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Kritik | LEGO Batman 2: DC Super Heroes : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | LEGO Batman 2: DC Super Heroes

14. Juli 2012 | 0 Kommentare
Titel:
LEGO Batman 2: DC Super Heroes
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Warner Bros. Interactive
Plattform:
PC, PS3, PS Vita, 3DS, DS, Wii, 360
LeserInnen-Wertung:
Release:
22. Juni 2012
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USK:
6

Bei uns im Test: 360-Version

Kurz bevor Batman sich zum Abschluss seiner Filmtrilogie auf die Leinwand wagen darf, so verprügelt seine Klötzchenausgabe bereits zum zweiten Mal Schurken bis die Steine fliegen. Was mit Lego Star Wars begann, erstreckt sich nun sogar zum heldenhaften Fledermausmann. Denn bereits fünf bekannte Franchises wurden in den LEGO-Bann gezogen, bisher resultierten daraus zehn Spiele. Und dennoch: Das Spielkonzept bleibt beinahe unberührt – kann das gut gehen?

Keilerei um Gotham City

Alles beginnt harmlos: Bruce Wayne, der tagsüber schwerreich ist und sein Geschick als Finanzgenius spielen lässt, aber nachts als Batman die Straßen (un)sicher macht, gewinnt den begehrten „Mann des Jahres“-Preis, knapp vor Lex Luthor. Spielverderber, die sie sind, platzen einige Schurken mitten in das Geschehen und richten ordentlich Verwüstung an. Logischerweise nimmt sich Bruce Wayne eine kurze Auszeit und taucht als Batman wieder auf, natürlich mit seinem Gehilfen Robin im Schlepptau. Natürlich ist es nun an ihnen, den Schurken Einhalt zu gebieten. Nach kurzer Zeit sind alle Fieslinge eingebuchtet – lange hält der Frieden aber nicht: Wütend aufgrund seiner Niederlage entwickelt Lex Luthor eine Waffe, die bisher unzerstörbare Dinge mühelos zerstören kann. Diesen Vorteil nutzt er aus und befreit das ganze Gesindel aus der Anstalt Arkham Asylum, mit dem Joker betreibt er sogar eine enge Partnerschaft, um Gotham City ins Chaos zu stürzen. Glücklicherweise erhält Batman Hilfe von anderen DC Helden, wie Superman – Batman selbst ist jedoch eher wenig begeistert. Ärgerlich ist nur, dass auch DC Bösewichte mitmischen. Kurz: Rettet die Stadt vor der Vernichtung!

Das Prinzip ‚LEGO’

Grundlegend unterscheidet sich das Spiel nicht von den vorherigen: Ihr steuert eine von zahllosen Figuren, meistens Batman, ein computergesteuerter Gehilfe folgt euch auf dem Fuße. Zusammen vermöbelt ihr Banditen, löst simpelste Rätsel und sammelt LEGO-Münzen. Der Storymodus zeigt euch verschiedene Level, die es zu meistern gilt, welche auch perfekt in die Story passen. Danach dürft ihr jene Kapitel im „freien Spiel“ nachspielen, hierbei seid ihr aber nicht an vorgegebene Charaktere gebunden. Anders als sonst betretet ihr die Level nicht durch Türen in einer Art Lobby, nein, denn diesmal findet ihr die Missionen in einer „offenen Welt“: die komplette Stadt Gotham ist euch zugänglich, deswegen habt ihr auch eine Karte zur Orientierung zur Verfügung. Der Großteil der Stadt jedoch wird möglichst realistisch dargestellt, nur einige Objekte bestehen wirklich aus LEGO-Steinen. Solche Objekte lassen sich zerstören, woraufhin ihr Münzen erhaltet, oder manchmal könnt ihr die alten Bausteine zu einem neuen Gegenstand zusammenbauen, der euch neue Wege ermöglicht. Einige Level finden (teilweise) in Fahrzeugen statt, wo ihr Verfolgern oder Flüchtigen den Garaus machen sollt. Ein Bonuslevel fordert euch auf, alles zu zerstören. So kommt es unter den Leveln selbst zu keinem Verlust von Abwechslungsreichtum.

