Kritik | Sin and Punishment: Successor of the Skies

20. Mai 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Sin and Punishment: Successor of the Skies
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Nintendo
Plattform:
Nintendo Wii
LeserInnen-Wertung:
Release:
7. Mai 2010
Loading ... Loading ...
Genre:
USK:
12

Rail Shooter sind langweilig? Nintendo will Dich vom Gegenteil überzeugen. Bekannt ist dieser für von Spielern geliebte Klassiker wie Ikaruga, Gradius V und Radiant Silvergun. Ob wohl auch der zweite Teil der Sin And Punishment-Reihe solch einen Kultstatus verdient? Macht Entwickler Treasure seinem Namen alle Ehre und enthüllt uns einen Schatz?

Zwischen den Welten

Das Universum war aufgeteilt in zwei Bereiche, das Äußere und das Innere Universum, zwischen welchen ein gnadenloser Kampf tobte. Das Innere Universum erschuf viele Planeten Erde, auf denen die kriegerische Menschheit als Beschützer des jeweiligen Planeten vor dem Äußeren Unviersum eingesetzt wurde. Anders als erwartet, waren die Menschen auf emotionaler Ebene zu labil; sie widersetzten sich und schlossen stattdessen Freundschaft mit dem anderen Universum. Dieser Vorfall wiederholte sich, infolgedessen wurde jede betroffene Erde von der Menschheit befreit und neu besiedelt. Während dieser Zeit bot sich für das Äußere Universum die Chance, den Planeten für sich zu gewinnen.

Kachi, ein junges einem Menschen nachempfundenen Mädchen, bildete deren Vorhut. Ihre Erinnerungen wurden manipuliert, da sie nicht die wahren Pläne kennen sollte. Ihr Ziel war es, die Menschheit zu beobachten. Der halbmenschliche Junge Isa Jo war ihr Gegenspieler auf Seiten des Inneren Universums. In den Ruinen auf der vierten Welt begegneten sich beide. Doch stat sich zu bekämpfen, begannen sie ein Gespräch und zogen los, um mehr über Kachis Vergangenheit und Herkunft herauszufinden. Schließlich wird die Kampftruppe der Nebulox zu Rate gezogen; das Innere Universum ist bestrebt, sich der beiden zu entledigen. Im Gegenzug sollten die Nebulox mehr Bestimmung über die Menschheit erhalten sollen, jedoch leisten Isa und Kachi Widerstand. Ob sie überleben oder etwas herausfinden? Findet es selbst heraus!

BANG BOOM BANG!

Für diejenigen, die noch nicht in den Genuss eines Rail Shooters gekommen sind, lasst mich euch erklären, was sich überhaupt dahinter verbirgt: Ihr könnt euch vertikal und horizontal bewegen, aber nicht in die Ebene hinein; dies macht der Computer für euch. Entweder kontinuierlich oder wenn in einem bestimmten Bereich eine gewisse Anzahl von Gegnern ausgeschaltet wurde. Zwischendurch duelliert ihr euch mit sogenannten “Commandern”, sie sind deutlich zäher als das übliche Kanonenfutter. Ebenso benötigt ihr eine Taktik, ohne richtet ihr keinen Schaden an oder steckt selbst zu viel ein. Für jeden Gegner bekommt ihr Punkte auf euer Konto, je mehr Gegner ihr besiegt, desto höher wird der Multiplikator. Wer Treffer kassiert, dem winkt das Gegenteil. Ab und an werden erläuternde Sequenzen, welche die Geschichte vorantreiben, eingeblendet. Manche Abschnitte geben euch die Möglichkeit, auf einem Gefährt einen Highway entlangzubrausen.

