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Blog | Brügge sehen und kaufen… und spielen und genießen

5. Mai 2013

Brügge_1Sie ist zwar nicht die Hauptstadt Belgiens, aber immerhin Hauptstadt und die größte Stadt der Provinz Westflandern. Darüber hinaus war sie 2002 Europäische Kulturhauptstadt und auch schon Ort eines wunderbaren Filmes. Die Rede ist von Brügge, einer Stadt, die mehr als nur ein Geheimtipp für Reiselustige ist. Jetzt bildet die Stadt auch die Vorlage für ein Spiel aus dem Hans in Glück-Verlag. Zwar fragt man sich bei einigen Spielen, warum genau sie so benannt wurden und gerade wenn ein Spiel nach einer Stadt benannt ist, mag der eine oder andere Kritiker bemängeln, dass der Spieletitel austauschbar ist, aber Spiele sind da, um Spaß zu machen und die Leute zu erfreuen. Und vom Spielinhalt sowie Material passt Brügge zu der flämischen Stadt. Also schauen wir uns mal an, was es uns zu bieten hat.

Vorbereitung für ein tolles Spiel

Zunächst wird der schön gestaltete Spielplan in der Mitte zwischen den Spielern ausgelegt. Wer schon mal in Brügge war, wird bei dem auf dem Plan abgebildeten Platz wahrscheinlich sofort an den Grote Markt mit seinem prächtigen Belfried denken. Das Spielmaterial wird neben oder auf dem Plan bereitgelegt bzw. wandert als Startkapital zu den einzelnen Spielern. So erhält jeder Teilnehmer vorab neben einem Siegel in seiner Spielfarbe, ein weiteres kleineres Siegel, das er auf eines der dafür vorgesehenen vier Tore legt. Daneben bekommt jeder der maximal vier Spieler zwei Figuren, von denen eine über der Aufstiegsleiste und eine auf das Feld fünf der Zählleiste platziert wird. Seine Mehrheitenmarker nimmt jeder genauso in seine Auslage wie fünf Gulden und je einen Handlanger in den fünf verschiedenen Farben.

Na, erkennt ihr es?

Na, erkennt ihr es?

Die übrigen Handlanger werden wie das übrige Geld, die Bedrohungsmarker und Kanalplättchen neben dem Spielplan bereitgehalten. Die Brunnenplättchen werden in absteigender Reihenfolge der auf ihnen aufgedruckten Punkte auf die auf dem Plan befindliche Statue gelegt. Nachdem dann auch die Karten, die es in fünf verschiedenen Farben gibt, welche auch auf der Rückseite erkennbar sind, nach einem bestimmten Prozedere gemischt und in zwei etwa gleich großen Nachziehstapeln und einem separaten Extrastapel bereitgelegt worden sind, kann das Spiel auch schon losgehen.

Zu Beginn zieht jeder ausgehend vom Startspieler fünf Karten auf die Hand bzw. im späteren Verlauf auf fünf Karten nach. Es obliegt dem Spieler, von welchem der beiden Stapel er jede einzelne zieht. Das will manchmal gut überlegt sein, weil man in einigen Situationen durchaus weiß, welche Farbe man besonders benötigt. Hat jeder seine Hand aufgefüllt, würfelt der Startspieler mit allen fünf Würfeln und ordnet sie zur besseren Übersicht nach aufsteigender Augenzahl auf den vorgesehenen Feldern auf dem Spielplan an. Für jeden Würfel, der eine fünf oder sechs zeigt, erhält jeder Spieler einen Bedrohungsmarker in der entsprechenden Farbe des Würfels. Erhält man auf diese Weise seinen dritten Marker in derselben Farbe, tritt das entsprechende Negativereignis ein, das auf der einen Seite dieser Marker, aber auch auf den Übersichtskarten abgedruckt ist. So kann man zum Beispiel sein ganzes Geld oder alle Handlanger verlieren.

