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Kritik | DmC: Devil May Cry : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | DmC: Devil May Cry

1. Februar 2013 | 0 Kommentare
Titel:
DmC: Devil May Cry
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Capcom
Plattform:
360, PS3
LeserInnen-Wertung:
Release:
15. Januar 2013
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Genre:
USK:
16

Bei uns im Test: 360-Version

Bei uns im Test: 360-Version

Immer wenn eine bekannte und beliebte Serie einen weiteren Ableger veröffentlicht, so spaltet sich meist die Fangemeinde wegen der Frage: Ist es wirklich das, was wir wollen? Die eine Gruppe beschwert sich über unsinnige Neuerungen, das alte Konzept sei das einzig wahre gewesen. Dem gegenüber stehen die Liebhaber von Innovationen, die sich langweilen, wenn der Titel dem vorigen ähnelt. Kann DmC nur enttäuschen?

Schwarz statt Weiß

Kontrovers starteten die Macher bereits, als sie den neuen, jungen Dante präsentierten: statt einem coolen Weißschopf im edlen, aber dunklen Mantel zeigt sich ein rotzfrecher Jugendlicher mit kurzen, dunklen Haaren und abgetragenen Klamotten. Passend dazu ballert er neben Kugeln auch mit scharfzüngigen Sprüchen um sich, selbst größte Explosionen irritieren ihn bestenfalls minimal – typisch Bad Boy. Trotz allem wirkt er überaus lebendig und nur seltenst unglaubwürdig.

Man braucht keine Vorkenntnisse, um diesen Titel spielen zu können, alles Wichtige wird glücklicherweise erklärt bzw. man erlebt es im Laufe der Handlung. Von Dämonen in den Vorhof der Hölle, den sogenannten Limbus, gezogen, versucht Dante auf lässige Art und Weise zu überleben, indem er die kleinen Handlanger schnetzelt und den großen Exemplaren möglichst aus dem Weg geht. Der Limbus sieht fast aus wie die normale Welt, jedoch schwenkt alles zu einem rot-schwarzen Gemisch anstatt der normalen Farben, Straßen werden mal eben auseinandergerissen, Häuser ebenso, Gesetze der Physik gelten nicht – der Limbus kennt keine Dimensionsbeschränkungen. Dämonische Anzeichen wie Gegenstände, die von rotleuchtenden Ranken umklammert werden und sich zusammenziehen, wenn ihr euch nähert; auch schattenähnliche Gebilde versperren euch Zugänge. Spätestens hier ist man vom Grafikdesign vollends umgehauen, es wirkt wie aus einem Guß. Surreal wie ein Porträt von Salvador Dali und bedrückend wie Dante Alighieris Göttliche Komödie, hat Ninja Theory eine Welt geschaffen, die ihresgleichen sucht – und dennoch findet man keine „typischen“ Höllenabschnitten, sondern viele abwechslungsreiche Abschnitte, die normalerweise kaum zusammenpassen würden, aber hier geschickt miteinander verwoben wurden; sie wirken nicht wahllos, sondern ergeben mit Licht, Schatten und dem ganzen Effektspektrum ein besonderes und begeisterndes Erlebnis.

Moderner Horror

Auch audio-technisch wurde beste Arbeit geleistet: Neben einschüchternden Symphonien und undefinierbaren Geräuschfetzen, die aus den Ecken kommen und im eigenen Nachhall verstummen, hat man sich auch bemüht, Besonderes zu leisten: damit auch musikalisch die Erneuerung und Modernisierung der Serie zur Geltung kommt, kam man auf die Idee, Industriemetal- und Dubstep-Passagen einzuspielen. Die Bands Noisia und Combichrist gaben ihr Bestes, den rebellischen und dämonischen Charakter des Spiels einzufangen und auch den Spielern zu vermitteln – selten wollte man den Soundtrack eines Videospiels so gern auf dem MP3-Player haben wie hier.

