Kritik | Rango
Nicht ganz wie im Film
Das Spiel ist selbstverständlich an den gleichnamigen Kinofilm angelehnt, die Story ist jedoch eine vollkommen andere. Es geht um das Geheimnis der so genannten Energiesteine, auf die auch der Bösewicht Bad Bill ein Auge geworfen hat. In den ersten der neun Runden geht es darum, an diese Steine zu gelangen, um dann im weiteren Verlauf zu erfahren, was es mit ihnen auf sich hat und letztendlich die Stadt Dirt vor einer Katastrophe zu bewahren. Auf eurer Reise bekommt ihr es nicht nur mit Bad Bill selbst und seinen Schergen zu tun, auch Zombies und sogar Außerirdische stellen sich zwischen euch und euer Ziel.
In Rango gibt es mehrere Möglichkeiten, sich seiner Gegner zu entledigen. Zum einen werdet ihr gleich im ersten Level mit einer Popcorn-Pistole ausgestattet, mit der ihr eure Gegner platt machen könnt. Daneben könnt ihr Nahkampfangriffe starten oder Gebrauch von immer mal wiederkehrenden – insgesamt drei verschiedenen – Schusswaffen, wie zum Beispiel einem Dynamitwerfer, Gebrauch machen. Durch das Erledigen von Gegnern sammelt ihr Sheriffsterne, die ihr bei Wounded Bird eintauschen könnt. Insgesamt könnt ihr euch in siebzehn verschiedenen Eigenschaften verbessern, wobei jede Eigenschaft in drei Stufen eingeteilt ist, deren Freischaltung selbstverständlich mit zunehmender Stufe mehr kostet. So könnt ihr zum Beispiel die Nachladegeschwindigkeit eurer Waffe verbessern, die Reichweite eures Sturmangriffs erhöhen oder – und das ist besonders wichtig – dafür sorgen, dass ihr durch das Erledigen von Gegnern mehr Sheriffsterne bekommt. Dabei bekommt man generell mehr Sterne, wenn man seine Gegner durch Nahkampfangriffe eliminiert.
Das Zahlungsmittel in diesem Spiel erhält man aber nicht nur, wenn man seine Widersacher zur Strecke bringt. Überall stehen Kisten herum, in denen man das wertvolle Geld findet und auch muss hier und da mal gegraben werden, um an die Moneten heranzukommen. Für das Finden dieser Ausgrabungsstellen sowie der in den einzelnen Runden ebenfalls verteilten Aquarien, kann man zusätzlich Boni, wie zum Beispiel diverse Outfits freischalten.
Viele lustige spielerische Abwechslungen
Die Schießereien machen den Großteil des Spiels aus, bei dem aber auch Kletterpassagen nicht zu kurz kommen. Warum auch immer, haben mir diese sogar Spaß gemacht. Es liegt wohl daran, dass sie nicht so lang sind und auch nicht so oft vorkommen aber wohl auch daran, dass Rango einfach ein lustiges und tolles Spiel ist, zu dem die Klettereien einfach irgendwie passen.
Für weitere Abwechslung sorgt hier und da mal eine Verfolgungsjagd auf einem Strauß, einer Fledermaus oder einem Fisch, jede mit unterschiedlichem Ausgang. Daneben muss an einigen Stellen das Talent als Golfspieler bewiesen werden – nicht sonderlich schwer aber dennoch witzig – und in den auftretenden Rutschpartien, den Hindernissen aus dem Weg gegangen werden. Und wem das immer noch zu wenig ist, der darf – okay, muss – sich in so ziemlicher jeder Runde als guter Schütze beweisen, wenn es darum geht, den “goldenen Schuss” von einer Zielscheibe zur anderen, wenn möglich immer ins Bullseye zu lenken.
Ein lustiger Held – optisch wie sprachlich
Über die Grafik von Rango lässt sich nicht allzu viel meckern. Sie geht mehr als in Ordnung. Das Spiel lebt von dem Charme des etwas unüblichen Westernhelds, seinen Geschichten, seiner Art und seinen lockeren Sprüchen, die durch seine halb quietschende, halb krächzende Stimme umso lustiger wirken. Daher passt die Grafik, wenn auch sie nicht überwältigend ist. Viele unterschiedlich aussehende Gegner gibt es auch nicht unbedingt, tut aber dem Spaß keinen Abbruch. Die Spiellandschaften sehen gut aus, wobei hier ein Level besonders hervorzuheben ist, in dem ihr in einen Spielautomaten hüpft und euch durch eine Pixelwelt kämpfen müsst.
Fazit
Rango ist ein wirklich gelungenes, lustiges Action-Abenteuer, das definitv Spaß macht und an dem nicht nur die jungen Zocker Freude haben werden. Klar wird viel Popcorn verschossen aber nie so lange, dass es träge werden würde. Im richtigen Moment kommt ein bisschen Abwechslung hinein und schon freut man sich wieder auf die nächsten Gegner. Wirklich schade ist nur, dass man das Spiel auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad in ca. vier bis fünf Stunden geschafft haben sollte.





