Dead To Rights: Retribution

6. Mai 2010 | 0 Kommentare
Titel:
Dead To Rights: Retribution
Redaktions-Wertung:
Publisher:
NAMCO BANDAI Partners Germany GmbH
Plattform:
Xbox 360, PS3
LeserInnen-Wertung:
Release:
23. April 2010
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Genre:
USK:
keine Angaben

Jack Slate und Shadow sind zurück. Und diesmal auf Next-Gen! Namco führt nach ein paar Jahren Pause die Serie um den coolen Cop und seinen Partner mit der kalten Schnauze fort und setzt auf eure Hilfe bei der Verbrechensbekämpfung. Im Vorfeld wurde vom Publisher Großes angekündigt, ob dem tatsächlich so ist und ob “Dead To Rights: Retribution” es mit der ersten Liga der Action-Games aufnehmen kann, sehen wir nun.

Zu zweit auf Gaunerjagd

Jack’s Heimatort Grant City ist zum El Dorado des Verbrechens geworden, Gangster regieren die Stadt. Jack Slate und sein Vater, ebenfalls ein Cop, geben ihr Bestes, um dem entgegen zu wirken. Während eines Schusswechsels kommt der Senior jedoch um, was den Sohnemann erzürnt und er nun allein auf sich gestellt mit aller Gewalt gegen die bösen Buben vorgeht. Mit dabei: sein Hund Shadow, den ihr wie Jack aus der Third-Person-Perspektive steuern könnt. Viel zu bieten hat die Story leider nicht. Man erfährt zwar ab und an neue Dinge über die Hauptcharakter, doch das macht die Sache nicht wesentlich interessanter und so läuft es auf das altbekannte Gut gegen Böse hinaus.

Das Gameplay ist schnell erklärt: durch die Levels kämpfen, ohne dabei drauf zu gehen. Ab und an eine kleine Spezial-Mission für Shadow oder wichtige Personen unbeschadet durch einen Schusswechsel bringen, das war’s im Großen und Ganzen auch schon. Was einem von Beginn an auffällt ist der hohe Grad an Brutalität, mit dem gegen die Feinde vorgegangen wird. Im Grunde startet man von Punkt A und ballert sich ohne Rücksicht auf Verluste zu Punkt B durch. Gut, das ist für ein Spiel dieser Art (obwohl es sich selbst gerne im Noir-Genre ansiedeln würde) absolut nichts Besonderes, doch man hat eigentlich nie das Gefühl, einen Polizisten zu spielen. Es ist nicht möglich wie in “True Crime” zu entscheiden, ob man den Widersacher tötet oder verhaftet, einzig der virtuelle Himmel wartet auf die Gaunerzunft. Als gut gelungen muss man die Zusammenarbeit zwischen Jack und Shadow bezeichnen. Ihr könnt den Hund taktisch einsetzen um mit ihm Gegner anzulocken, oder ihn einfach auf sie stürzen zu lassen und dann relativ ungefährdet aus dem Hintergrund die Schießeisen abzufeuern. Mit Blut wird dabei alles andere als gegeizt. Bei den dicken Kalibern ist das noch halbwegs nachvollziehbar, doch wenn Shadow ein bisschen die Brust des Feindes zerkratzt und dabei Blutfontänen aus ihm herausspritzen, dann wirkt das eher so, als würde man die Mängel der 0815-Story mit Gewaltdarstellungen etwas vertuschen wollen. Das ist nicht das einzige Beispiel dafür, auch die total überzogenen, teils unmenschlichen Finishing-Moves von Jack, die in Render-Optik abgespielt werden, vermitteln den Eindruck, als wäre die Härte das Einzige, was “Dead To Rights: Retribution” zu bieten hat.

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Atmosphäre top, Grafik… naja…

Angekündigt wurde “Dead To Rights: Retribution” als Spiel mit atemberaubender Grafik. Das macht Vorfreude, doch wenn man sich das Endprodukt so anschaut, dürfte wohl jeder seinen Atem beibehalten. Aktuell ist etwas anderes, von atemberaubend brauch gar keine Rede zu sein, aber zum Glück kann das Spiel diesen Minuspunkt durch die tolle Gestaltung der einzelnen Levels wieder sehr gut ausgleichen. Zum einen wurde viel auf Details geachtet, zum andern kommt man an viele verschiedene Orte. So ist vom Wolkenkratzer bis zur Kraxelei auf einem fahrenden Zug wirklich vieles dabei, das keine Langeweile aufkommen lässt, zumindest was die Schauplätze betrifft. Die Atmosphäre tut ihr Übriges dazu. Alles wirkt düster und unbehaglich, man fühlt richtig die Stadt, die vom Verbrechen regiert wird, besonders wenn man Shadow steuert und somit quasi noch näher an das alles ran kommt.

Kugelhagel und fliegende Fäuste

Die leider etwas schwammige Steuerung der Spielfiguren geht leicht von der Hand und auch wenn beide völlig andere Bewegungen auf dem Kasten haben, hat man die Tastenbelegung doch schnell verinnerlicht, sodass actiongeladenen Duellen in den Straßen nichts mehr im Wege steht. Die K.I. des Gegners, der in nicht gerade vielen Varianten auf Jack und Shadow zustürmt, ist zwar nicht gerade gut ausgeprägt, viele dienen nur als Kanonenfutter, aber da sie meist in großer Anzahl angreifen, ist für Herausforderung gesorgt, zumal Jack nur eine sehr begrenzte Menge an Munition und Waffen bei sich tragen kann und er daher oft darauf angewiesen ist, die Widersacher mit Schlägen zu entwaffnen und zur Strecke zu bringen. Zusätzlichlässt sich für kurze Zeit eine Zeitlupe aktivieren, die für mehr Übersicht sorgt und so das Spektakel besser zu verfolgen ist. Leider hat Jack keine Sprünge im Angebot und so bleiben große Stunts und Feuern im Flug zwangsläufig aus, was doch sehr schade ist.

Fazit

Man sollte sich wirklich zweimal überlegen, ob man sich den neuesten Ableger von “Dead To Rights” zulegen möchte. Die eigenen Ansprüche werden nicht eingehalten, außerdem ist dank schwacher Story und relativ uninteressanter freispielbarer Goodies der Wiederspielwert nicht gerade hoch, noch dazu muss man des Englischen mächtig sein, denn es werden nicht einmal deutsche Untertitel angeboten. Auch wenn “Dead To Rights: Retribution” in einigen Dingen gut punkten kann, bleibt letztendlich ein nur mittelmäßiger Eindruck von dem Spiel übrig. Wer eine unkomplizierte Ballerei für zwischendurch sucht, liegt sicher nicht ganz falsch mit dem Game, alle anderen mit gehobenen Ansprüchen, sollten sich lieber nach anderen Action-Titeln umsehen.

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