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Kritik | Borderlands 2 (Game of the Year Edition) : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Kritik | Borderlands 2 (Game of the Year Edition)

19. November 2013 | 0 Kommentare
Titel:
Borderlands 2 (Spiel des Jahres-Edition)
Redaktions-Wertung:
Publisher:
2k Games
Plattform:
PC, PS3, Xbox 360
LeserInnen-Wertung:
Release:
11. Oktober 2013
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USK:
18
Bei uns im Test: 360-Version

Bei uns im Test: 360-Version

Comic-ähnliche Cel-Shading-Grafik, riesige Monster, bombastische Inszenierung, Rollenspielelemente in einem Shooter. All das machte Borderlands aus – anfangs sorgte dies für Skepsis, doch Borderlands ließ alle Kritiker verstummen. Nach dem beinahe allseits geliebten ersten Teil schickte man sich natürlich an, eine Fortsetzung zu veröffentlichen, welche 2012 ebenfalls auf ganzer Linie überzeugte. Ist die neue „Game Of The Year“-Edition 2013 immer noch relevant?

Box der Pandora

Eine Welt, von Diktatur und Gesetzlosigkeit beherrscht – das ist Pandora. Aus ihrer Erde erhebt sich eine sagenumwobene Kammer, die im ersten Teil von Borderlands geöffnet wurde. Doch anstatt Unmengen von Gold, Geschmeide, die von manchen sogenannten Kammerjägern erwartet wurden, fanden viele ihren Tod. Der Clou der Kammer: sie sendet Wellen aus, durch die man weiß, dass es sie gibt, eine Ortung ist aber nicht möglich – jeder ist auf sich gestellt bei der Suche nach dem gigantischen Bauwerk. Lediglich vier Jäger fanden die Alientechnologie der Kammer wirklich, woraufhin der Rohstoff Eridium freigesetzt wurde.

„Handsome Jack“, ein finsterer Zeitgenosse, der überall für sich Propaganda in der futuristischen, doch zeitgleich postapokalyptischen Welt macht, sucht genau jene Ressource. Grund dafür ist die Tatsache, dass man Eridium als unglaublich mächtigen Kraftstoff einsetzen konnte. Jack erkannte dies und schwang sich zum Herrscher Pandoras auf. Er behauptet, er habe die Kammer gefunden und hindert gleichzeitig alle anderen, sie zu finden. Unsere vier Kammerjäger (ja, der Name wurde durchaus absichtlich so gewählt) machen auch sehr schnell Bekanntschaft mit ihm, denn perfide wie er ist, lockte er sie unter einem Vorwand auf eine Hochbahn, wo lediglich eine Roboterattrappe von ihm auf sie wartete. Nachdem alle Blechroboter, die aus allen Rohren feuerten, selbst mit Kugeln eingedeckt wurden, wird der Selbstzerstörungsmechanismus aktiviert.

Der vielleicht nervigste Roboter der Welt

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Nach der gewaltigen Explosion wacht ihr in der Eiswüste des Planeten auf, wo ein Claptrap-Roboter euch findet und zu seiner Behausung eskortiert. Währenddessen nervt er euch bereits mit seiner Art zu Tode. Genau deshalb entschied sich „Handsome Jack“, die Produktion einzustampfen. Die häufig auftretende Beschädigung sorgt nämlich dafür, dass die piepende Metalldose alles ausspricht, was sie denkt bzw. ihr in den Sinn kommt. Darunter sind auch überaus viele Frechheiten und Überheblichkeiten, die durchaus amüsant sind. Besonders wenn es dem Roboter an den Kragen geht, ist Schadenfreude angesagt.

Dennoch stattet er euch mit einer Pistole aus, die ihr auch direkt ausprobieren dürft: Ein Bullymong, eine Art riesiger Schneeaffe, klaut dem vorlauten Claptrap seinen Sehsensor. Nach kurzer Regeneration werdet ihr in die buchstäblich kalte Welt hinausgeschickt, wo ihr die Viecher jagt und brachial zur Stelle bringt. Nachdem ihr ihm seinen Gefallen erwiesen habt, könnt ihr wieder euer Primärziel verfolgen: Handsome Jacks Diktatur zu beenden, eure Rache an ihm zu nehmen und die Kammer zu finden; der rollende Sprachmüllroboter bleibt euch jedoch erhalten. Von nun an ist er euer Gefährte, hurra!

Doch plötzlich kontaktiert euch ein Wächterengel, der euch hilft, eure Reise zu bestehen und euch nochmals in euren Zielen und Absichten bestärkt. Doch was hat es mit ihm auf sich?

Feuer!

Spielerisch lässt sich Borderlands 2 mit „Mass Effect 2“ vergleichen, denn genauso könnt ihr nach aller Herzenslust eure blauen Bohnen verteilen. Ob Pistole, Sturmgewehr, Scharfschützengewehr, Schrotflinte, Granaten – da ist für jeden was dabei. Ebenso habt ihr neben eurer regulären Lebenskraft einen Schild, der Schüsse abwehrt und sich nach einer gewissen Zeit wieder auflädt. Euer Inventar findet ihr als Hinterlassenschaft getöteter Widersacher, in Schatzkisten, die wie Dixie-Toiletten aussehen oder kauft ihr bei einem Händler, wobei der Händler lediglich ein Automat ist. Doch ihr müsst aufpassen, euer Gepäck ist schneller voll, als ihr schauen könnt, wodurch ihr wertvolle oder interessante Gegenstände wegschmeißen müsst.

