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Review | The Witch and the Hundred Knight

30. März 2014 | 0 Kommentare
Titel:
The Witch and the Hundred Knight
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Flashpoint AG
Plattform:
PlayStation 3
LeserInnen-Wertung:
Release:
21.03.2014
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USK:
16

test the witch and the hundred knight packshot

Die japanische Entwicklerschmiede Nippon Ichi Software hat sich schon vor langer Zeit in die Herzen vieler Anime und Strategie Fans geschlichen. Insbesondere die Taktik-Rollenspiel Serie Disgaea gehört hierfür zu den Hauptverantwortlichen, aber auch relativ neue Franchises wie Mugen Souls und The Guided Fate Paradox haben für ordentliche Begeisterung gesorgt. Mit The Witch and the Hundred Knight bringt das Studio nun ein Spiel heraus, das einen etwas anderen Weg beschreitet und vom Genre her mehr an ein Diablo mit Anime Elementen erinnert. Damit weicht NIS leicht von bislang gewohnten Kriterien ab, aber bleibt gleichzeitig der momentanen Strategie neue IPs auf den Markt zu werfen treu, was durchaus löblich ist, als sich auf alten Marken auszuruhen. Bleibt nun eine Frage offen: Wird das Game einen ähnlichen Erfolg wie andere NIS Games feiern oder ist dies doch nur eine Randerscheinung?

Eine Hexe und ihr Ritter

test the witch and the hundred knight screenshot 2Zu Beginn von The Witch and the Hundred Knight wird ein magisches Wesen durch die Sumpfhexe Metalia beschworen. Dabei soll es sich um das mächtigste magische Wesen überhaupt handeln, und diese Hilfe benötigt Metalia, denn sie möchte die gesamte Welt mit einem giftigen Sumpf überziehen. Doch statt diesem mächtigen Wesen wird ein schwächliches Etwas beschworen, das nur über ein Mindestmaß an Intelligenz verfügt und in dessen Haut der Spieler fortan schlüpfen wird. Aber keine Sorge, in kürzester Zeit gewinnt The Hundred Knight, so der Name den Metalia diesem Wesen verleiht, an Stärke, Fähigkeiten und Intellekt hinzu, sodass er sich noch als durchaus nützlich erweisen kann.

Metalia stellt in The Witch and the Hundred Knight sozusagen den Kernpunkt dar, um den sich alles dreht. Dabei sticht sie insbesondere durch ihre absolut finstere Persönlichkeit hervor.  Sie tritt auf besiegte Feinde ein und das ohne auch nur einen Hauch von Gnade zu zeigen. Auch ist sie verbal derart ausfallend, dass gefühlt 10 Prozent aller Dialoge durch Sonderzeichen oder einen Piepton zensiert worden sind, und sogar die eigene Mutter tötet sie ohne auch nur ein Anzeichen von Mitleid oder anderen Gefühlen zu zeigen. Diese Kaltherzigkeit, die sich durch das Spiel zieht, ist dabei auf der einen Seite erfrischend anders, aber auch nichts für zartbesaitete Spieler.

test the witch and the hundred knight screenshot 1

Gigacal, Waffen und Facetten

Wie es bei Spielen aus dem Hause Nippon Ichi Software üblich ist, bekommt es der Spieler wieder mit zahlreichen speziellen Gameplay Elementen zu tun, die im Verlauf des Spiels das Gameplay enorm verkomplizieren und somit eine dichtere Spielerfahrung gestatten. So ist der Hundred Knight bspw. in der Lage fünf Waffen simultan zu tragen, die in spezielle Waffenslots platziert werden müssen. Die Reihenfolge bestimmt dabei mit welcher Waffe zuerst angegriffen wird. Drückt ihr als den Angriffsknopf genau fünf Mal hintereinander, dann wird mit jeder Waffe genau einmal angegriffen. Durch spezielle Sonderfunktionen lassen sich die Waffen sogar zu Spezialcombos verbinden um stärkere Angriffe zu genieren. Ein anderes Element sind hingegen die Facetten, die dem Hundred Knight ein anderes Aussehen verpassen und zudem die Fähigkeiten und Angriffe beeinflussen. Ein sehr schönes Feature das nicht nur für Abwechslung sorgt, sondern auch taktische Anpassungen ermöglicht.

test the witch and the hundred knight screenshot 3Da der Hundred Knight von Metalia nicht nur beschworen wurde sondern auch abhängig von ihr ist, kann er sich nicht allzu weit von ihr entfernen. Das sogenannte Gigacal System sorgt genau dafür, bei dem ein Counter von 100 herabzählt. Die Geschwindigkeit hängt dabei von verschiedenen Kriterien ab. Wird der Hundred Knights von feindlichen Angriffen getroffen oder deckt er bisher nicht erkundete Gebiete auf, dann rast der Counter gerade zu herunter. Erreicht dieser 0, beginnen die HP des Hundred Knight allmählich zu sinken. Kehrt ihr vor dem Ableben jedoch zu Metalia zurück habt ihr keine Konsequenzen wie bspw. einen Verlust von gesammelten Items zu befürchten.

