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Blog | Wenn Napalmstab auf Anwalt trifft…

18. Oktober 2012 | 0 Kommentare

Munchkin_CoverVon vielen wegen seiner angeblich komplizierten Regeln gefürchtet, von noch mehr einfach nur geliebt. Die Rede ist von Munchkin! Ja, gehört hat es bestimmt schon mal jeder. Wer es auch schon mal gespielt hat, hat entweder nach paar Runden und Minuten hoffnungslos aufgegeben oder, wer es ein wenig länger durchgehalten und dem Spiel seine verdiente Chance gegeben hat, es ganz weit nach vorne in seinen Spieleschrank gelegt. Wir wollen euch dieses Mörderspiel ein wenig näher bringen und euch die Angst davor nehmen bzw. denen, die meinen, sich bereits die Finger daran verbrannt zu haben, klar machen, was sie eigentlich verpassen.

Einfach ist das Stichwort

Eigentlich ist Munchkin ganz einfach: Jeder Spieler beginnt als Mensch seines tatsächlichen Geschlechts auf Stufe eins und muss versuchen, hauptsächlich durch Bekämpfen von Monstern auf Stufe zehn zu gelangen. Wie das funzt? Naja: ganz einfach!

Es gibt Tür- und Schatzkarten. Vor Beginn des Abenteuers bekommt jeder eine bestimmte Anzahl – je nach dem, wie krass ihr das Spiel angehen wollt – von beiden Sorten und kann dann auch schon die ersten Karten ausspielen, bevor es dann wie folgt losgeht. Der Spieler, der an der Reihe ist, zieht zunächst für alle offen eine Türkarte. Zeigt sie ein Monster, heißt es: kämpfen! Zeigt sie kein Monster, hat man zwei Möglichkeiten: man spielt ein Monster aus seiner Hand und es heißt (Achtung!): kämpfen! Hat man keines auf der Hand oder ist einfach zu feige oder was weiß ich, kann man auch einfach noch eine weitere Türkarte – diesmal verdeckt – ziehen und an sich nehmen. Das wars eigentlich auch schon! Hat man zu diesem Zeitpunkt mehr als fünf Karten auf der Hand – wenn man ein Zwerg ist, dann sechs -, muss man nur noch den Geiern, die ebenfalls mitspielen, Karten abgeben – es sei denn, man gehört zu den Spielern mit der niedrigsten Stufe – und zack, ist der nächste an der Reihe.

Wie, Zwerg?

Rassen und Klassen und die Qual der Wahl

Wie ihr bereits erfahren habt, startet jeder Spieler als Mensch, egal wie klein oder groß man ist. Und dennoch kann man in dem Spiel ein Zwerg sein… oder ein Elf oder Sonstiges… oder auch beides. Genauso könnt ihr euer Leben als langweiliger Bänker, Hausmeister, Student und was weiß ich ablegen und stattdessen so richtig coole „Berufe“ annehmen, wie Krieger, Zauberer oder Dieb… oder auch zwei gleichzeitig! Im besten Fall seid ihr also halb Elf, halb Zwerg und übt euch als Krieger und Zauberer, also ein zaubernder Kriegerelfenzwerg… oder so ähnlich. Dazu müsst ihr aber natürlich die passenden Karten ziehen. Das macht insofern Sinn, da einige Monster eine besondere Abneigung gegen einige Rassen und Klassen haben. Und wenn das mal der Fall ist, pffff, einfach weg damit und ihr seid wieder Mensch oder was euch sonst noch so übrig geblieben ist. Dafür verzichtet ihr dann aber auch auf die speziellen Fähigkeiten, die jede Rasse und Klasse besitzt. Naja, es gibt ja mehrere Karten von jeder Sorte, ihr zieht also bestimmt noch eine andere.

Um die Filzläuse, die fliegenden Frösche, die Topfpflanze oder auch die Hammer-Ratte – ja, ich weiß: schreckliche Monster! – zu besiegen, braucht es gar nicht so viel. Trifft man jedoch auf Pikotzu, 3.872 Orks, den Versicherungsvertreter, König Tut, Krakzilla oder gar den Plutoniumdrachen, helfen einem die eigenen blanken Fäuste nicht. Wenn ihr euch diesen Monstern gegenüberstellt, solltet ihr also lieber etwas besser ausgerüstet sein, denn diese Ungeheuer können auch eine Stufe weit über zehn haben. Da hilft nur noch den Geilen Helm aufn Kopp setzen, die Arschtritt-Stiefel anziehen, die Flammende Rüstung überstreifen und das Hinterhältige Bastard-Schwert in

die Hand nehmen und dann… dann wird es vermutlich für einige Monster immer noch nicht reichen… Also dann vielleicht noch den Elektrisch-Radioaktiven Säuretrank anwenden, dann könnte es eventuell reichen.

