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Kritik | Memento Mori 2 : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | Memento Mori 2

11. Juli 2012 | 0 Kommentare
Titel:
Memento Mori 2
Redaktions-Wertung:
Publisher:
dtp Entertainment AG
Plattform:
PC
LeserInnen-Wertung:
Release:
15. Juni 2012
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Genre:
USK:
12

Nicht ganz vier Jahre ist es her, dass die Interpol-Mitarbeiterin Lara und der Künstler Max mit Memento Mori viele Adventure-Freunde in ihren Bann gezogen haben. Nun finden sich die beiden mitten in ihrem nächsten Abenteuer wieder. Ob das von vorne herein so geplant war, mag stark angezweifelt werden, denn eigentlich wollten die beiden ja nur ihren Urlaub gemeinsam verbringen. Aber wenn die Pflicht ruft, dann können auch die beiden Verliebten in ihren Ferien Gedanken an andere Sachen verschwenden und sich mit anderem beschäftigen als miteinander. Schließlich bleibt ja danach noch viel Zeit für einander… oder?

Boooooaaaaahhhhhh!!!!!

Vielleicht kennt ihr ja die aktuelle Werbung eines großen Fast-Food-Restaurants, in der sich drei Jungs gerade in den USA befinden und aus dem Staunen nicht mehr herauskommen, weil dort alles “größer” ist. Bei jeder neuen Erkenntnis lassen sie ein halblautes “boahhh” (oder so ähnlich) von sich, wobei die Dinge in der Reklame immer größer werden und die Verwunderung der drei Kumpels entsprechend auch. So in etwa ging es mir als ich die ersten paar Minuten Memento Mori 2 gespielt habe. Auch ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Grund hierfür ist die meisterhafte Grafik des Spiels. Und ähnlich wie bei der Werbung wurde mein Staunen immer größer. Dachte ich noch beim Intro “Boah, nicht schlecht!”, habe ich meinem Ausruf immer mehr “o”, “a” und “h” hinzugefügt als ich die ersten Schauplätze und dann die ersten Zwischensequenzen sah.

Man muss es einfach so sagen: man hat das Gefühl als würde man sich einen Film ansehen. Natürlich gibt es hier und da Macken, aber die sind so winzig, dass man schon genau hinsehen und dann auch noch Glück haben muss, dass man im richtigen Moment auf die richtige Stelle guckt. Doch diese Minimalitäten lasse ich dem Spiel in puncto Grafik nicht ankreiden. Hier gibt es die Höchstpunktzahl, denn selten, wenn nicht sogar nie habe ich ein Adventure mit besserer Grafik gesehen. Da sehe ich auch sehr gerne daüber hinweg, dass Lara manchmal breitarmig wirkt oder bei Telefongesprächen immer wieder Schritte nach vorne, nach hinten und zur Seite macht. Wenn ich an ihrem aktuellen Fall dran wäre, würde ich das vor Nervosität vielleicht auch tun.

Wer im übrigen noch über das nötige Equipment, sprich eine 3D-Brille, einen entsprechenden Bildschirm sowie die richtige Grafikkarte verfügt, kann das gesamte Spiel in digitalem 3D bewundern.

In Sachen Sound lässt sich sagen, dass die Sprecher, die zum Teil mehrere Rollen übernehmen gute Arbeit leisten. Die Musik an sich geht in Ordnung und trägt zu einer gelungenen Atmosphäre bei, wenn auch sich einige Stücke wiederholen und andere zum Teil aus dem Vorgänger bekannt sein dürften.

Der Urlaub einer Interpol-Beamtin

Optisch kann ein Spiel noch so toll sein, wenn der Rest nicht stimmt, ist auch die Grafik nur halb so viel wert. Zum Glück erwartet uns in Memento Mori 2 neben dem faszinierenden Optischen auch eine tolle Story, die vielleicht ein klein wenig schleppend vorangetrieben wird, aber mit zunehmender Spielzeit immer fesselnder wird.

Die beiden Protagonisten Lara und Max genießen gerade ihre Flitterwochen im südafrikanischen Kapstadt als die Interpol-Beamtin plötzlich ein Anruf ereilt und sie gebeten wird, einem einheimischen Galeriebesitzer zu helfen. Nach einem Diebstahl vermisst dieser nämlich unter anderem zwei antike Statuen, die nur für diejenigen viel wert sind, die ihre Geschichte kennen und wissen, was sie bewirken können. Da die städtische Polizei nach Ansicht von Katlego den Fall zu schnell ad acta gelegt hat, soll Lara nun zur Lösung beitragen. Trotz Urlaubs und einer nicht wirklichen Begeisterung bei Max, widmen sich die beiden dem Fall und beginnen ihre Untersuchungen.

Natürlich hat der Polizeichef nicht ohne Grund schlampig gearbeitet und den Fall schnell geschlossen. Nachdem sich unsere beiden Helden einigen Gefahren ausgesetzt und dem Dieb sowie seinen Auftraggebern auf die Schliche gekommen sind, scheint einem angenehmen Resturlaub fast nichts mehr im Wege zu stehen. Doch dann plötzlich wird Max in einen Unfall verwickelt. Als Lara am Unfallort ankommt, sieht sie nur noch, wie das von Einschusslöchern gekennzeichnete Autowrack ihres Mannes geborgen wird. Von Max selber fehlt jede Spur…