Ab hier wird es richtig spannend

wie immer schönes Spielmaterial

wie immer schönes Spielmaterial

Zeigt mindestens einer der Würfel eine eins oder zwei, darf jeder beginnend ab dem Startspieler für die Summe aller gewürfelten Einsen und Zweien genau eine Stufe auf der Aufstiegsleiste hoch klettern, indem er die entsprechende Summe in Geld entrichtet. Danach geht es über zur dritten und Kernphase des Spiels. In dieser hat nämlich jeder Spieler grundsätzlich vier Aktionen zur Verfügung, die er mit Hilfe seiner Handkarten ausführt. Jede Karte erlaubt dieselben Aktionen, wichtig ist nur die Farbe der entsprechenden Karte sowie die Person, die darauf abgebildet ist.

Durch das Ausspielen einer Karte kann man sich somit entweder zwei Handlanger in der Farbe der Karte aus dem Vorrat nehmen oder so viel Geld nehmen wie der entsprechende farbige Würfel Augen zeigt oder aber sich eines Bedrohungsmarkers entledigen. Darüber hinaus kann man ein Haus bauen, indem man eine der Karten einfach mit der Rückseite, auf der das Haus abgebildet ist, vor sich auslegt und dafür einen Handlanger der jeweiligen Farbe abgibt oder durch Anlegen eines Kanalplättchens seinen Kanal ausbauen. Hierzu ist zunächst zu beachten, dass vom Torbogen jedes Spielers zwei Kanalstränge ausgehen, die sich jeweils in fünf verschiedene Farben unterteilen. Will man einen Abschnitt bauen, muss man nur eine Karte der passenden Farbe spielen, d. h. eine Farbe, die einem der beiden ersten Abschnitte entspricht bzw. von da an jede Farbe, die an ein bereits gelegtes Plättchen angrenzt und die entsprechende Anzahl an Geld bezahlen. Natürlich darf jeder nur an seinen beiden Kanälen bauen. Schafft man es auf einer Seite den dritten Abschnitt zu bauen, erhält man dafür am Ende drei Punkte. Wer einen seiner Stränge komplett ausbaut, bekommt zusätzlich das oben liegende Brunnenplättchen und am Ende die darauf abgedruckten Punkte. Natürlich kann man doppelt punkten, wenn man auch seinen zweiten Kanal auf Stufe drei bzw. fünf bringt.

drei Bedrohungsmarker versprechen nichts Gutes

drei Bedrohungsmarker versprechen nichts Gutes

Hat man im Laufe des Spiels Häuser gebaut, kann man dann in der sechsten möglichen Aktion die auf den Karten abgedruckten Personen darauf ablegen. Hierfür muss man allerdings den aufgedruckten Münzwert zahlen. Dann jedoch kann man von den Eigenschaften der Personen bzw. den Ereignissen, die mit ihnen verknüpft sind Gebrauch machen. Manche Ereignisse werden direkt und einmalig ausgelöst, wenn man die Person das erste mal auslegt. Andere treten immer dann ein, wenn etwas Bestimmtes im Spiel passiert – zum Beispiel “Nehme x Münzen, wenn…” – und wiederum andere kann man einmal pro Runde auslösen, indem man einen Handlanger in der Farbe abgibt, der auf der Personenkarte abgebildet ist. Dies muss nicht zwangsläufig dieselbe Farbe sein wie die Karte selbst. Auch kann jede Person auf jedes beliebige farbliche Haus gelegt werden. Welche Art von Vorteilen bzw. Ereignissen die jeweiligen Charaktere ermöglichen wird einmal durch deren Text selbst, zum anderen durch ein entsprechendes Symbol verdeutlicht. Daneben gehört jede Person einem bestimmten Kreis an, wie zum Beispiel dem Adel oder der Unterwelt und einige Karten nehmen auf ganz bestimmte Personengruppen Bezug.

