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Kritik | Das Testament des Sherlock Holmes : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | Das Testament des Sherlock Holmes

16. November 2012 | 0 Kommentare
Titel:
Das Testament des Sherlock Holmes
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Focus Home Interactive
Plattform:
PS3, Xbox 360, PC
LeserInnen-Wertung:
Release:
21. September 2012
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Genre:
USK:
16

Mittlerweile sieht es ja in der Adventure-Szene wieder so richtig gut aus. In letzter Zeit sind so einige gute Games aus diesem Genre erschienen. Da darf natürlich aktuell ein Altmeister auf keinen Fall fehlen. Kein geringer als Sherlock Holmes gibt sich wieder die Ehre. In seinem mittlerweile sechsten Abenteuer geht er nun auch auf die Konsolenspieler zu und lädt sie zum Erkunden, Analysieren und Grübeln ein. Das Testament des Sherlock Holmes heißt das neue Spiel und klingt zunächst mal ein bisschen nach „Ende“. Nun, das ist es aber garantiert nicht. Wir haben den Meisterdetektiv und seinen treuen Freund Dr. Watson begleitet und wollen euch nun ein wenig von unseren Erlebnissen berichten.

Ein echter Gentleman?

Noch bevor das Spiel mit dem ersten Fall beginnt, ist dieser eigentlich schon gelöst. Doch nur Holmes kennt bisher den Hergang und die Lösung. In einer Art Tutorial, in dem wir uns mit der Steuerung ein wenig vertraut machen, müssen wir hinter das kommen, was der Meister schon längst weiß. Doch da der Einstieg in ein Spiel grundsätzlich eher leicht ausfällt, kommen wir der Lösung um die verschwundene samoanische Halskette der Marquise von Coningham schnell auf die Schliche. Nachdem der Gatte der Marquise uns die Echtheit der Kette, die er – wie er selber sagt – quasi blind erkennen würde, bescheinigt, machen wir uns auf in die Baker Street und warten auf neue Vorfälle.

Doch was ist das: der Marquis hat anscheinend urplötzlich seine Meinung geändert und die Kette ist auf einmal doch nicht mehr so echt. Ein gefundenes Fressen für die Presse, zumal unser Held der letzte war, der die Kette in der Hand und sie dann zurück in den Schrank getan hatte. Sofort werden Parallelen zu anderen Fällen gezogen, die Holmes gelöst hat, bei denen aber angeblich auch nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein und aus denen Holmes sogar noch Profit geschlagen haben soll. Aber kann das wirklich sein? Ist unser Freund Sherlock vielleicht wirklich ein Betrüger? Kaum auszudenken. Wie Watson wollen auch wir als Spieler nicht so wirklich daran glauben.

Noch haben wir auch nicht wirklich die Zeit, uns näher damit zu beschäftigen, auch wenn diese Zeit in dem Spiel noch kommen soll, denn der nächste obskure Fall ereignet sich noch am selben Tag. Beim Besuch unseres Bekannten, eines Bischofs, müssen wir leider feststellen, dass dieser auf abscheuliche Weise gefoltert und ermordet worden ist. Spätestens ab hier beginnt das Abenteuer, das uns eine ordentliche Breite an Rätseln und Minispielen bietet. Schon allein an diesem ersten Tatort, müssen die Leiche genauestens untersucht werden, um an Hinweise zu kommen, anhand von Fußspuren Rückschlüsse gezogen, Gegenstände eingesammelt, ein Tresor geknackt werden und und und. Mithilfe der einzelnen gesammelten Infos werden Behauptungen aufgestellt und Tathergänge rekonstruiert, die, wenn man denn alles richtig macht, einen vorantreiben.

Detektivarbeit vom Feinsten

Vom Gefühl her gibt es gar nicht so viele Inventar- und Kombinationsrätsel und wenn, dann sind diese vermeintlich einfach, weil logisch, was aber nicht heißt, dass sie langweilig wären. Dafür gibt es eine Reihe von Minispielen zu absolvieren und Untersuchungen anzustellen sowie die entsprechenden Konsequenzen zu schließen. Und da ist die Bandbreite ziemlich groß. Vom Analysieren von Flüssigkeiten, über das Knacken von Schlössern, Würfelspielen, dem Zusammenfügen von zerrissenen Papierstücken, der genauen Untersuchung von Leichen bis hin sogar zu deren Autopsie ist so ziemlich viel vertreten. Zugegeben sehen einige

dieser Spiele bzw. Aufgaben, die im Verlauf des Spiels vorkommen, spannender aus, als sie es dann tatsächlich sind – und einige können bei Bedarf übersprungen werden -, jedoch sorgen sie für echt gute Abwechslung, da sie nahezu an jedem Ort auftreten und unterscheiden damit das Spiel von anderen dieses Genres, bei denen es hauptsächlich um Kombinationsrätsel geht und „andere“ Aufgaben nur immer mal vorkommen.