Zurück zum Plot: Jungspund und Einzelgänger Dante, der durchaus eine gewisse Charlie Sheen-Mentalität in punkto Lifestyle an den Tag legt, trifft nach kurzer Zeit auf Kat – ein Mädchen, das mit Dante im Limbus Kontakt aufnehmen kann, obwohl sie selbst in der „echten“ Welt ist. Sie hilft Dante den Jägerdämonen zu besiegen, woraufhin sie ihm mit dem Boss einer aufständischen Gruppe, „der Orden“ genannt, namens Vergil bekannt macht und Dante seine Vergangenheit, die er zum Schutz seines Lebens vergessen hat, näher bringt: eben dieser Dante ist der Bruder Vergils, der gegen den obersten Dämonen Mundus kämpft. Sie haben nur eine Chance ihn zu erledigen, da sie sogenannte Nephilim sind – ihr Vater Sparda ist ein Dämon, ihre Mutter Eva ist ein Engel. Eva wurde getötet, woraufhin Sparda das Gedächtnis der Kinder löschen ließ, kurz bevor er in die Hölle genommen wurde und seitdem von Mundus gefoltert wird. Bewegt von den Ereignissen schüttelt Dante seine unnahbare Mentalität ab und wirkt genau deshalb wie eine lebendige Person: er drückt zwar noch dem ein oder anderen Fiesling einen beleidigenden Spruch, unpassende Sprüche tauchen aber nicht auf.
Wo wir schon bei Worten sind: deutsche Synchronsprecher, allesamt auf professionellem Niveau, treiben in Cutscenes (vor, im und auch nach dem Level) die Story voran – dummerweise wirken einige unmotiviert und bringen nicht ihr komplettes Talent ein, wodurch so mancher Dialog aufgesetzt klingt. Dantes Synchronsprecher hat jedenfalls einen guten Job hingelegt, wenngleich auch immer noch Luft nach oben ist.

Und auch wenn es schon bombastischere, fesselndere oder innovativere Storylines gegeben hat, so ist diese definitiv kein Kritikpunkt, sie wird lediglich von den anderen Pluspunkten des Spiels in den Schatten gestellt.

Kletterpassagen, Kämpfe & Upgrades

Jetzt, wo ihr sowohl visuell als auch musikalisch und inhaltlich wisst, worum es geht, stellt sich die Frage: Was mache ich denn nun in DmC? Serienkenner dürfen aufatmen, hier hat sich das Prinzip nicht verändert – ihr sammelt wieder Waffen im Laufe der Geschichte, mit denen ihr die Gegnerhorden sauber in ihre Einzelteile zerlegt und dahin zurückschickt, wo sie herkommen. Euer Arsenal spaltet sich in drei Typen auf: Schusswaffen, Engelswaffen und Dämonenwaffen, darüber hinaus habt ihr ein Schwert von Anfang an, wofür es aber keine Alternativen gibt. Glücklicherweise gibt es eigentlich nur ein Kontrollschema für alle Waffen, denn egal ob ihr im Engelsmodus, Dämonenmodus oder im normalen Modus eine bestimmte Taste drückt (B-Taste der 360-Version), so befördert ihr euer Gegenüber in die Luft, wo ihr ihm im Showdown eine persönliche Tracht Prügel auf den Weg gebt. Netterweise müsst ihr nichtmals ein Menü öffnen, ihr dürft bequem über das Steuerkreuz im Kampf eure Waffen wechseln – so stylisch und gleichzeitg brachial war Feinde massakrieren nie, obendrein macht es eine Menge Spaß, jede Verkettung von Angriffen ist so gut

wie einzigartig. Zusätzlich könnt ihr den Dämonentrieb aktivieren, der alle Gegner in die Luft wirft, eure Angriffe tun gleich mehrmals so weh wie vorher und eure Gesundheit regeneriert sich auch – jede Sekunde Dämonentrieb leert aber die dafür vorgesehene Leiste, die sich sehr langsam auffüllt, wenn ihr Feinde schnetzelt. Leider ist die Kamera manchmal so ungünstig positioniert, sodass ihr einige Viecher in eurem Rücken habt, von denen ihr bis dato nichts wusstet.