Wieder in Lyon angekommen, beschließt Lara, ihren Job, der ihr ihren Ehemann genommen hat, zu kündigen. Doch bevor sie dies endgültig tun kann, warten ihre Kollegen mit einem neuen Fall auf sie. Es geht um einen Ritualmord in San Francisco. Bei den Ermittlungen taucht plötzlich Max’ Name auf. Und überhaupt hat er in einer seiner letzten Visionen San Francisco gesehen. Was hat es damit auf sich? Ist Max wirklich tot? Warum begegnet Lara ihm auf irgendeine Weise immer wieder, obwohl er nicht da ist? Welche Rolle spielt ihr Ehemann in diesem ganzen Mysterium? Und in welchem Zusammenhang stehen die nachfolgenden Morde dazu? Nun, am besten, ihr geht den Fragen selber auf den Grund…

Zufriedenstellender Rätselspaß

Wenn ihr euch in das Abenteuer stürzt, erwarten euch ca. satte zwanzig Stunden Spielspaß. Da kann man wahrlich nicht meckern. Einige Zeit geht zwar auf die wirklich vielen Sequenzen drauf, da diese bei jeder sich bietenden Gelegenheit auftauchen, diese sind aber – wie oben beschrieben – wunderbar anzusehen. Ansonsten werdet ihr euch natürlich die meiste Zeit mit dem Rätseln beschäftigen. Der Schwierigkeitsgrad ist insgesamt gesehen durchwachsen und damit meine ich nicht sonderlich schwer. Die meisten Aufgaben sind logisch und durchdacht. Aber es sind in diesem Game durchaus auch einige dieser Kopfzerbrecher vorhanden, wobei kein “normales” Rätsel unlösbar ist.

Ein wenig anders sieht es da bei den – nennen wir sie – Minispielen aus. Da kann nämlich einem manchmal nicht nur der Kopf zer-, sondern auch der Geduldsfaden brechen, vor allem, wenn man nicht hundertprozentig weiß, was man eigentlich machen muss. Zwar gibt es immer eine Anleitung, jedoch könnte für einige der Sinn nicht immer erkennbar sein. Ein gutes Beispiel dafür ist eine alte Frachtliste, die so kopiert ist, dass die Rückseite auf den einzelnen Dokumenten durchschimmert und man so nichts lesen kann. Dass man die einzelnen Seiten erst mal kopieren muss, so dass man jeweils die Vorder- und Rückseite separat hat, kriegt man noch ohne Weiteres hin. Aber die einzelnen Abschnitte dann so übereinander zu platzieren, dass dann der Name einer bestimmten Person zu lesen ist… nicht so einfach… Für die weniger Geduldigen unter uns kommt erschwerend hinzu, dass man die Minispiele nicht überspringen kann. So kann es eben nun mal vorkommen, dass man sich an einer einzigen dieser Herausforderungen minutenlang versuchen muss, ehe man sie meistert. Zum Glück treten diese Art von Aufgaben an nicht so vielen Stellen im Spiel auf. Dafür muss man aber auch sagen, dass sie zum Teil wirklich interessant sind und Abwechslung reinbringen. Und wenn ich euch sage, dass ihr zum Beispiel Fingerabdrücke miteinander vergleichen und Unregelmäßigkeiten finden müsst, dann seht ihr daran, dass hier nicht nur einfache Kombinationsgabe verlangt wird.

Wer gut arbeitet, wird belohnt

Ab dem zweiten Kapitel werdet ihr für bestimmte Ermittlungsarbeiten bzw. Entscheidungen und Aussagen in Form von Prozentpunkten belohnt. Habt ihr euch zum Beispiel in eine Akte reingelesen und gebt in einer anschließenden Diskussion die Fakten richtig wieder, füllt sich eure Prozentleiste. Falsche Entscheidungen in dem Sinne, dass ihr dadurch nicht ans Ziel gelangt, könnt ihr nicht treffen. Jedoch gibt es zwei alternative Enden, die jeweils nochmal ein wenig variieren, je nachdem wie gründlich ihr gearbeitet habt.

Gründliche Untersuchungen sind übrigens auch bei vielen Objekten, entweder im Inventar oder in den einzelnen Schauplätzen gefragt. Diese lassen sich namlich in einer Nahansicht betrachten und drehen, so dass bei einigen Gegenständen noch andere wichtige Details zu Tage kommen. Dabei wird die Fläche der Nahansicht bei den Objekten in den Schauplätzen mit zunehmender Spieldauer größer und ihr habt mehr Raum, den ihr inspizieren könnt.

Fazit

Insgesamt gesehen gehört Memento Mori 2 für mich zu den stärksten Adventuren der letzten Jahre. Sicherlich lässt man sich ein wenig von der Grafik beeinflussen, aber letztendlich ist es nun mal so, dass das Spiel auf Grund dieser besonders Spaß macht. Ansonsten haben wir es hier halt mit einem üblichen Point-and-Click-Adventure zu tun, dass sich gerade durch die tolle Grafik von anderen abhebt. Storytechnisch kann das Game auf jeden Fall auch überzeugen, wenngleich man auch erst einige Minuten bzw. Stunden spielen muss, um endgültig vor den Bildschirm gefesselt zu werden. Aber bei zwanzig Stunden Spielzeit kann man das gern in Kauf nehmen. Vieles ist ja bei Abenteuerspielen subjektiv. Die einen sagen, die Rätsel sind zu leicht, die anderen sagen, die Story ist mies, wieder andere meckern am Optischen. So gesehen wird es bei diesem Spiel auch Leute geben, die es in puncto dies gut finden und in puncto das nicht so gut. Worüber sich aber niemand beschweren werden kann, ist nun mal die Grafik, an die im Moment wohl kein Abenteuer herankommt.

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