Warning: mkdir() [function.mkdir]: Permission denied in /www/htdocs/w0123c02/worldofvideogames/wp-content/plugins/Docs/Docs.php(35) : runtime-created function on line 49
Kritik | Chaos auf Deponia : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | Chaos auf Deponia

7. November 2012 | 0 Kommentare
Titel:
Chaos auf Deponia
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Daedalic Entertainment
Plattform:
PC
LeserInnen-Wertung:
Release:
12. Oktober 2012
Loading...Loading...
Genre:
USK:
6

Er ist zurück! Der charismatische Chaot, der es wahrscheinlich auch schaffen würde, eine Gummizelle komplett zu verwüsten, selbst wenn er in einer Zwangsjacke steckt, führt die Abenteurer zurück auf die Müllhalde. Rufus heißt der gute Mann, der nach seinem ersten Ausflug in Deponia zu Recht als neuer Held am Abenteuerhimmel gefeiert wurde. Nun geht das Chaos im wahrsten Sinne des Wortes weiter. Der zweite Teil der geplanten Trilogie steht in den Läden und wartet darauf, von euch gekauft zu werden.

Wie sich so alles ändert…

Wer Deponia gespielt hat, hat den Protagonisten als jemanden erlebt, der nahezu alles demoliert, was er anpackt. Dabei schafft er es sogar Unfälle zu verursachen,

die in den bestimmten Situationen völlig unvorstellbar sind. Aber das soll sich grundlegend geändert haben. Er soll ruhiger, vorsichtiger und in gewisser Weise auch erfahrener geworden sein. Das sagt zumindest der Doc, den man ja noch aus Teil eins kennen dürfte und versucht damit die liebe Oma zu beruhigen, die Rufus nach wie vor nicht (ver-)traut. Dabei will der sich doch nur einen Hammer vom guten Doc leihen. Was sollte da also schon schief gehen? Nun, er könnte zum Beispiel Omis Piepmatz mit dem gefundenen Hammer aus Versehen fast zerdeppern, ihn dann mitsamt dem Federvieh im Klo versenken, beim Versuch, beides wieder aus dem Spülkasten herauszubekommen, diese Einrichtung schrotten, dann auch noch das Spülbecken foltern, den Vogel in den Müllschlucker beordern, damit dieser verstopft und zu guter Letzt auch noch einen Brand auslösen. Unvorstellbar? Na dann viel Spaß bei den ersten fünf Minuten…

Chaos auf Deponia knüpft natürlich an die Geschehnisse im ersten Teil an, wobei es aber auch eine eigenständige Story erzählt, die damit Neulinge auf der Müllhalde zum Spielen einlädt. Dennoch sind Erfahrungen mit Deponia in dem Sinne von Vorteil, weil man durch das Spielen des Nachfolgers einige Hintergründe besser versteht und dieser zudem Fragen beantwortet, die nach dem ersten Teil offen geblieben sind.

Aus eins mach drei!

Im Vordergrund steht nach wie vor die Zerstörung Deponias, der Heimat Rufus‘ durch den Organon. Das Game spielt auf dem Schwimmenden Schwarzmarkt, einem der eher unschöneren Orte auf dem sowieso schon vermüllten Deponia. Nur die weiße Goal kann den Planeten retten, doch ist ihr Hirnimplantat, das die Codes birgt, um zurück nach Elysium zu gelangen und die Organisatoren vom Leben auf Deponia zu überzeugen, mehr als nur hin. Wie es sich aber für einen Schwarzmarkt gehört, wird man beim Versuch, Goal zu „reparieren“ fündig. Doch hätte das Spiel den Zusatz „Chaos“ nicht verdient, wenn dies reibungslos verlaufen würde. Statt einer manchmal sowieso schon schwierigen Goal, sieht man sich jetzt dreien gegenüber, da ihr Bewusstsein in eben so viele Teile gespalten wurde. Tja, blöd, wer auf Billig-Ersatzteile setzt…

Auf eurem Abenteuer findet ihr neben Goal und dem Doc noch andere bekannte Figuren, aber auch einige neue schräge Gestalten. So wahnsinnig viel hat sich im Vergleich zum Vorgänger jedoch nicht geändert. Rein optisch merkt man kaum Unterschiede. Alles ist nach wie vor bunt, voller Müll und hübsch anzusehen. Mittlerweile gibt es zwar eine Schnellreisefunktion, diese schützt aber auf Grund der Eigenart einiger Rätsel nicht davor, dass man nach wie vor ordentlich laufen muss.

Überhaupt sind die Rätsel mit denen aus Teil eins mehr als nur vergleichbar. Es gibt die klassischen, wie Inventarrätsel – okay, es ist ja auch nun mal ein Adventure – und nebenbei auch die bekannten Minispiele, die sich allerdings überspringen lassen. Letztere sind manchmal leider nicht gut erklärt, so dass man schon etwas Geduld aufbringen muss, will man sie dennoch lösen. Dafür sind wiederum einige echt gut gelungen und ein Stück weit abgedreht, wie das Stein-Schere-Papier-Spiel, bei dem ein Betrüger schon mal einen seiner Finger verlieren kann…

Ansonsten gelingt Chaos auf Deponia eine gute Mischung aus zum Teil kniffligen, phasenweise auch mal eher unlogischen, dafür aber sehr lustigen Rätseln. Überhaupt wird Humor auch hier wieder großgeschrieben. Auch abseits der vielen Aufgaben gibt es genug Grund zum Schmunzeln oder gar Lachen. Fast schon allein deshalb ist das Spiel so spielenswert.

Geredet wird in Chaos auf Deponia natürlich auch. Während man im Vorgänger so ziemlich alles hundert mal fragen und besprechen konnte, verschwinden hier die Themenpunkte, wenn sie denn mal abgefrühstückt sind. Den Dialogen kommt, auch wenn es keine Dialogrätsel gibt, insofern eine wichtige Bedeutung zu, da man hier so Einiges erfährt, was einem beim Weiterkommen hilft. Wer nicht fragt bleibt dumm, ist hier also die Devise, wenn auch das leider gleichzeitig bedeutet, dass man alles einfach stupide nacheinander anklickt, was man bereden kann. Die Sprecher leisten souveräne Arbeit und auch über dies hinaus kann man im puncto Sound dem Spiel nichts vorwerfen. Ach, und die lustigen musikalischen Zwischeneinlagen sind auch diesmal wieder mit von der Partie.

Fazit

Normalerweise haben die so genannten Mittelteile einer Trilogie ein schweres Päckchen zu tragen, insbesondere, wenn der erste Teil so dermaßen überzeugt hat, wie im Fall Deponia. Hier meistert dieser zweite Teil diese Hürde aber mit Bravour. Vieles ist zwar ähnlich, dennoch wirkt das Spiel auch irgendwie frischer – wenn man das beim Thema Müll überhaupt sagen kann. Man lernt die Charaktere ein wenig näher kennen und kann sich mehr mit ihnen beschäftigen. Darüber hinaus ist es der Witz, der das Spiel so sehr ausmacht und dadurch für einige kleine „Mankos“ – wenn man es denn überhaupt so bezeichnen kann – entschädigt. Abenteuerfreunden ist dringend zu raten, sich dieses Spiel zu holen. Die Vorfreude auf den finalen Teil ist jetzt schon da. Das liegt vielleicht auch daran, dass das Ende bei Chaos auf Deponia befriedigender ist als das seines Vorreiters…

Hinterlasse ein Kommentar