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Kritik | BEYOND: Two Souls

27. Oktober 2013 | 0 Kommentare
Titel:
BEYOND: Two Souls
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Sony Computer Entertainment
Plattform:
PS3
LeserInnen-Wertung:
Release:
9. Oktober 2013
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Genre:
USK:
16

PS3_BeyondTwoSouls_2D_GER_ORMit dem Meisterwerk Heavy Rain bewiesen Sony und Quantic Dream, dass Videospiel und Hollywood-Blockbuster näher zusammen gerückt sind als je zuvor. Im Herbst 2013 soll nun BEYOND: Two Souls genau da weitermachen, wo der hochgelobte Vorgänger aufgehört hat – mit Hochglanz-Unterhaltung der feinsten Sorte! Ob und wie gut das gelingt, lest ihr in unserem Test.

Das Mädchen und das Ding

BEYOND: Two Souls erzählt 15 Jahre aus dem Leben von Jodie Holmes, die seit ihrer Geburt von einer unsichtbaren Existenz namens Aiden begleitet wird. Ist es ein Geist? Ist es ein Dämon oder ein Fluch? Man weiß es nicht. Sicher ist nur, es ist da und gemeinsam mit Jodie zu übersinnlichen Dingen fähig. Genau dies ist auch der Grund, warum unsere Heldin schon als Kind für die CIA interessant wird, denn dort gibt es eine spezielle Einrichtung, die sich mit Phänomenen dieser Art beschäftigt. Und so wächst die kleine einsam und ohne Familie zwischen Labors und Testgeräten auf, bis sie schließlich zur Agentin ausgebildet wird. Dabei befindet sie sich auf der Suche nach sich selbst, voller Enttäuschungen durch ihre Mitmenschen, Selbstmordgedanken und der unendlichen Sehnsucht doch endlich ein ganz normales Leben führen zu dürfen…

_bmUploads_2013-06-10_3479_Somalia 12Ein toller Mix aus Drama, Mystery und Action-Thriller ist das, was BEYOND: Two Souls besonders macht und den Spieler in seinen Bann zieht. Dadurch, dass die einzelnen Abschnitte in Jodies Leben nicht chronologisch, sondern durcheinander aufeinander folgen, entsteht nicht nur ein gelungener Übergang aus ruhigen und ereignisreichen Abschnitten, man ist auch anfangs gerne einmal etwas verwirrt, warum man mit Jodie als Kind in einer Szene noch Bratöl für die Stiefmutter aus der Garage holt, in der nächsten sich als erwachsene Obdachlose in einem heruntergekommenen Gebäude Unterschlupf verschafft. Erst nach und nach fügt sich alles zu einer bewegenden Story zusammen. Insgesamt schafft Quantic Dream es erneut, uns mit der Spielfigur anzufreunden, mit ihr zu leiden zu lassen und alles dafür zu tun, dass für sie ein Happy End am Schluss zu Buche steht.

Mehr Film als Spiel

Auch in Sachen Gameplay erinnert BEYOND: Two Souls sehr stark an Heavy Rain. Man kann die Spielfigur nur in einem vorbestimmten Gebiet bewegen, diverse Gegenstände näher unter die Lupe nehmen oder auch kämpfen. Viele ihrer Aktionen werden per Quick-Time-Event durchgeführt, wobei im Gegensatz zu anderen Games ein falsches Timing keine Auswirkungen hat. Wechselt man von Jodie in die Rolle des Aiden ist es zudem möglich, geisterhaft durch Wände oder verschlossene Türen zu gelangen – allerdings auch nur durch die, die uns vom Spiel erlaubt werden. Aiden besitzt zudem die Macht Gegenstände in Bewegung zu versetzen, um andere abzulenken, Türen zu öffnen, marode Wände einzureißen oder – und das ist deutlich spektakulärer – andere Menschen zu töten, sie zu manipulieren und zu steuern sowie die letzten Erinnerungen vor ihrem Tod an Jodie zu übertragen, sodass diese erkennt, was vorgefallen ist.

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BEYOND lebt speziell von den Dialogen und Entscheidungen, die wir treffen. Je nach gewählter Konversation oder Tat, ändert sich die Handlung. So hat Jodie beispielsweise die Gelegenheit, den ungeliebten Stiefvater durch Aiden zu ersticken, ihm nur eins auszuwischen oder ihn einfach so davon kommen zu lassen, nachdem sie in Forschungseinrichtung der CIA übergeben wird. Je nachdem, wie man vorgeht, fällt die Reaktion der Mutter aus. Angeblich sollen durch all die Entscheidungen über 20 verschiedene Arten vorhanden sein, mit denen man das Game beendet.

Insgesamt ist das Geforderte leider nicht besonders anspruchsvoll. Selbst der höhere von zwei Schwierigkeitsgraden stellt selbst Anfänger vor keine Probleme. Zudem gibt es kein Versagen. Egal, wie schlecht man sich anstellt, Jodie befreit sich doch immer irgendwie aus der Patsche. Hinzu kommt eine durchaus unpräzise Steuerung, die speziell bei der Fortbewegung von Aiden ein wenig nerven kann.

20430BEYOND_SCREEN_14Hollywood auf der PS3

Motion Capturing heißt das Zauberwort, dass aus der langsam etwas betagten PS3 optisch noch einmal alles heraus kitzelt. Dabei werden Gesichter und Bewegungen der Schauspieler aufgezeichnet und digitalisiert, sehen dementsprechend fast schon lebensecht aus. Nicht nur die Hauptdarsteller um die Hollywood-Größen Ellen Page (Jodie) und Willem Dafoe, der den Wissenschaftler Nathan Dawkins mimt, auch die Nebenfiguren machen dabei einen tollen Job und zaubern uns ein Game auf dem Bildschirm, das einem Film schon sehr nahe kommt. Obendrein macht das detailreiche Level-Design einiges her und lässt durch seine Panoramen vergessen, dass wir uns in einem nur begrenzten Raum bewegen können. Auch aus technischer Sicht sieht BEYOND wirklich klasse aus, sehr farbenfroh und scharf. Da verschmerzt man gerne etwas Kantenflimmern oder die ein oder andere Stelle an der kurz nachgeladen werden muss.

Selbstverständlich sieht das Spiel nicht nur nach Hollywood aus, es klingt auch so. Die Synchronisation ist erste Sahne und zu 99% passt die zu hörende Stimme auch klanglich zur Optik des Schauspielers. Dadurch sind auch längere Gespräche nicht langweilig und werden durch geschickte Kamerawechsel auch gerne noch zusätzlich etwas abwechslungsreicher gestaltet. Ein zur Stimmung passender Soundtrack rundet die insgesamt durchweg gelungene Präsentation von BEYOND: Two Souls ab.

Fazit

Die Story und Inszenierung von BEYOND: Two Souls gehören mit zum Besten, was je auf Konsole erschienen ist. Im wahrsten Sinne des Wortes “großes Kino”. Leider spürt man aufgrund des wenig anspruchsvollen Gameplays eindeutig, worauf hier der Fokus lag. Etwas mehr Ausgeglichenheit wäre da wünschenswert gewesen. Nichts desto trotz ist das Spiel eine absolute Empfehlung für alle, die sich auf ein packendes Erlebnis einlassen wollen, das sich zudem lohnt, mehr als nur einmal durchzuspielen.

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