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Interview: Valetina Hirsch von PIXELMACHER : Worldofvideogames.de – Dein Spielemagazin im Internet

Interview: Valetina Hirsch von PIXELMACHER

24. Dezember 2012 | 0 Kommentare

Valentina

Weihnachten steht vor der Tür und kurz vor der Bescherung haben wir noch einen ganz besonderen Artikel für euch: Es gibt einige Fernsehformate, die sich mit dem Thema Gaming auseinander setzen. Eines dieser Formate ist z.B. Pixelmacher. Valentina Hirsch ist die leitende Redakteurin des Videospielmagazins auf dem Sender ZDF kultur und hat sich dazu bereit erklärt, uns einige Fragen zu Themen rund um ihre Sendung zu beantworten. Bei uns erfahrt ihr jedoch nicht nur, was sich hinter dem Format verbirgt und wie es um die aktuelle Videospielkultur steht, sondern auch, wie ihr die Inhalte der Sendung beeinflussen könnt und ob sich ein Einstieg in den Bereich Gaming-Journalismus wirklich lohnt.

1. Valentina, kannst du uns zuerst etwas zu deiner Person erzählen? Wie bist du zu den Pixelmachern gekommen und warst du bereits vorher in der Branche tätig?

Ich studierte “was mit Medien” in Frankfurt: Germanistik, Historische Ethnologie und Europäische Kulturanthropologie. Nach einem Volontariat bei SAT1 und Station beim SWR Fernsehen, war ich dann 10 Jahre Redakteurin für das Technik-Magazin “neues” in 3sat. Seit etwas mehr als einem Jahr arbeite ich jetzt für Pixelmacher, einem Magazin für Videospielkultur, das auf einem der digitalen Kanäle des ZDF läuft: ZDFkultur. Außerdem betreibe ich privat ein Weblog für Videospielkultur.

Die Idee für ein Gaming-Format für ZDFkultur stammt ursprünglichvon mir. Zusammen mit spiele-affinen Kollegen haben wir dann ein Konzept geschrieben und das eingereicht. Die Programmplaner für ZDFkultur fanden das Thema Gaming spannend und vor allem wichtig für einen Popkultursender. Wir haben dann weiter am ersten Konzept gearbeitet, natürlich auch Feedback von den Programm-Planern eingearbeitet und dann mal losgelegt.

 2. Wie wird das Format produziert und inwieweit konntet ihr bisher eure Vorstellungen in dem Format umsetzen? 

Wir durften viel experimentieren, was nicht selbstverständlich ist. Wir hatten so die Chance, das Format zu entwickeln und auch noch während es lief zu verändern. Zu Beginn war Pixelmacher erst mal eher ein Mischformat aus Videospiel- und Netzkultur-Themen. Inzwischen widmen wir uns aber ausschließlich dem Thema Videospielkultur und allem, was daran anknüpft. Wir wollen aktuelle Themen und Diskussionen im Auge behalten, uns aber nicht allein von den Release-Terminen der Blockbuster die

Themenplanung diktieren lassen.  Uns geht es darum, einfach mehr über den Tellerrand hinausschauen. Statt einfach Beitrag, Moderation, Beitrag abwechselnd aneinander zu reihen, setzen wir inzwischen mehr Schwerpunkte, um entsprechend mehr in die Tiefe gehen zu können.

Um ein paar Beispiele zu nennen: Wir haben die Gaming-Kultur in Frankreich beleuchtet (14. Mai 2012) oder uns dem Thema „Hass“ gewidmet (8. Oktober 2012):

Pixelmacher – ZDFkultur: Hass

Die Zusammenarbeit im öffentlich rechtlichen Sender ist nicht problematisch, da man hier sehr offen ist. Es gibt keine Verbote oder Ähnliches, jedoch verschiedene Meinungen. Alle Themen und deren Relevanz werden auf Augenhöhe diskutiert. Höchste Relevanz hat hier natürlich, dass die Zuschauer informiert werden und verschiedene Themen mit mehr Hintergrundwissen erklärt werden. Es wird in den Diskussionen nur immer wieder deutlich, dass durch unterschiedliches Fachwissen auch unterschiedliche Sichtweisen aufeinander treffen.