Im Spielverlauf werdet ihr sporadisch spezielle Teleportationspunkte in der Welt finden, an denen ihr auch Bonus-Attribute verteilen könnt. Wie viele Punkte vergeben werden können, hängt von den gesammelten Punkten durch das Töten von Kreaturen ab. Allerdings bleiben diese Boni nur bestehen, solange ihr auf dem Feld seid. Kehrt ihr zu Metalia zurück, verfallen diese. Auch kann die Anzahl der Gigacal so vergrößert werden und ein langer Aufenthalt auf dem Feld ist durchaus sinnvoll. Ähnlich wie in Disgaea füllt sich im Spielverlauf eine Bonusleiste, die euch beim Abschluss des Gebiets mit zahlreichen weiteren Items belohnt.

test the witch and the hundred knight screenshot 5

Anime-Design und Gameplay

Die Spielwelt ist einigermaßen attraktiv gestaltet, allerdings nur wenn man sich an die 3D-Umgebungen gewöhnt hat. Auf den ersten Blick wirken die Gegenden und Feinde ziemlich plastisch und besonders der Spielstart fällt eher schwach und vor allem uninspiriert aus. Erst nach einigen Spielstunden, wenn dann auch langsam etwas anspruchsvollere Gegner auf euch warten, nimmt der Spielspaß zu. Bosskämpfe kommen zudem mit einer zusätzlichen Energieleiste daher, die durchgehend schwankt. Je mehr Energie angezeigt wird, desto weniger Schaden richtet ihr aus. Bereitet sich der Boss auf seine Spezialattacken vor, dann sinkt diese Energie, was euch die Gelegenheit bietet enormen Schaden anzurichten, jedoch nicht ohne entsprechendes Risiko.

test the witch and the hundred knight screenshot 6

Etwas schwach fallen zudem die Quests aus. Im Großen und Ganzen werdet ihr stets nur von Punkt A nach B geschickt um einen Boss zu besiegen und um den Sumpf in der Welt auszubreiten. Da Metalia nur dort hingehen kann wo sich ein Sumpf befindet, macht dies auf der einen Seite ihr handeln zum Teil durchaus verständlich, wirft aber gleichzeitig auch diverse Fragen auf. Warum kann sie nirgends anders hin? Und auch die Tatsache, dass sie nur noch 100 Tage zu leben hat, stellt die Frage ob da nicht noch durchaus wesentlich mehr dahinter steckt. Durch ständige Unterbrechungen anhand von kleinen Events und Zwischensequenzen wird die Geschichte in gewohnter Visual Novell Manier fortgeführt. Das Charakter-Design besticht hier insbesondere durch originelle Figuren die sich so gut wie gar nicht an übliche japanische Stereotypen in Verbindung bringen lassen.

test the witch and the hundred knight screenshot 4Auch im Soundbereich wurde großartige Arbeit geleistet. Die japanische Tonspur ist jedem Japan- und Anime-Fan ohne Ausnahme zu empfehlen, und selbst die englische Synchronisation ist äußerst solide. Ebenso weiß der Soundtrack zu bestechen, wobei hier vielleicht ein paar zu viele Instrumente verwendet worden sind, die auch bei Disgaea stets zum Einsatz kommen. Dadurch mag der Soundtrack auffallen, erinnert aber zu sehr an Disgaea.

Fazit:

Mit The Witch and the Hundred Knight hat Nippon Ichi Software einen mutigen und ambitionierten Schritt in ein Genre gewagt, für das das Unternehmen eher nicht bekannt ist. Das Spiel kommt dabei solide daher, besitzt aber auch noch zahlreiche Schwächen wie einen trägen Spieleinstieg und eine etwas plastische Spielwelt. Aber besonders das Charakter-Design weiß zu überzeugen und speziell die böse Hexe Metailia, um die sich die ganze Story dreht, bringt einen frischen Wind ins Spielgeschehen. Allerdings sei hier auch vorgewarnt: Der Grad ihrer Boshaftigkeit ist zwar originell, aber absolut nichts für zart besaitete Gemüter!

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