Kritik | Tearaway : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | Tearaway

20. Dezember 2013 | 0 Kommentare
Titel:
Tearaway
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Sony Computer Entertainment
Plattform:
PSV
LeserInnen-Wertung:
Release:
22.November 2013
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USK:
0

PSV_Tearaway_2D_GERAlle Jahre wieder kommt es vor, dass ein Spiel erscheint, welches niemals den Ruhm erlangen wird, der ihm zusteht. Zurückgehalten von den eher mäßigen Verkaufszahlen der PS VITA, entgeht vielen Spielern einer der besten Titel dieses Jahres. Die Rede ist von Tearaway, das neuste Meisterwerk von den kreativen Köpfen hinter Little Big Planet. Media Molecule hat etwas geschaffen, das nur den wenigsten Entwicklern gelingt. Sie schufen eine Welt, so bizarr und doch so schön, dass es das verborgene Kind in jedermann zum Vorschein bringen vermag. Völlig losgelöst von allen Sorgen, begibt man sich auf eine wundersame Reise an deren Ende leider nur die Rückkehr in die Realität stehen kann. Welche Aspekte uns besonders gefallen haben erfahrt ihr hier:

Eine Welt in deinen Händen

Als Nachricht begebt ihr euch auf die Reise, um eine Geschichte zu übermitteln. Eine Geschichte, über euch und euren guten Freund, euren schützenden Helfer, dessen Nähe trotzdem befremdlich scheint. Simpel und charmant beginnt euer Abenteuer. Nachdem ihr euch entschieden habt, welches Geschlecht und welche Hautfarbe ihr bevorzugt, macht ihr euch auf den Weg. Auf diesem begegnen euch verrückte Kreaturen, durchgedrehte Charaktere und die ein oder andere Überraschung. Direkt zu Beginn beginnt ihr über eure kleine Papierfigur zu wachen. Ihr verschiebt Gegenstände, durchstecht mit eurem Finger die vierte Wand oder setzt Eichhörnen Papierkronen auf. Die Story, welche sich ohnehin nur darauf beschränkt, eurer Figur ein Hindernis nach dem Anderen in den Weg zu stellen, ist bei Tearaway eher zweitrangig. Erzählt wird sie meist in Textform von Charakteren im Spiel. Diese geben euch Hinweise oder Aufgaben. Letztgenannte gibt es zu Hauf und strotzen nur so vor Ideenreichtum.

Sag Cheese

tearaway_TGS_03_11Im Kern handelt es sich hier um einen 3D Plattformer. Die Steuerung beschränkt sich anfangs auf Laufen und Springen, doch im weiteren Verlauf  bekommt ihr noch den einen oder anderen Move dazu. Immer aufrufbar, über die rechte Schultertaste, ist eure Kamera. Mit der könnt ihr Fotos von eurer Umgebung, sowie euch selbst machen. Eingesammeltes Konfetti kann dazu benutzt werden um neue Filter oder Linsen zu erwerben. Genutzt werden außerdem die beiden Kameras eurer Vita um beispielsweise Charaktere mit einem Muster eurer Wahl einzufärben. Wer möchte nicht gern einmal einen Elch im Coca Cola Outfit bestaunen? Darüber hinaus werdet ihr immer wieder selbst in das Spielgeschehen mit einbezogen, denn ihr seid das mysteriöse „Du“, welches als großes unbekanntes Gesicht in der Sonne erscheint. Durch die Frontkamera erscheint dort dann wirklich auch ihr selbst. Man möge meinen, dass die Idee, die komplette Welt aus Papier zu formen schon kreativ sei, dann sollte man sich die anderen Ideen einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Sammeln, was das Zeug hält

tearaway_TGS_02_11Ein Charakter hat seine Krawatte vergessen? Kein Problem. Ihr bastelt ihm einfach eine neue und klebt ihm diese direkt vor den Latz. Über den Touch lassen sich Schere und Stift bedienen, mit denen ihr aus Papier eurer Wahl etwas basteln könnt. An einer Stelle im Spiel fehlen Schneeflocken. Im Handumdrehen habt ihr euch welche zurecht geschnippelt und bestaunt den pinken Papierschnee. Nicht nur Front Touch und Kamera werden genutzt, nein, alle Steuerungsmöglichkeiten des Systems wurden sinnvoll eingebunden. Mit dem Back Touch löst ihr Trommeln aus um euren Charakter hopsen zu lassen, mit dem Gyrosensor verschiebt ihr Objekte und über das Mikro bringt ihr eure eigene Stimme mit ein. Doch eines der mit Abstand tollsten Features sind farblose Objekte, die in den Levels zu finden sind. Fotografiert ihr diese, erhaltet ihr Faltpläne für diese und könnte sie euch auf der Website herunterladen. Im Handumdrehen könnt ihr so eurem Zimmer den gewissen Tearaway-Look verpassen. Die Grundidee eine Welt auf Basis von Papercraft zu realisieren ist Media Molecule wunderbar geglückt. Der nächste Aha-Moment lauert meist schon hinter der nächsten Ecke.

Ein Fest für die Sinne

tearaway_TGS_01_11Brücken rollen sich auf, Blumen öffnen ihre Knospen und Papier wird zerrissen. Begleitet wird dies alles von wundervollen Soundeffekten, die die Animationen mit Knittern und Knirschen untermalen. Auch die Grafik weiß zu überzeugen. Die Farben kommen, wie so üblich, auf dem OLED Bildschirm der Vita gut zur Geltung und dank der Nativauflösung gestochen scharf. Gelegentlich kommt es zu kleinen Framerate Einbrüchen, welchen man aber maximal in zwei bis drei Szenen begegnet und den Spielspaß nicht trüben. Loben muss man an dieser Stelle auch den Soundtrack, welcher eine Mischung aus Folklore und Elektro ist und definitiv Abenteuergefühl vermittelt.

Fazit

Tearaway ist für viele der Überraschungshit des Jahres und eines, wenn nicht das beste Spiel, für Sonys Handheld. Es nutzt alle Eingabemöglichkeiten auf so clevere Art und Weise, dass es lange Zeit sicher das Maß aller Dinge sein wird. Für schlappe 30€ erhält man hier ein 5 Stunden Abenteuer, welches einen jede Minute wieder daran erinnert wie kreativ Videospiele immer noch sein können. Ein gutes Beispiel dafür, dass das Medium berechtigt als Kunstform bezeichnet werden darf und auch hoffentlich irgendwann als solches genügend gewürdigt wird. Jeder Besitzer einer VITA sei hiermit aufgefordert sich dieses Juwel nicht entgehen zu lassen.

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