Im Gegensatz zu anderen Spielen dürft ihr bei „LEGO Batman“ verschiedene Anzüge ausprobieren, die euch neue Fähigkeiten geben – der Elektro-Anzug lässt euch gefahrlos durch zuckende Stromblitze laufen und sogar Strom in dafür vorgesehene Einrichtungen speisen. Solche Power-Ups stehen jedoch nur Batman und Robin zur Verfügung, die anderen Helden greifen auf ihre hauseigenen Kräfte zurück: Superman fliegt beispielsweise und zerstört Dinge mit dem Hitzeblick, Green Lantern setzt grüne Steine zusammen. Immerhin dürfen alle auf ein Arsenal an Autos, Motorrädern, Booten und verrückten Flugobjekten zugreifen. Ebenso neu wie einige Anzüge ist die Tatsache, dass ihr die meisten Personen, die ihr nicht im Spielverlauf freischaltet, in der Stadt finden und erst verprügeln müsst, um sie kaufen zu können – das macht erstaunlich viel Spaß. Apropos neu: Erstmals dürfen die Legomännchen reden, anstatt nur Töne von sich zu geben – da kann Kollege Link nur neidisch sein. Umstritten ist dieses Feature dennoch: denn simpelste Töne, wie man sie aus Comics kennt, reduzierten bisher die Emotionen auf das Grundlegendste und hoben die LEGO-Spiele somit von der breiten Masse ab. Nun, wo mit Worten um sich geschmissen wird, können Zusammenhänge besser erklärt werden, die Story kann besser erzählt werden, es wird atmosphärischer. Tolle Synchronsprecher sorgen wenigstens dafür, das man dem Verlust von Authentizität nicht allzu sehr nachtrauert.

Münzen sind nicht alles

Es gibt viel zu ergattern, goldene Steine sind unter anderem quer in der Stadt verteilt, oftmals müsste ihr oft euren Anzug wechseln, um einen zu bekommen. Ihr bekommt ebenfalls goldene Klötzchen, wenn ihr Personen in Not helft. Diese sind entweder eingefroren oder sitzen auf der Fontäne eines Hydranten – anfangs spaßig, doch schon nach kurzer Zeit relativ nervig, schließlich wird das Spiel auf diese Weise unnötig in die Länge gezogen. Dies ist bereits ein erstes Indiz für Ideenmangel, schließlich sammelt ihr fast 200 goldene Steine auf diese Weise. Immerhin gibt es noch die roten Steine, die – wenn ihr sie gefunden habt, nützliche oder witzige Extras aktivieren. Wer stolziert denn nicht gerne mit seinem Lieblingshelden unbesiegbar durch die Straßen?
Typischer Slapstick-Humor bleibt auch Batman nicht erspart, doch das ist auch gut so. Wer ein völlig ernstes, seriengetreues Spiel sucht, ist hier falsch. Man bekommt hier ein Spiel, das sich selbst nicht ganz ernst nimmt: vor vielen Levels werden die Gotham News übertragen, die einen in punkto Story auf den neuesten Stand bringen. Im unteren Bildschirmbereich laufen jedoch die „wichtigsten Nachrichten“ durch: Joker habe nur gelbe Zähne, weil er sie nicht regelmäßig putzen würde, etc.

Zu kurz geraten?