Die lieben Freunde…

Schatzkarten bringen in der Regel nur Gutes

Doch was ist schlimmer als ein Plutoniumdrache? Richtig: die eigenen so genannten Freunde! Denn die können jederzeit in den Kampf eingreifen und das Monster stärker machen, indem sie ihrerseits Tränke anwenden, Flüche gegen einen spielen, ein plötzlich auftauchendes zweites Monster ins Rennen schicken und und und. Da muss man natürlich gegenschießen… zumindest so lange man es kann. Aber wenn sich mehrere Mitspieler gegen einen verbünden, sieht es oft nicht so gut aus. Da heißt es nur, sich Hilfe von einem dieser miesen Gauner holen, die dann auch noch frecherweise eine Belohnung für ihre erbärmliche Hilfe verlangen. Aber gut, was will man machen. Lieber versucht man das Monster mit vereinten Kräften zu töten, als dass man selbst erledigt wird. Man kann sich maximal von einem Mitspieler helfen lassen, wobei der Helfer keine Stufen aufsteigt, es sei denn, er ist ein Elf. Neben dem Vorrücken auf der Stufenleiter warten noch die Schätze der jeweiligen Kreatur auf den Gewinner, die verdeckt gezogen werden, wenn man es alleine besiegt und offen, wenn man sich hat helfen lassen.

Kann man ein Monster nicht besiegen, ist man nicht sofort tot. Jeder Gegner tut einem verschiedene schlimme Dinge an. Die einen klauen eure Kopfbedeckung, die anderen wandeln euch von Männlein zu Weiblein um und… ja, einige vernichten euch auch. Aber der Packung liegt ja auch noch ein Würfel bei. Warum? Die schlimmen Dinge passieren nämlich nur, wenn man eine vier oder weniger würfelt, dann heißt es aber so gut wie sayonara. Stirbt man, können sich die lieben Mitstreiter mit euren bis dahin – wahrscheinlich – schwer verdienten Gegenständen bereichern (ja, ihr werdet sehr froh sein, wenn sie euch eure stärkste Waffe genommen haben, nachdem sie es waren, die dem Monster geholfen haben, euch in den Abgrund zu treiben). Da kann die Parole nur noch lauten: direkt aufstehen, weitermachen und auf Rache aus sein, denn wirklich sterben, das heißt aus dem Spiel ausscheiden, kann man zum Glück nicht.

Cool und sexy aussehen

Achso, wahrscheinlich ist es überflüssig zu erwähnen, dass ein Kampf gewonnen ist, wenn der Wert aus der eigenen Stufe plus ausliegender Ausrüstungsgegenstände plus gespielter Tränke plus gegebenenfalls anderer ausgespielter Karten wie Monsterverschwächer und unter Berücksichtigung anderer Gegebenheiten höher ist als der Wert der Stufe des Monsters plus gespielter Tränke plus… naja, ihr könnts euch denken. Wenn ihr Krieger seid, reicht übrigens auch ein Unentschieden in den Werten zum Sieg.

Worauf wartet ihr noch??

Aaaaaaaalso: wer das bisher Geschriebene doch nicht als „ganz so einfach“ empfindet, der sollte sich auf was gefasst machen! Denn ich habe jetzt hier bewusst auf die 7.582.674 Möglichkeiten verzichtet, wie ein Munchkin-Spiel im Detail aussehen kann. Die Basisregeln sind wirklich nicht schwer, doch setzen die verschiedenen Karten oft Vieles außer Kraft. Eine Karte hat einen Einfluss auf andere, die im nächsten Atemzug ausgespielte kann dies wieder rückgängig machen, die nächste macht die wieder rückgängig, wieder die nächste löst was anderes aus und irgendwann weiß man gar nicht mehr, ob das alles so funktioniert und was eigentlich momentan Stand der Dinge ist. Aber gerade das macht das Spiel so dermaßen spielenswert und lustig. Wie oft haben wir uns fast schon in die Wolle bekommen, weil zwei Leute der Meinung waren, die Karte dürfe man jetzt nicht spielen, einer meinte, man könne sie zwar auslegen, aber sie hätte keine Auswirkungen und die beiden anderen meinten, man könnte sie gar nicht spielen bzw. waren völlig ratlos.

Die bösen bösen… bösen Monsterlein

Und es stimmt, manchmal weiß man wirklich nicht, wie man welche Karte verstehen soll. Nicht umsonst gibt es auf der Pegasus-Homepage ein Forum, das mit Fragen und Fallkonstellationen gefüllt ist. Aber wie gesagt, ist es das, was das Spiel ausmacht und von anderen abhebt. Ein Spiel kann relativ schnell vorbei sein – es gibt zum Beispiel auch Karten, dank derer man sofort eine Stufe aufsteigt (geht jedoch nicht von Stufe neun auf zehn) -, es kann aber auch vorkommen, dass man nach drei Stunden abbrechen muss. Ebenso kann es passieren, dass man wirklich blöde Karten zieht oder bekommt und daher ständig im unteren Stufenbereich herumdümpelt, während die Konkurrenz den Sieg unter sich ausmacht.

Dennoch bleibt Munchkin ein für mich fantastisches Spiel, was nicht zuletzt an den verdammt lustigen Karten liegt, die einfach zum Lachen komisch gestaltet sind und wo die eine oder andere Parodie nicht verborgen bleibt. Wer hier bei keiner Karte lachen kann, der sollte lieber Mühle oder sowas spielen. Aber was rede bzw. schreibe ich noch… Überzeugt euch doch einfach mal selber… Entweder direkt hier oder aber auch aktuell auf der SPIEL in Essen! Viel Spaß und… freundlich bleiben…

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