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Kritik | No More Heroes – Heroes’ Paradise : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | No More Heroes – Heroes’ Paradise

15. Juni 2011 | 0 Kommentare
Titel:
No More Heroes - Heroes' Paradise
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Konami
Plattform:
PS3
LeserInnen-Wertung:
Release:
19. Mai 2011
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Genre:
USK:
18

“No More Heroes” war seinerzeit, also 2008, eines der wenigen Erwachsenenspiele der Wii. Drei Jahre später portiert Konami den Titel auf die PS3, optisch ein wenig aufgemotzt, ungeschnitten und mit dem kleinen Anhängsel “Heroes’ Paradise” im Namen. Nichts desto trotz machen sich doch ein paar Zweifel breit. Kann ein so altes Game wirklich zeitgemäß und auf eine wesentlich leistungsstärkere Konsole übertragen werden? Wir liefern die Antwort!

Cooler Typ und heiße Schnitten

Hauptfigur von “No More Heroes – Heroes’ Paradise” ist Travis Touchdown, passionierter Gamer, Film-Freak und Gigolo. All diese Hobbies kosten natürlich Geld, zu dumm, dass Travis chronisch pleite ist. Doch damit soll nun Schluss sein, ein Job muss her. Und was würde zu einem so crazy Typen besser passen als Berufs-Assassine? Von Promoterin Sylvia, selbstverständlich knackig und somit genau in Travis’ Beuteschema, wird unser Freund mitsamt seinem Laser-Kantana in die UAA, die United Assassins Association, eingeführt. In diesem Verein werden Kämpfe auf Leben und Tod ausgetragen, je erfolgreicher der Fighter, desto besser sein Ranking. Travis startet auf Platz 11, sein Ziel: die Nummer 1 zu werden und nebenbei Sylvia ins Bett zu kriegen.

Auf den ersten Blick scheint die Story nicht sonderlich viel herzugeben, das macht allerdings nichts, denn hier stehen eindeutig die verrückten Charaktere, ihre schrägen Dialoge und ihr außergewöhnlicher Beruf im Vordergrund. So kommt man nicht selten ins Schmunzeln, teilweise auch ins Träumen, denn Travis’ Lifestyle wünschen wir uns doch alle.

Eintöniges Gameplay

Ist der Held des Spiels noch so lässig, bei mangelndem Spielspaß nützt das nur wenig. Und dies ist in “No More Heroes – Heroes’ Paradise” leider der Fall, die folgenden Zeilen erklären warum. Im Grunde besteht jede Mission aus ein und dem selben Ziel, hier eine kurze Zusammenfassung: genug Geld für die Startgebühr zu einem Kampf verdienen, die Arena betreten, in separaten Räumen unzählige Gegner besiegen und sich zur nächsten Stage durchkämpfen, bis es nach einer gefühlten Ewigkeit der Monotonie endlich zum Bossfight kommt. Das größte Problem ist die wirklich banale Steuerung mit nicht einmal einer Hand voll verschiedener Attacken. Ihr drescht pausenlos mit dem Kantana und immer den gleichen Moves auf eure Widersacher ein, was doch relativ schnell langweilig wird. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang noch die unfassbar schlechte K.I., über die wir nicht mehr sagen wollen außer: solch dumme Bösewichter haben wir nur selten zu sehen bekommen. Immerhin stellen die Endgegner eine echte Herausforderung dar, denn hier nützt es nichts Angriffe zu blocken. Schnelles Ausweichen und gezielte Konter benötigt es, um die schrägen Vögel ins Jenseits zu befördern. Erschwerend hinzu kommt die sich rasch leerende Batterie des Licht-Schwertes. Durch Schütteln des Controllers lädt sie sich wieder auf, was jedoch wertvolle Zeit kostet und Travis obendrein zum wehrlosen Opfer macht. Optional lässt sich das Game auch per PlayStation Move steuern, von einem massiven Anstieg des Spielspaßes können wir hier jedoch nicht reden, aber immerhin ein netter Bonus.