Zwar sind die einzelnen Kapitel an sich spaßig, doch wer nur 15 Kapitel spielen darf, fühlt sich etwas über’s Ohr gehauen – zurecht! Denn mit knapp 20 Spielstunden hat man das Spiel zu 100% durchgespielt, wenn man sich nicht allzu viel Zeit lässt. Wenngleich auch hier ein hoher Wiederspielwert winkt, so sollte man nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Umfang schlicht und ergreifend mager ist.
Auch die Grafik muss auf den Prüfstand: Kann dieses Spiel den vielen visuell episch inszenierten HD-Spielen auch nur im Ansatz das Wasser reichen? Leider nein. Zwar sind die LEGO-Figuren und die Objekte schön anzusehen, denn durch die schönen Reflexionen wirken sie wie echtes Plastik. Doch wer genau hinguckt, stellt fest, dass die Reflexionen nur vorgegaukelt werden, damit Rechenzeit gespart wird – warum sonst sollten sich Hochhäuser auf LEGO-Männchen spiegeln, wenn man doch mitten im Wald ist? Und da wären ja noch die nicht interaktiven Objekte und auch Gebäude, die vermeintlich realistisch aussehen sollen. Diese sind sehr kantig, und auch texturmäßig wurde etwas gespart, selbst aus der Entfernung wirken sie schwammig und unsauber. Das Design hingegen ist wohl durchdacht und weiß atmosphärisch zu gefallen.
Auch kleinere technische Mängel sind zu verzeichnen: wenn man an einem Terminal ein Fahrzeug herbeiordern möchte, öffnet sich das Menü lediglich erneut, die Auswahl muss komplett neu eingegeben werden. Selbst die witzigen Cutscenes sind nicht fehlerfrei: manchmal bleibt das Bild stehen, nur der Sound läuft weiter – leider hat meine keine andere Wahl als die Konsole neuzustarten. Glücklicherweise hat uns Traveller’s Tales Checkpoint-Maschinen geschenkt, bei denen man in den Levels den bisherigen Fortschritt speichern kann und zu einem anderen Zeitpunkt das Level am selben Ort weiterspielen kann. Top!
Der Mehrspielermodus beschrännkt sich auf zwei Spieler und bietet zwar den Vorteil, einen Kollegen als Unterstützung zu haben, aber der Splitscreen verwirrt eher, als dass er hilft – leider macht es dann alleine mehr Spaß, denn ohne Sicht bekommt man nur Frust.

Ohrenschmaus

Spannende Melodien, gespielt von einem Orchester, begleiten Batman und Co. auf Schritt und Tritt. Schön anzuhören, abwechslungsreich und vor allem unterstützen sie das Geschen mitsamt Ambiente auf erstklassige Weise. Neben eigens für das Spiel angefertigter Musik lassen sich auch Stücke der Filme des Fledermausmannes wiedererkennen, sogar der Mann mit Schmalzlocke und dem „S“ auf der Brust hat seine originale Musik spendiert bekommen. Ein spielbarer Cartoon, klasse!
Als besonders kinder- bzw. einsteigerfreundlich darf neben dem Schwierigkeitsgrad auch die Steuerung bezeichnet werden, die meisten Aktionen werden auf dem HUD sogar erklärt, obwohl man mit dem Control Stick und den vier Hauptknöpfen prima durch’s Spiel kommt. Schlagen, springen oder fliegen, mit speziellen Objekten interagieren, Charakter wechseln und laufen – mehr nicht. Eine Wohltat, mal ein Spiel zu sehen, bei dem die Tasten nicht überbelegt sind.

Fazit

In „LEGO Batman 2: DC Super Heroes“ wurde das serientypische Spielprinzip innovativ aufgefrischt: neue Charaktere, offene Welt, Sprachausgabe – um nur die Wichtigsten zu nennen. Trotzalledem wurde Potenzial verschenkt, grafische und kleinere technische Mängel mindern den Spielspaß, vom deutlich zu geringem Umfang mal abgesehen. Alles in allem ist aber ein Schritt in die richtige Richtung erkennbar, nächstes mal muss einfach mehr Zeit in das Spiel investiert werden; das Ende lässt schließlich Raum für einen Nachfolger. Wer mit einem 20-Stunden-Spiel auskommt oder bereits vorherige LEGO-Spiele sein Eigen nennen darf, macht hier nichts verkehrt.

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