Warning: mkdir() [function.mkdir]: Permission denied in /www/htdocs/w0123c02/worldofvideogames/wp-content/plugins/Docs/Docs.php(35) : runtime-created function on line 49
Review | Fable Annivesary : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Review | Fable Annivesary

20. Februar 2014 | 0 Kommentare
Titel:
Fable Anniversary
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Microsoft
Plattform:
Xbox 360
LeserInnen-Wertung:
Release:
7. Februar 2014
Loading...Loading...
USK:
16

2021044-cover_hiresImmer wenn eine neue Konsolengeneration erscheint, muss man sich entscheiden: welche nehme ich? Während einige die Technik betrachten, schauen andere auf die Exklusivtitel der Firmen. Lionhead Studios, eines von Microsoft Aushängeschilden, zeichnet sich verantwortlich für die Falbe-Serie. Zehn Jahre nach dem Serienauftakt erscheint ein aufpoliertes HD-Remake des ersten Spiels. Kann das Spiel immer noch überzeugen wie damals?

Verkommene Fabelwelt

Für alle Kenner des Originals sei gesagt: Auch wenn das Spiel das zehnjährige Jubiläum des allerersten Fable-Spiels feiert, so ist das Spiel inhaltlich baugleich mit dem etwas später erschienenen „Fable: The Lost Chapters“, welches im Vergleich einige zusätzliche Quests, Personen, Orte und Monster enthält.

Ein kleiner Bengel verbringt nichtsahnend ein idyllisches Leben in einem kleinen Dorf, zusammen mit Vater, Mutter und Schwester. Als der Geburtstag der Schwester ansteht, fällt ihm ein, dass er erneut vergaß, ein Geschenk zu besorgen. Der Vater ahnt die Panne bereits und verspricht euch, das notwendige Gold für ein Geschenk zu geben, wenn ihr gute Taten vollbringt. In diesem Miniquest merkt ihr, was euch angeboten wird: Verpfeift zum Beispiel einen untreuen Ehemann, den ihr in flagranti erwischt, und kassiert die Münzen eures Vaters oder ihr erpresst den Halunken, der euer Stillschweigen ebenfalls mit barer Münze aufwiegt.

Als das Geschenk endlich gekauft ist, rennt ihr auf dem schnellsten Wege zu eurer Schwester Theresa, die auf den Feldern bei den Stadttoren spielt. Ihre Freude über die Schachtel Pralinen ist lediglich die Ruhe vor dem Sturm. Ein von Panik gezeichneter Mann rennt schreiend in Richtung Dorfzentrum, kurz bevor ein Bolzen einer Armbrust seinen Oberkörper durchbohrt. Banditen fallen über das Dorf her, metzeln, plündern und stecken alles in Brand. Während sich unser kleiner Junge im Gebüsch versteckt, so haben alle anderen weniger Glück. Als der Junge sein Zuhause aufsucht, sieht er die Leiche seines Vaters auf dem Boden liegen. Aus dem Nichts taucht ein Bandit auf, der jedoch von einem Magier namens Maze getötet wird. Maze ist der Leiter der Heldengilde, wohin er euch mitnimmt und ausbilden lässt. Nach eurer absolvierten Ausbildung seid ihr des Schwertkampfs, des Bogenschießens und der Magie fähig.

Von Maze erfahrt ihr, dass eure Schwester überlebt hat. Eine Seherin der Banditen soll euch helfen sie aufzufinden, doch zuvor müsst ihr euch einen Weg durch deren Camp bahnen. Nachdem ihr Zwillingskling, den Anführer, im Kampf besiegt und dann wahlweise getötet oder verschont habt, erfahrt ihr, dass die Seherin selbst eure Schwester ist. Sie lässt ihr Banditenleben hinter sich, während ihr weiterhin Quests für die Heldengilde erfüllt. Ihr durchstreift die Welt Albion, auf der Scuhe nach den Verantwortlichen für das Massaker in eurer Kindheit.

Nach einem erfolgreichen Kampf in der Arena trefft ihr den legendären Helden Messer-Jack, der Albion den Frieden brachte. Erstaunt von eurer Leistung erzählt er, dass eure Mutter ebenfalls überlebt hat. Von Theresa erfahrt ihr jedoch noch ein weiteres pikantes Detail: Messer-Jack ist ebenfalls die Person, die eure Mutter entführt und den ganzen Angriff initiiert hat. Ein mächtiges Schwert, welches erst seine Kraft entfaltet, wenn damit jemand aus der Königsfamilie niedergestreckt wird – genau das ist Jacks Plan. Könnt ihr eure Mutter befreien, eure Rache befriedigen und Albion den wahren Frieden zurückbringen?