In der Zeit zwischen diesen Turnierkämpfen bewegt ihr Travis durch das Open-World-Städtchen Santa Destroy. Dummerweise gibt es auch hier wieder einiges zu bemängeln. Nicht nur, dass Travis’ Heimat alles andere als ein Augenschmaus ist, es ist auch überhaupt nichts los. Fußgänger und Verkehr halten sich stark in Grenzen, sodass es relativ schnell trist und langweilig wird. Zu allem Überfluss ist Travis’ Gefährt ein überdimensioniertes und wirklich furchtbar fahrbares Motorrad, das aus einem kurzen Weg eine nervenaufreibende Odyssee macht. Noch dazu lässt sich kaum etwas unternehmen, lediglich ein paar Geschäfte haben für Travis geöffnet. Neben einem Waffenladen könnt ihr eure Knete auch in neue Klamotten investieren oder unserem Freund im Gym einen gestählten Body verpassen. Das Geld dazu verdient ihr unter anderem mit dem Töten der Feinde während der Hauptmissionen, doch da dies bei weitem nicht ausreicht, stehen Nebenquests zur Verfügung. Diese unterscheiden sich grundsätzlich in zwei Typen. Zum Einen kann Travis Auftragsmorde begehen, zum Anderen beim Arbeitsamt Minijobs – wie Rasenmähen, Kokosnüsse sammeln oder Autos betanken – annehmen. Anfangs ist das vielleicht noch ganz witzig und unterhaltsam, aber wie auch die Kämpfe werden diese Betätigungen früher oder später wirklich lästig.

Der PS3 nicht würdig

Konami kündigte für “No More Heroes – Heroes’ Paradise” eine sage und schreibe fantastische Grafik an. Nun, für Wii-Verhältnisse mag das sicher stimmen, doch auf der PS3 sieht dieses Spiel extrem altbacken aus. Steril, voller Ecken und Kanten, miese Texturen, schwache Animationen, … – das könnte man noch ewig fortsetzen. So überraschend es nun klingen mag, aber dieses Game hat in optischer Hinsicht auch seine positiven Seiten. Durch Cel-Shading Grafik wird Travis und seine Umgebung in einen coolen, japanischen Comic-Look getaucht, was perfekt zu diesem stylischen Typen passt. Kleines Highlight sind die Anzeigen auf dem Bildschirm, die im Stile der 8 Bit-Ära designt wurden. Der Hintergrundmusik geht es da ähnlich, doch leider wird dieses immer gleiche Spielautomaten-Gedudel schnell nervig, wenigstens macht die Melodie während des Motorradfahrens Laune und erinnert an diverse B-Movies. Das wohl Beste an der Präsentation dürften die perfekt passenden (englischen) Synchronsprecher sein. Hier gibt es nichts zu meckern. Die Fans der Wii-Version dürfen sich zusätzlich darüber freuen, dass die PS3-Ausgabe nicht geschnitten wurde und somit unzählige Blutfontänen beinhaltet.

Fazit

Es ist schon richtig schade, dass eine coole Figur wie Travis Touchdown ein so eintöniges Game auf den Leib geschneidert bekommen hat. Hier werden lediglich die Spieler befriedigt, die gerne pausenlos auf wenig intelligente Widersacher einprügeln, sich am vielen Pixelblut erfreuen und drüber hinweg sehen können, dass sich dieses Spiel definitiv nicht auf dem heutigen Stand der Technik befindet. Fans von Genre-Kollegen wie “God of War” oder “Bayonetta” kann man daher trotz des Style-Faktors nur bedingt zum Erwerb von “No More Heroes – Heroes’ Paradise”, das dank der verrückten Charaktere immerhin für kurzzeitige Unterhaltung zwischendurch sorgt, raten.

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