Die sprichwörtliche Qual der Wahl

Die Möglichkeiten, die die Personen mitbringen sind vielseitig. Sie reichen zum Beispiel von Begünstigungen beim Ausbau der Kanäle über Erleichterungen beim Personenauslegen bis hin zum Anrichten von Schaden bei den Mitspielern in verschiedenen Formen. Manche Karten kann man auch miteinander kombinieren, um so noch größere Vorteile zu erlangen. Die Karten sind selbsterklärend, es gibt jedoch auch eine Übersicht über einige vielleicht etwas kompliziertere Karten. Hat jeder vier Aktionen durchgeführt, ist diese Phase zu Ende und es beginnt die letzte Phase, in welcher festgestellt wird, wer an bestimmten Stellen die Mehrheit besitzt. Wer bis dato die meisten Kanalplättchen gebaut, die meisten Personen ausgelegt hat oder am weitesten vorne auf der Aufstiegsleiste steht, darf den entsprechenden Marker dafür umdrehen und heimst sofort Punkte ein. Man muss jeweils die alleinige Mehrheit besitzen bzw. alleine am weitesten vorne stehen, um die Punkte zu erhalten. Manche Personenkarten können jedoch auch was anderes bestimmen. Hat im späteren Verlauf ein anderer Spieler die absolute Mehrheit, darf auch er das entsprechende Plättchen umdrehen, ohne dass der Spieler, der seines bereits umgedreht hat, dieses wieder auf die Seite, die für null Punkte steht, drehen muss. Danach wechselt der Startspieler im Uhrzeigersinn, jeder zieht seine Hand wieder auf fünf Karten nach bis dann das Spiel weiter verläuft wie oben beschrieben. Das geht so lange bis einer der beiden Nachziehstapel leer ist. Dann beginnt die letzte Runde, wobei unter Einbeziehung des Extrastapels für die noch verbleibenden Spieler wieder ein zweiter Stapel gebildet wird, damit auch diese mehr Auswahl haben. Punkte gibt es am Ende für die Personen und gegebenenfalls deren Vorteile, Häuser, Mehrheitenmarker, Kanäle und den Platz auf der Aufstiegsleiste. Wer danach die meisten hat, gewinnt.

Wer hilft euch am meisten?

Wer hilft euch am meisten?

Brügge ist ein tolles Spiel, das echt großen Spaß macht. Dass das Spielmaterial hochwertig und sehr schön gestaltet ist, ist für den Hans im Glück-Verlag nichts Neues und trägt natürlich zur Spielfreude bei. Man möchte so gerne mehrere seiner Charaktere ausspielen, hat aber in der Regel keine Häuser und erst Recht nicht immer genug Geld dafür. Nur ganz schweren Herzens trennt man sich von einigen Personen und wählt dann eben dafür eine andere Aktion. Hier gilt es genau zu überlegen und abzuwägen, welche Person man ausspielt und welche Karte man dann eben doch für etwas anderes einsetzt oder nochmal eine Runde auf der Hand behält. Immerhin setzt man ja jede Runde in der Regel vier seiner fünf Karten ein. Zum Glück gibt es einige Personen mehrmals, trotzdem fällt einem die Wahl echt schwer.

Daneben führen auch bei diesem Spiel viele Wege zum Sieg. In unseren verschiedenen Runden haben mal Spieler gewonnen, die sich fast ausschließlich mit dem Kanalbau beschäftigt haben und kaum Personen hatten, in einer anderen brachte eine Person, die am Ende für jede Person einer Gruppe nochmal Punkte gibt den Sieg, weil der Spieler nur Personen dieser einen Gruppe ausliegen hatte und wieder in einer anderen Runde gewann der, der eine gesunde Mischung aus allem hatte. Das macht das Spiel so interessant und spannend, weil es bis zum Ende völlig offen ist, wer das Rennen macht. Man muss seine Karten und auch die Gegenspieler ein wenig einschätzen und sich früh für eine Fahrtrichtung entscheiden. Wer nämlich mit dem Kanalbau anfängt, dort aber auf keiner seiner beiden Seiten punktet, weil er sich später lieber für das Ausspielen von Personen entscheidet, der verschenkt unnötig Karten. Das ist aber nur ein Beispiel bei den vielen Möglichkeiten, die Brügge bietet. Beide Daumen hoch!

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