Held sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Viele Spiele setzen erst bei einem bestimmten Ereignis ein oder begleiten auf einem kurzen Lebensabschnitt des Protagonisten, doch das ist hier anders: Hauptkonzept des Spiels ist die Veränderung und die damit verbundene Anpassung. So lernt ihr euren spielbaren Charakter im frühen Kindesalter kennen und lasst ihn wachsen und älter werden, ändert seine Frisur, Bart, Tätowierungen. Das wichtigste und vor allem früher das bahnbrechendste Feature: Bestimmt die Moral des Helden, indem ihr Menschen rettet oder tötet, Sachen zurückgebt oder behaltet, Komplimente verteilt oder euch unangemessen verhaltet. Im Extremfall erscheint ein Heiligenschein über eurem blonder Haar, welches auf euer wunderschönes, sonnengebräuntes Antlitz herunterfällt oder aus eurer Stirn wachsen Teufelshörner, dazu wird euer Teint grau und fahl, dazu kreisen Fliegen um euer Haupt. Doch nicht nur euer Erscheinungsbild ändert sich optisch, nein, auch die Umwelt passt sich an: Je nach Erscheinungsbild bewundern euch die Leute, finden euch attraktiv, nehmen panisch Reißaus oder ekeln sich ob eurer außergewöhnlichen Hässlichkeit.

Dieses Konzept hob Fable von der Konkurrenz ab und war zugleich das wichtigste Feature, mit dem geworben wurde. Zu Recht, denn Interaktivität fördert Kreativität – wer probiert denn nicht gerne im Spiel mal verschiedene Möglichkeiten aus, nur um zu erfahren, welche Auswirkungen sich ergeben? Auch heute ist dieses, zugegebenermaßen nicht mehr brandneue Konzept für so manches Spiel immer noch von Belang oder würde sich gut implementieren lassen. Was wäre beispielsweise ein „Mass Effect“ ohne Moralsystem?

Vagabundenleben

Die Welt Albion, durch die ihr stapft, bietet für Abenteurer und Entdecker einiges; neben den Storymissionen, die den Plot vorantreiben, gibt es weitere Hauptmissionen, die für euer Voranschreiten unabdingbar sind. Meist lernt ihr auf diese Weise neue Orte kennen – beschützt oder attackiert die Obstfarm oder beschützt eine Händlerkarawane auf ihrem Weg in eine andere Stadt mit eurem Leben. Natürlich könnt ihr auch trivialere Nebenquest erledigen, wie in beinahe allen Rollenspielen. Sammelt blaue Pilze für eine Hexe, damit sie einen Gesundheitstrank für einen Kranken brauen kann oder sammelt Schatzhinweise für eine der mächtigsten Waffen Albions.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Tätigkeiten, die nicht in eurem Tagebuch auftauchen: erlangt Faustkampftitel, indem ihr euch nachts an versteckten Orten in den städtischen Boxring steigt und eure Kontrahenten ausknockt. Oder seid so frei und macht einer Dame den Hof, heiratet sie und verbringt Schäferstündchen in eurem ehelichen Haus. Schlawiner nutzen die Tatsache aus, dass die meisten Orte keinen Kontakt miteinander haben und es dementsprechend nicht auffällt, wenn in jeder Stadt eine andere Dame auf euch wartet.

Wem das zu langweilig ist, der läuft zwischen den Wäldern, Höhlen und Lagern hin und her und metzelt in Echtzeit nieder, was ihm vor die Klinge läuft. Auf diese Weise erhaltet ihr jede Menge Erfahrungspunkte, aber auch nur, wenn ihr sie einsammelt. In der Gilde könnt ihr euch dann körperliche Gesundheit, Zauberkraft, Zaubersprüche, Bogenschießkünste und viel mehr davon kaufen. Die Punkte, die ihr erhaltet, sind übrigens von eurem Kampfstil abhängig, denn zusätzlich zu den allgemeinen Punkten, die ihr universell für alles verwenden dürft, bekommt ihr auch spezifische Punkte: Wer mit Nahkampfwaffen schnetzelt, erhält, je nachdem wie viele Treffer ihr einstecken musstest, mehr oder weniger Punkte, die ausschließlich eure Fitness fördern können. Ein praktischer Synergie-Effekt; starke Magier werden stärkere Magier, usw.

