Kritik | Fullmetal Alchemist: Brotherhood

26. Juli 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Fullmetal Alchemist: Brotherhood
Redaktions-Wertung:
Publisher:
Namco Bandai
Plattform:
PSP
LeserInnen-Wertung:
Release:
08. Juni 2010
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Genre:
USK:
keine Angaben

Fullmetal Alchemist ist wohl einer der beliebtesten Mangas in Japan und auch global einer der erfolgreichsten. Nach zahlreichen Animeverfilmungen und bereits mehrfach erschienen Rollenspielen und einem Beat-Em-Up, bringt uns Namco-Bandai jetzt mit „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“ein weiteres Actiongame für die PSP. Doch ob die stählerne Action des Mangas auch gut umgesetzt wurde? Lasst euch überraschen …

Zwei Brüder wie Pech und Schwefel

Hier ein kurzer Einblick in die Story:
Fullmetal Alchemist spielt in einer Parallelwelt, in der die Alchemie als Wissenschaft angewendet wird. Diese Welt ähnelt dem Europa des beginnenden 20. Jahrhunderts. Dabei scheint das Endprodukt der Alchemie wie eine Art Magie zu sein. Doch auch Alchemisten müssen gewissen Regeln und Gesetzen folgen. Die einzige Möglichkeit, die Gesetze der Alchemie zu umgehen, bietet der Stein der Weisen. Um ihn dreht sich auch die Geschichte.

Die Brüder Edward und Alphonse Elric leben im kleinen Dorf Resembool mit ihrer Mutter Trisha Elric. Nach dem Tod ihrer Mutter versuchen die Brüder sie durch Alchemie wiederzubeleben. Eine Durchführung, die streng untersagt ist und damit endet, dass Edward sein linkes Bein und Alphonse seinen ganzen Körper verliert. Daraufhin nutzt Edward die Alchemie erneut und opfert seinen rechten Arm, um Alphonses Seele an eine eiserne Rüstung zu binden, um ihn so vor dem Tod zu bewahren.  Nachdem Edwards Bein und Arm durch Automails, fortgeschrittene Prothesen aus Metall, ersetzt wurden, begeben sich beide auf die Suche nach dem Stein der Weisen. Nur mit diesem Stein wäre es möglich Edwards Extremitäten und Alphonses wahre Gestalt wieder zu erlangen, dabei geraten sie jedoch in eine Verschwörung im Militär und die Folgen eines vergangenen Krieges.

Feinste Action von Anfang an

Man wird durch ein gut übersichtliches Menü in das Spielerlebnis geleitet, wobei man zwischen dem Story-Modus, einem freien Kampf-Modus und einem Mehrspielermodus wählen kann. Es gibt ebenfalls eine Galerie. Die japanischen Originalkommentare zu jeder Auswahl sind dabei ein nettes Extra und die Ladezeiten sind angenehm kurz gehalten.

Beginnt man ein neues Spiel so werden im Tutorial alle wissenswerte Aktionen und Techniken gezeigt, die man für einen erfolgreichen Kampf beherrschen sollte. Nach einer Zwischensequenz kommt man auf eine simpel dargestellte Landkarte, auf welcher der nächste Storypunkt groß leuchtet. Erwählt man einen Ort, wird eine Missionsauswahl angezeigt. Vor Beginn eines Kampfes gibt es immer eine Zwischensequenz, welche die sprechenden Charaktere abbildet und immer mehr von der Geschichte preis gibt. Diese sind zwar kurz aber vollkommen ausreichend um die Geschichte und die zwischenmenschlichen Beziehungen zu verstehen. Anschließend findet man sich in einer 3D-Arena wieder und ein Countdown zählt von drei runter. Nach Ablauf des Timers ist die Bühne freigegeben, und es liegt an dir, die Gegner, egal wie stark oder zahlreich, zu Boden zu bringen. Dafür stehen einem schnelle und starke Attacken, ein Spurt, Abwehr, ein gemeinsamer Angriff sowie die mächtige Alchemie zur Verfügung.

