Kritik | 3D-Dot Game Heroes
Oldschool ist out? Diesem Vorurteil setzt SouthPeak Games ein geballtes Pixelabenteuer entgegen. Doch ob der nostalgische Charm mit den graphisch hochwertigeren Spielen des Genres mithalten kann, erfahrt ihr hier.
Crazy Pixelheroes
Kommen wir zuerst zu dem wirklich interessanten Teil, wie der Charaktererstellung. Wer sich noch an die früheren 2D-Games erinnert, der weiß, dass es damals eine eher eingeschränkte Charakterauswahl gab.
Hier hingegen habt ihr die Möglichkeit zwischen den vorgegebenen Standardcharakteren wie z.B. zwischen Held und Prinzessin zu wählen oder ihr entscheidet euch für eine originelle Spielfigur und somit für einen Drachen, den Nikolaus, das GT Car oder einen Panzer. Ihr habt richtig gelesen. Ihr habt die Möglichkeit auch ein Auto oder einen Panzer zu wählen. Diese können dann ebenfalls mit einem Schwert und Schild kämpfen, wie die anderen Charaktere.
Falls euch das aber immer noch nicht ausgefallen genug ist, so sind euch bei der eigenen Charaktererstellung keine Grenzen gesetzt. Das Problem ist nur, bevor ihr euch als Herr einer individuell gestalteten Spielfigur nennen könnt, müsst ihr allerdings viel Geduld und Kreativität mitbringen und etwas Geschick könnte auch nicht schaden. Nachdem ihr dann, nach gefühlten 2 Stunden Pixel auf Pixel euren Charakter erstellt habt, kann es auch schon weiter gehen.
Der gewohnte Kampf gegen das Böse
Die Story beginnt gewohntermaßen mit einem Intro, in dem von einer Legende erzählt wird, wo einst ein Held das Königreich Dotnia mit Hilfe eines heiligen Schwertes und der Macht der sechs Kugeln der sechs Weisen vor dem bösen dunklen König befreite. Viele Menschen reisten daraufhin in das friedliche Land. Doch eines Tages merkte der König, dass immer weniger Menschen kamen und erkannte, dass sie das Interesse an dem 2D-Zeitalter verloren hatten. Also führte er sein Königreich in das 3D-Zeitalter. Doch gleichzeitig wurde das Gefäß, in dem der dunkle König gefangen gehalten wurde, gestohlen und somit ist es wieder Zeit für einen neuen Helden.
Direkt nachdem ihr euren Charakter erstellt und eine Klassifizierung erwählt habt, die über die Entwicklung eurer Fähigkeiten entscheidet, ist eure erste Aufgabe die Suche nach dem magischen Schwert. Zudem erhaltet ihr einen Gefährten, eine Fee namens „Lee“ und erkundet daraufhin das Königreich, dass seit einiger Zeit wieder von bösen Monstern heim gesucht wird. Neben mehreren Quests und Minispielen, bereitet ihr euch auf den großen Kampf gegen das Böse vor.
Jedoch ist das gesamte Gameplay bis auf kleine eingebaute Gags und einige Minispiele sehr berechnend und einfach nur aus den früheren 2D-Versionen wie „The Legend of Zelda“ übernommen worden. Was aber auch wie bei dem Vorgänger spätestens nach 30 Min. für einen extremen Suchtfaktor sorgt.
Pixel über Pixel und nostalgischer Sound
Wie der Name „3D-Dot Game Heroes“ schon sagt, haben sich die Macher dieses Spiels weniger mit aufwendiger Grafik sondern mit Liebe zum Detail der Pixelwelt in 3D-Optik beschäftigt. Leider ist auch der Sound einfach nur aus den früheren 2D-Versionen übernommen worden. Da hätte ich mir auch etwas mehr Kreativität gewünscht. Andererseits sind es auch diese Dinge, die die nostalgische Welt so sympathisch machen und alt eingesessene Gamer, die sich nach den guten alten 2D-Zeiten sehnen, werden auch hier nicht enttäuscht.
Die Steuerung ist ebenfalls wie in den 2D-Vorgängern sehr simpel aufgebaut. Anfangs kämpft ihr noch nur mit einem Schwert und einem Schild bewaffnet. Im Laufe des Spiels wird dies u.a. um einen Bumerang und Bomben erweitert.
Euer Schwert hat zudem das Special sich zu verlängern und zu verbreitern, sodass man das Gefühl hat, dass es fast den ganzen Bildschirm füllt. Ein Zusatz, der den Spaßfaktor aufjedenfall anhebt und euch das Gefühl gibt unbesiegbar zu sein.
Fazit:
Mit 3D-Dot Game Heroes scheint man anfangs ein einfaches Upgrade der 2D-Klassiker wie „The Legend of Zelda“ in den Händen zu halten, doch im Laufe des Spiels wird einem klar, dass es auch, wie der Vorgänger, viel Potential hat. Fans von aufwändiger Grafik und komplexem Gameplay, sowie jüngere Generationen, die mit den nostalgischen Pixelwelten nicht viel anfangen können, aber Spaß an Rollen- und Adventuregames haben, kann ich nur raten sich von den ganzen Pixeln nicht abschrecken zu lassen. Ein schönes Retrogame, allerdings sollte man nicht zu viel erwarten.