 3. Es

gibt aktuell drei unterschiedliche Sendungen im TV: Game One, Reload und Pixelmacher. Wie würdest du das Format von Pixelmacher beschreiben? Wo liegt genau der Unterschied im Vergleich zu „GameOne“ und „Reload“?

Zuerst sollte man sagen, dass es drei unterschiedliche Formate sind. Game One vermittelt auf eine humorvolle Weise Informationen zu aktuellen Spielen. Diese Sendung ist mit Sicherheit der Vorreiter, allerdings lässt eine große, eingeschworene Fanbasis sicherlich weniger Spielraum für etwas Neues.

Wir haben schon viel ausprobiert und wollen unseren Schwerpunkt auf Hintergrundberichte legen, denn wir wissen auch, dass wir nicht so schnell informieren können, wie das Web. Andere Sendungen  setzen auf Sketche oder auf fast reines Hintergrundwissen. Wir setzen in unseren Sendungen Schwerpunktthemen und überlegen dann, wie wir am besten vorgehen. Während Game One verstärkt auf aktuelle Themen und Spiele setzt, widmen wir uns immer einem bestimmten Thema und gehen dann in die Tiefe. Wir möchten lieber einen Schwerpunkt setzen und versuchen uns dabei immer an der Zielgruppe zu orientieren.

 4. Was tut ihr dafür, um Zielgruppenorientiert zu sein? Woher holt ihr euch Feedback? 

Wir haben bisher allgemein viel positives Feedback zum Format erhalten. Im Sender haben wir nach jeder Ausstrahlung eine Besprechung zur letzten Sendung und zum Format. Uns wurde schon einige Male das Feedback gegeben, dass wir mit einigen Themen kritischer umgehen sollten und z.B. auch den Suchtaspekt bei Spielen mit einnehmen. Das halten wir jedoch für wenig sinnvoll. Zum einen würde das nicht ins Format passen und zum anderen sind solche Themen bereits bekannt. Es wäre unpassend das in einer Sendung kurz nur zu erwähnen. Wenn wir mal vermehrt das Gefühl bekommen, dass der Bedarf, um Aufklärung da ist, dann würden wir in einer Sendung verstärkt darauf eingehen, aber bisher war das noch nicht der Fall. Dabei sollte man natürlich auch beachten, dass die Themen“ Sucht“ und „Geschäftsmodelle“ so aufbereitet werden, dass sie Zielgruppenorientiert sind.

Die Zielgruppenorientierung erfolgt dadurch, dass wir uns von verschiedenen Seiten Feedback einholen: Einmal intern im Team, im Sender, aber auch von den Zuschauern. Dies geschieht jedoch nicht über Facebook, da es hier ein Profil für den Sender selbst gibt und man hier nicht auf alle Formate eingehen kann. Wir nutzen dafür Twitter. Das ist unser Hauptkanal für Feedback und wird regelmäßig von uns genutzt. Wir erhalten hier meist konstruktive Kritik und versuchen direkt darauf einzugehen.

5. Du hast auch einen Blog. Darin schreibst du, dass du zwar eine leidenschaftliche, aber auch durchschnittliche Spielerin bist. Wieso siehst du dich als eine durchschnittliche Spielerin?

à Achtung: Der erste Satz stimmt so nicht, bzw. ist einfach missverständlich formuliert. Ich spiele nicht erst seit WoW, sondern schon seit Kindertagen. Das Blog begann mit WoW – mit klassischen MMOs hatte ich bis dahin tatsächlich nicht viel Berührung, weil mich das nie so gereizt hat. Aber gespielt habe ich alles Mögliche. Und spiele auch heute noch andere Genres. WoW ist aber nach wie vor aktuell für mich.