Coolness pur: wie auch bei den vorherigen Devil May Cry-Spielen erhaltet ihr für die Kämpfe wie auch für das Level eine Stilbewertung, je nachdem, wie ihr euch verhalten habt – die Besten ermetzeln sich einen „SSS“-Rang (= „Sensational“). Jeder Treffer im Kampf wirft euch zurück, kämpft also schön und effektiv!
Da die Kämpfe den Großteil dieses Titels ausmachen, achtet man natürlich auch darauf, etliche diverse Gegnertypen, die sich in Anzahl, Stärke, Aussehen, Kampfverhalten und natürlich auch in Schwachstellen unterscheiden, zu erstellen – Langeweile ist hier vergebens; man wünscht sich, dass die hässlichen Fratzen gar nicht mehr ausgehen, wenn man einmal in Fahrt ist. Obendrein wurden Obermotze vom Feinsten präsentiert, welchen meist in sehr ausgefallener Manier der Garaus gemacht werden soll – weiteres soll hier nicht verraten werden.

Doch neben Kämpfen bieten die linearen Level, die den ein oder anderen versteckten Raum vorzuweisen haben, einige Sprungabschnitte oder Phasen, in denen ihr euch mit Greifhaken-ähnlichen Fähigkeiten fortbewegt. Klingt nicht

besonders spannend, macht aber in Kombination mit den vielfältigen Leveldesigns Spaß. In den vorhin genannten verborgenen Gebieten erwarten euch Schlüssel, Türen oder Seelen, die es zu befreien gilt. Diese alle helfen euch, euch zu verbessern. Denn einerseits könnt ihr eure Leisten verlängern, wenn ihr die verschiedenen Challenges á la „Besiege alle Gegner in einer Minute, sie nehmen aber nur in der Luft Schaden“ meistert, die hinter den Türen warten, wenn ihr die dafür vorgesehenen Schlüssel aufgetrieben habt. Rote Orbs könnt ihr in den Levels auftreiben und im Shop ebenfalls gegen z.B. mehr Gesundheit eintauschen. Durch die Seelen und durch einen guten Levelrang erhaltet ihr spezielle Verbesserungspunkte, mit denen ihr neue Fertigkeiten oder neue Moves für eure Waffen freischaltet.

Zu einfach?

Einmaliges Durchspielen (Schwierigkeitsstufe „Dämonenjäger“ = “Normal“) braucht maximal 10 Stunden, alle Goodies suchen bzw. erkämpfen bringt einige Extrastunden – das ein oder andere Level hätte sicherlich nicht geschadet, abrupt wirkt das Ende aber dennoch nicht. Wem das Durchspielen zu einfach war, der darf noch heftigere Schwierigkeitsgrade ausprobieren – „Himmel oder Hölle“ heißt zum Beispiel, dass sowohl der Spieler als auch die Gegner nach einem Treffer sterben. „Hölle oder Hölle“ tötet den Spieler nach einem Treffer, Feinde haben jedoch die aus dem „schweren“ Modus übliche Lebenskraft – wenn das nicht verrückt ist, was dann?

Fazit

Sicher hat auch dieses Spiel einige Serienliebhaber von der restlichen Fangemeinde getrennt, da hier vieles auf den Kopf gestellt wurde: neuer Dante, frischere Grafik, treibendere Kompositionen. Dennoch konnte das Spiel sehr überzeugen, das Gesamtpaket macht einfach Spaß und hält auch bei Laune. Fehlerfrei ist es sicherlich nicht, doch ist das Meckern auf hohem Niveau: Synchronsprecher, Kamera, Umfang und Geschichte – diesen Punkten fehlt der letzte Schliff, und dennoch ist dieser Hack’n’Slay-Titel ein heißer Anwärter für das beste Spiel des Jahres.

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