Das Terrain spielt dabei eine zentrale Rolle, denn Edward kann sich hinter durch Zauber erschaffenen Mauern verstecken. Diese bestehen jedoch immer aus dem Material, auf dem er gerade steht. Da hält eine Steinmauer also deutlich mehr ab, als eine Mauer aus Staub und Lehm.

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Kampf erhält man Erfahrungspunkte. Nach einem Level-Up, kann man seinen Angriff, Verteidigung, Spezialwerte und Geschwindigkeit erhöhen. Die Kämpfe reichen von Trainingskämpfen gegen die Meisterin über optionale Kämpfe, bei denen es ein Dorf von zwei Bösewichten zu befreien gilt, bis hin zu Storykämpfen gegen den Erzrivalen Scar. Mit sogenannten „Bandpunkten“ kann man in den Kämpfen einen gefallenen Partner durch Berühren wiederbeleben, und die Punkte verdient man durch lange Kombinationen mit dem KI-Mitglied.

Mehrere Stunden Spielzeit machen den Storymodus zu einem langanhaltenden Actionerlebnis, der sich durch die Nebenmissionen auch weiter in die Länge ziehen lässt. Allerdings hat man sich hier zu sehr an die Story gehalten, denn es macht nicht ganz so viel Spaß, wenn man vier Kämpfe hintereinander gewinnt, um dann in der Storyline zu sehen, dass der Charakter dann doch schlussendlich verliert und klein beigeben muss. Etwas irritierend, wenn man einen Kampf verliert, ihn nochmal bestreiten muss, weil es sonst nicht weitergeht, und wenn man dann gewinnt, verliert man erst wieder.

Japanisches Flair mit viel Taktik

Graphisch ist das Spiel mit den „Naruto“-Games zu vergleichen. Die liebevoll gestalteten Sequenzen lassen den Charm des Mangas gut rüber kommen, nur die Battlestages sind etwas zu einfach und trist. Wobei das im Feuer des Gefechts kaum auffällt.  Die Steuerung im Kampf und die Umsetzung der Alchemie gelingt sehr gut und obwohl das Gameplay von „Fullmetal Alchemist: Brotherhood“ in der PSP-Welt nichts Neues ist, bringt es ein taktisch relativ hochwertiges Kampfsystem mit.

Die japanischen Kommentare sind zwar ein nettes Extra, aber hin und wieder wegen den hohen Oktaven auch ein Gänsehautfaktor, der ziemlich nervenaufreibend ist. Die Musik versteht es, sich gekonnt mal in den Vorder- oder Hintergrund zu spielen und ist qualitativ schon fast mit einer Filmmusik zu vergleichen.

Die PSP-Tasten sind vollständig belegt und obwohl die Alchemietechniken der Magie ähneln, gibt es dafür keine Points oder andere Werte, die verbraucht werden können und so können sie in einem Kampf beliebig oft angewendet werden. Manche Kämpfe erfordern viel Übung,  vor allem im Kampf gegen die Meisterin trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Aufwertungen z.B.  bei der Geschwindigkeit des Charakters sind gut spürbar und zeigen starke Verbesserung im Vergleich zum Level Null. Das Kampfsystem verbindet viel Taktik und Elemente aus einem Rollenspiel.

Im Mehrspielermodus kann man via Ad-hoc-Modus auch gegen bis zu drei Mitspieler kämpfen. Man kann sich miteinander verschiedener Herausforderungen stellen oder einfach Team gegen Team spielen.

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Fazit

Auch wenn Elemente wie „der Stein der Weisen“ eher an Harry Potter erinnern, sollten sich nicht nur Fans des Manga und Animes für dieses PSP-Game interessieren.  Hier wird ein solides, kampflastiges Gameplay geboten, dass Taktik mit Rollenspielelementen verbindet und zudem auch eine halbwegs mitreißende Story bietet. Es wäre allerdings etwas motivierender, wenn man nach dem Gewinnen nicht hin und wieder wegen der Storyline verlieren müsste.

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