Ich spiele schon seit Kindertagen und auch heute noch alles Mögliche. Das Bloggen begann dann jedoch mit WoW, denn mit klassischen MMOs hatte ich bis dahin tatsächlich nicht viel Berührung, weil mich das vorher nie so gereizt hat. WoW ist aber nach wie vor aktuell für mich. Doch auch wenn ich gerne spiele, weiß ich, dass ich kein „Progamer“ bin. Wenn man ehrlich ist, kommt es immer auf die Skills an und es gibt verschiedene Spielerschaften, wie auch die selbsternannte  „Hardcore Elite“, mit denen ich eindeutig nicht mithalten kann. Für mich zählt mehr die Begeisterung beim Spielen, als das Können. Wenn ich mal zu einer Session eingeladen werde, sage ich auch: „Mit mir im Team könnt ihr vielleicht nicht gewinnen, aber dafür ist es lustig!“

6. Was sagst du zur aktuellen Entwicklung in der Gamesbranche?

Es gibt immer mehr unterschiedliche Formate und Genres, die dadurch entstanden sind, da sich auch verschiedene Spielerschaften entwickelt haben. Die Spiele werden jetzt sehr stark kategorisiert, wie „Casual“ und „Progamer“. Hier wäre der Titel „Zombie U“ ein gutes Beispiel, da die Entwickler selbst sagen, dass es schon sehr schwer sei und eben eher für erfahrene Spieler geeignet ist. Jedoch wollen wir, trotz dieser immer stärkeren Kategorisierung, keinen ausschließen. Jeder, der sich für Spiele interessiert, kann sich Pixelmacher ansehen, ohne besondere Kenntnisse im Bereich Games zu haben. Das Format beschäftigt sich mit der Videospielkultur und soll für jeden informativ und auch unterhaltsam sein, aber keinen ausgrenzen. Es zeigt sich jedoch immer wieder, dass das eine große Herausforderung ist, der wir uns jedes Mal aufs Neue stellen.

7. Ist man als weiblicher Gamer noch immer eine Besonderheit?

Ich habe den Eindruck, dass es inzwischen doch mehr Frauen in dem Bereich Games gibt, jedoch befinden die sich eher im PR-Bereich. Die Hauptzielgruppe bei den meisten Spielen sind noch immer Männer. Das kann man nicht nur bei Spielemessen, wie der Gamescom, beobachten, sondern  auch bei Presseterminen. Als Gamer hat man da schon den Eindruck, dass man als Frau noch immer eher eine Seltenheit ist. Ich denke, dass es bestimmt schon mehr weibliche Spieler gibt, als früher, aber die haben oft nicht diesen gleichen Wettkampfgedanken, wie die männliche Spielerschaft. Das fällt auch auf, wenn man im Team spielt, denn dann wird man nur nach Können gemustert und da ist man als Frau oft in der Unterzahl.

 8. Wie beurteilst du die aktuelle Situation im Games-Journalismus? Wo siehst du die Zukunft?

Der Games-Journalismus ist allgemein betrachtet, wie auch in anderen Bereichen, sehr wettbewerbskonzentriert. Es fehlt jedoch noch an Akzeptanz, da es sehr viele unterschiedliche Meinungen und meist eine gewisse Erwartungshaltung gibt, die nicht immer erfüllt werden kann. Ich kann ja als User selbst wählen, welche Informationen ich wissen will und das erfolgt bisher hauptsächlich über das Web. Was noch fehlt ist eine breitere Medienlandschaft. Ich denke, dass sich in Zukunft auch die Berichte über Spiele weiter entwickeln werden, denn der Bedarf ist da.

9. Was würdest du unseren Lesern raten, wenn diese sich für eine Karriere im Gaming-Journalismus interessieren?

Wenn man sich wirklich dafür interessiert und glaubt, dass man etwas Neues beitragen kann, sollte man auf jeden Fall eine Position in diesem Bereich anstreben. Dabei sollte man jedoch immer nach Neigung gehen und bereit sein, etwas Neues auszuprobieren. Wenn ihr also eine gute Idee habt, von der ihr glaubt, dass der Bedarf da ist, dann sollte man das unbedingt machen.

Auch im Jahr 2013 kommen noch interessante Themen, wie zum Beispiel zu der E3, auf uns zu und Beiträge zu Themen, wie Gewalt. Wir dürfen gespannt sein und uns schon einmal die letzte Sendung in diesem Jahr ansehen. Viel Spaß damit und fröhliche Weihnachten an alle Leser.

Euer Worldofvideogames-Team

Hier geht´s zum aktuellen Video: Pixelmacher – ZDFkultur: Bonuslevel 

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