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Darüber hinaus gibt es eine weitere Parallele, die durchaus spezieller ist, als die vorherigen: in diesem actionlastigen Shooter gibt es verschiedene Charakterklassen und damit verbunden sind verschiedene Kräfte und Eigenschaften, die ihr euch durch Levelaufstieg erkaufen könnt, vorausgesetzt ihr habt genügen Erfahrungspunkte durch das Bestehen von Missionen oder durch das Erledigen von Banditen und ähnlichem Gesocks erhalten. Wählt im Standardspiel zwischen einem Soldaten, der sogar Geschütztürme aufbauen kann, einer Kriegerin, die ein Kraftfeld aufbauen und andere außergewöhnliche Fähigkeiten benutzen kann, einem Frontalkämpfer a lá John Rambo und einem Assassinen, der im Nahkampf sein Messer verwendet oder aus der Entfernung sein Scharfschützentalent unter Beweis stellt. Eure Skillpunkte könnt ihr, wenn ihr wollt, komplett neu verteilen – Fehlentscheidungen sind also nicht der Rede wert. Ebenso gibt es viele In-Game Herausforderungen, deren Bestehen euch Token bringt, mit denen ihr permanente Boni wie z.B. höheren Waffenschaden erkaufen könnt. Es lohnt sich also, diese Token zu ergattern.

Apocalypse Now

Eisige Tundren und Gletscher, endlose Einöden und Wüsten, heruntergekommene Städte. So trostlos das auch klingen mag, umso schöner sieht es einfach aus. Die sowohl inhaltlich als auch farblich kontrastreichen Gegenden laden zum Entdecken der versteckten Schätze und Objekte in den entlegenen Ecken der Areale ein, es lohnt sich. Die überaus gut vertonten Dialoge sind mehr als hörenswert, denn neben der ausgezeichneten Synchronsprecherauswahl, der man das hineingesteckte Herzblut anmerkt, ist auch plottechnisch viel geboten: Man erhält eine große Einsicht in die Story und vor allem in die einzelnen agierenden Personen. Was sie ausmacht, was sie erlebt haben, was sie antreibt. Im Prinzip ist das gesamte Spiel eine Satire, denn nichts nimmt sich wirklich ernst und niemand ist wirklich realitätsgetreu dargestellt. Diese Art Überspitzung gepaart mit dem derben, schwarzen Humor sorgt für viele Lacher und sorgt für eine lockere Atmosphäre in diesem doch bedrückend angelegten Universum.

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Es macht Spaß, durch die zerstörten Gebiete zu laufen, mit Leuten zu reden, Missionen anzunehmen – gerne auch die optionalen; dasselbe gilt für das Monster jagen oder das simple Durchsuchen der Umgebung. Langeweile taucht eigentlich zu keinem Zeitpunkt auf, denn abhängig vom Charakter ändert sich so viel am Spielgefühl und der eigenen Spielweise, wodurch kein Spieldurchgang dem anderen gleicht. Das Ausprobieren einer neuen Charakterklasse belebt die Story praktisch neu, was auch der Grund ist, warum das Potential in punkto Wiederspielwert so enorm hoch ist. Stationen, an denen ihr euren Charakter äußerlich verändern könnt, tun ihr übriges. Dummerweise sind die Anpassungsmöglichkeiten gering, was deutlich ausbaufähig gewesen wäre.

Marvel? DC Comics? Nein, Borderlands!

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Stilistisch bzw. designtechnisch können kaum Spiele mit Borderlands mithalten: der Cel-Shading-Look ist in letzter Zeit mehr als rar geworden und fand erst recht selten im Shooter-Genre Verwendung. So skeptisch viele auch waren oder auch immer noch sind, so wurden alle, die sich darauf einließen, belohnt. Die düstere, doch zugleich von hoher Sättigung geprägte Optik ist schön anzusehen und wurde dank der Unreal Engine 3 wie so manch anderes Spiel zuvor äußerst gelungen umgesetzt. Ein Jahr später ist die Grafik zwar nicht mehr auf dem Top-Niveau eines GTA V, doch andere Qualitäten überdecken dies Manko schnell.

Getrieben wird der Spieler immer wieder von atmosphärischen, dynamischen Kompositionen. Auch wenn einige Elemente auftauchen, die an „Mass Effect“ oder „Monster Hunter“ erinnern, so taucht beim Spieler zu keinem Zeitpunkt das Gefühl auf, Borderlands sei wie ein Gesamtbild, das aus vielen zusammengesammelten Puzzleteilen zusammengesetzt wird. Durchweg wirkt das Geschehen sehr passend. Einen Anteil daran hat auch die Musik. Ob harmonisch oder aggressiv – kein einziges Thema wirkt unpassend.

Fazit

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Borderlands 2 macht einfach Spaß: Die Vielzahl an Nebenmissionen lockert die Story auf, die verschiedenen Klassen mit ihren Fähigkeiten und die unterschiedlichen Waffentypen ermöglichen viele Spielweisen. Auch nach einmaligem Durchspielen ist der Spaß nicht vorbei, die nächste Klasse wartet schon! Die interessante Story und das Gameplay fesseln einfach an den Bildschirm, der Humor ist dazu sehr erfrischend. Wenngleich die Grafik nicht mehr die allerbeste ist, so kann sie dennoch oben mithalten und mitsamt der Musik eine außergewöhnliche Atmosphäre erzeugen. Der Stil des Spiels ist wirklich einzigartig und beschert ein ebenso einzigartiges Spielerlebnis. Kurz gesagt: Wer nicht ausprobiert, ist selbst schuld!

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