Vom Schwierigkeitsgrad her ist alles vertreten. Das Spiel lässt sich grundsätzlich auf zwei verschiedenen Stufen spielen. Die Rätsel selbst sind mal leicht – obwohl einige von ihnen komplizierter aussehen -, mal echt schwer – obwohl es zum Beispiel um eine anscheinend simple Aneinanderreihung von Zahlen geht -. Bei einigen Spielen kann man einfach gar nichts falsch machen, so dass man, wenn gar nichts mehr hilft, einfach alles Mögliche durchprobieren kann. Die Deduktionsspiele, bei denen man aus den gewonnenen Erkenntnissen bzw. auf Grund gefundener Gegenstände aus mehreren Möglichkeiten die richtigen Schlussfolgerungen ziehen muss sind logisch und einem Detektiv entsprechend, wenn auch hier natürlich auf spielerischem Niveau.

A… P… W…

Spielen könnt ihr nicht nur Holmes und Watson, sondern an einer Stelle sogar einen Hund, mit dem ihr die Fährte eines potenziellen Verdächtigen aufspüren und dieser entsprechend folgen müsst. Eine witzige Idee, die auch nochmal den Punkt Abwechslung in diesem Game bekräftigt. Gesteuert werden die Figuren über den normalen PS3-Controller, wobei die einzelnen Knöpfe sehr gut belegt sind. So lässt sich zum Beispiel das Inventar ganz einfach über die Schultertasten durchklicken. Apropos Schulter: ihr könnt mittels einfachem Knopfdruck zwischen Ego- und Third-Person-Perspektive wählen.

Das einzige, was ein wenig stört, sind die holprigen Bewegungen der Charaktere. Okay, man kann den beiden Männern zu Gute halten, dass sie von etwas fortgeschrittenem Alter sind, wenn sie sich aber erst mal steif drehen müssen und eine gefühlte halbe Sekunde brauchen, bis sie dann loslaufen, dann kann das auf Dauer ein wenig die Nerven strapazieren und ganz besonders, wenn der eine dem anderen im Weg steht und man nicht vorbeikommt.

Störend, wenn auch man darüber unter Betrachtung der Gesamtumstände hinwegsehen kann, sind die Unstimmigkeiten in Sachen Sound. Melodisch bzw. musikalisch kann man dem Spiel nichts vorwerfen und die Sprecher leisten wirklich tolle Arbeit, blöd ist nur, dass man nicht selten nach dem letzten Satz eines Gesprächs oder eines ausgesprochenen Gedankens, noch den Anfang – in der Regel nur einen Buchstaben – eines anderen Satzes hört, der aber nicht mehr zu der aktuellen Konversation gehört.

Optisch und insgesamt in diesem Punkt betrachtet, sieht das Spiel trotz niedriger Bildrate und unscharfer Texturen ziemlich gut aus. Die verschiedenen Orte, wie ein Gefängnis mit Hochsicherheitstrakt, ein abgewracktes Industriegelände oder das heruntergekommene Stadtteil Londons Whitechapel, das man im Zusammenhang mit den Morden Jack The Rippers kennen dürfte, mit seinem maroden Krankenhaus und seinen zwielichtigen Gassen sind sehr gut gestaltet und tragen zu einer tollen Atmosphäre bei, so dass man wie gesagt, über einige Macken drüber schauen kann. Zu beachten ist, dass das Spiel USK 16 ist. Das ist auf Grund einiger auftretender Leichen, denen wirklich übel mitgespielt wurde und die dadurch entsprechend aussehen sowie bei denen man auch in die Nahansicht wechseln kann, durchaus gerechtfertigt. Menschen mit zartbesaitetem Gemüt könnten sich daran tatsächlich ein wenig stören.

Fazit

The Gentleman is back. Das neue Sherlock-Abenteuer macht auf jeden Fall großen Spaß. Toll, dass dieses Mal auch Konsolenspieler in den Genuss kommen können. Bis auf die Technik und den Soundfehlern kann ich kaum Schwächen in diesem Spiel feststellen. Natürlich ist vieles subjektiv, aber der Altmeister beweist mit seinem sechsten Abenteuer, dass er seine jungen frischen und aufstrebenden neuen Kollegen auf dem Abenteuersektor nicht so einfach davonziehen lässt. Der Ausflug ins London 1898 lohnt sich definitiv.

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