Nehmen wir mal das erste Level als Beispiel:
Ihr findet euch mitten in einer Stadt wieder, plötzlich taucht Orion Tsang, ein Nebulox, auf. In einem kurzen Video könnt ihr ihm noch knapp entkommen, jedoch lassen seine Handlanger in Luftschiffen und einige Monster nicht locker. Zerstört auf eurer Flucht auch die besetzten Türme, Panzer und heraneilende Torpedos. Am Ende der Hatz zu Fuß wird euch der Boden unter den Füßen weggeschoßen, deshalb fliegt ihr zwischen den Ruinen der Hochhäuser weiter – von Sicherheit kann noch lange nicht die Rede sein. Gebäudehochkletternde Bestien und schießwütige Soldaten sehnen euer Verderben herbei. Auf einmal konfrontiert euch ein weiteres Luftschiff, dieses ist jedoch weitaus stärker als die Vorgänger. Gebt hier auch auf die auf den Tragflächen stehenden Krieger Acht, wie alle zuvor wollen sie ebenso an euer Leder. Habt ihr die Aufgabe bewältigt, so setzt ihr wie gewohnt eure Reise fort. Ihr folgt dem Straßenverlauf, woraufhin ihr einem überdimensionalen Vogel begegnet. Weicht Feuerkugeln und heranschießenden Monstern aus; teilt dabei auch genügend Schaden aus, sodass ihr die Flucht fortsetzen könnt. Entgeht den Feuerstrahlen von Laserarmen durch Ausweichen oder Verwüstung selbiger. Als nächstes fordert euch ein Offizier mitsamt seinem Bataillon heraus; direkt im Anschluss begegnet euch Orion Tsang wieder. Dieses Mal aber lässt er euch nicht entkommen. Hier gilt es, geschickt feindlichen Angriffen zu entgehen, mit Nahkampfangriffen dem Bösewicht den Hintern zu versohlen und seine Kugeln zurückzuschlagen. Ein kurzer Film verrät euch, dass ihr in die Höhle eines Hüters lauft; in einem Turm schier unendlich hohen Turm tretet ihr einer riesigen Echse bzw. Schildkröte entgegen. Feuerbälle, Felsen und der gefährliche Feueratem nagen an eurer Lebensleiste. Ballert, was das Zeug hält! Brachial und adrenalinhaltig, eine perfekte Mischung!

Wii sieht’s aus?

Design-technisch ist das Spiel nur Durchschnitt, weder Comiclook noch eine realitätsgetreue Darstellung wird genutzt, viel eher ein Mix daraus. Die Texturen an sich sind aber in Ordnung. Selbst auf der Wii wäre deutlich mehr möglich gewesen, schließlich ist auch eine Grafik wie Super Mario Galaxy möglich, bisher gab es aber kein annähernd schönes Spiel zu begutachten. An Kreativität mangelt es glücklicherweise nicht; hätte man eine Grafik wie auf dem Cover oder auf dem Handbuch erreicht, wäre ein zwar Okami-ähnlich abstrakter Look entstanden, jedoch könnte man daran nichts aussetzten, ganz im Gegenteil. Soundtechnisch ist hier kein Hochgenuss zu erwarten, die Kompositionen unterstützen aber die hetzende und actiongeladene Atmosphäre, besonders die Stücke während den Bosskämpfen heizt nochmal an und erzeugt zusätzlich Spannung, wie es sich für einen guten Soundtrack gehört. Die Synchronisation ist leider schlecht, die Charaktere bewegen den Mund nur für die japanische Version perfekt, bei allen anderen sieht es merkwürdig aus. Ebenso muss man einer anständigen englischen Vertonung lauschen, für unkundige steht nur ein Untertitel zur Verfügung.

Freie Auswahl

Steuert mit Wii-Controller und Nunchuk, Classic-Controller, dem Zapper oder dem Gamecube Controller – alleine oder wahlweise auch mit einem Freund. Empfehlen kann ich die Wii- und Zapper-Varianten. Der Zeiger an der Front der Fernbedienung steuert das Fadenkreuz, mit dem Control Stick tut ihr das Übliche. Der 2-Knopf lässt euch springen, der A-Knopf präentiert euch einen starken aufgeladenen Schuss. Bei Betätigung des B-Knopfes können verschiedene Dinge ausgelöst werden: Kurzes Drücken lässt euren Charakter das Schwert schwingen, wer länger hält, darf sich an Schüssen aus der Laserpistole ergötzen. Auf dem Z-Knopf weicht ihr mit einer Rolle geschickt dem Projektilhagel aus.

Fazit

Ein Action- bzw. Shooterkracher, der die Serie würdig fortsetzt. Passable Technik bezüglich der Grafik und des Sounds, die Musik hat Ohrwurmpotential. Eine genaue und schnelle Steuerung, dazu noch simpel und einfach auszuführen. Eine anständige, wenn auch leicht kitschige Geschichte, wie man es aus Fernost gewohnt ist. Dank verschiedener Schwierigkeitsstufen und Abwechslung zu empfehlen, der Wiederspielwert wird gewährt, wenn man sich an schwierigeren Stufen versucht. Die Spieldauer ist vergleichsweise kurz, knapp zehn Level mit einer Dauer von fünfzehn bis zwanzig Minuten. Verschwendetes Geld ist es jedoch keineswegs.

Hinterlasse ein Kommentar