Das Kampfsystem funktioniert tadellos und ist auch für Einsteiger gut geeignet, glücklicherweise wurden auch mehrere Steuerungsvarianten eingebaut – alte Hasen können auf die originale Steuerungsvariante zurückgreifen, Pragmatiker und Fans der neueren Fable-Teile wählen die durchaus bessere Option, die eben den neueren Spielen der Serie entliehen ist.

In der Wildnis warten auch noch andere Schätzen, für die ihr entweder eine bestimmte Anzahl von Schlüsseln gefunden haben müsst oder Dämonentüren, die entgegen ihres Namens nicht notwendigerweise böse und dämonisch sind, sondern lediglich ein Rätsel bzw. eine Aufgabe erfüllt haben wollen, damit ihr ihren Schatz einsacken dürft.

Wer sich seine Sporen in Form von Teufelshörnern verdienen will, schleicht lieber durch Städte und beklaut Händler. Ein Auge über eurer Karte signalisiert euch immer, wie viele Menschen euch momentan beobachten, eindeutig hilfreich. Bösere Zeitgenossen schlachten stattdessen einfach ab und nehmen sich, was übrig bleibt.

Ultimatives Remake?

Was dem Spielkonzept fehlt, fehlt auch jetzt noch, denn mehr als ein optisches Tuning wurde hier nicht vorgenommen. Die teilweise auch gut bekannten Synchronsprecher wurden beibehalten, höchstens audiotechnisch etwas aufpoliert. Insgesamt sind die NPCs in den Dörfern aber wortkarg bzw. leiern oftmals dasselbe. Die Melodien, unter anderem vom berühmten Komponisten Danny Elfman beigesteuert, hören sich wirklich klasse an. Spitzenklasse!

Optisch ist ein gewaltiger Sprung geschehen, die Menschen sehen fabelhaft aus – Wortspiel beabsichtigt; realistischer und anspruchsvoller als im Original, aber auf eine gewisse Art und Weise auch hässlicher. Aber das ist keineswegs negativ zu sehen, überzeichnete, markantere Charaktere prägen sich einfach besser ein. Licht, Schatten und Feuereffekte sind auch herrlich anzusehen, die ganzen Ortschaften behielten ihren Charme aber sind nun etwas märchenhafter, obwohl der typische, hohe Kontrast leider etwas zurückgeschraubt wurde.

Dennoch gibt es hier Dinge zu mäkeln: Die Bewegungen und Animationen laufen durchaus flüssiger, aber sehen häufig unnatürlich aus und fühlen sich auch manchmal so an, stellenweise wirkt es, als würde man über den Boden gleiten. Auch die Mimik wurde überarbeitet, sieht auch besser aus, aber im Vergleich meilenweit von kinoreifen Präsentationen wie „Heavy Rain“ entfernt. Früher wurde das Menü als ein großer Kritikpunkt zitiert, daher gab es ein neues spendiert. Die Karten sind zwar hübscher ausgefallen, doch die Menüführung ist zu kompliziert ausgefallen. Man braucht beinahe alle Tasten des Controllers, um optimal durch die einzelnen Reiter und Listen zu navigieren.

Fazit

Ein ambitioniertes Spiel, das durchaus mit seiner Atmosphäre, dem Setting und dem Plot besticht. Dazu noch ein unverkennbarer Designstil, gepaart mit Moralsystem und einer insgesamt großen Selbstgestaltungsvielfältigkeit. Nicht zu vergessen der Ohrenschmaus von Soundtrack – fertig ist ein großartiges Spiel. Da es hier aber nicht in erster Linie um die Präsentation des Originals, sondern um die Bewertung der aufgemotzten Version geht, so kann man mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf das Spiel blicken. Während bezüglich der Optik einiges richtig gemacht wurde, so wurde auch einiges in den Sand gesetzt. Mittelmäßige Körper- und Gesichtsanimationen, umständliches Menü. Wie bei jedem guten Spiel überzeugt das Konzept, die Grafik ist eher nebensächlich. Wer das Spiel nicht kennt oder nur die Nachfolger sein Eigen nennt, darf beherzt zugreifen, Kenner des Originals kramen lieber selbiges heraus.

Hinterlasse ein Kommentar